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Rainer Kaufmann und Kerstin Hauser verkaufen nun mittwochs von 8 bis 14 Uhr ihre Waren auf dem Schelmenburgplatz. 

Schelmenburgplatz

Große Freude in Bergen-Enkheim: Metzger macht mittwochs Station

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Rainer Kaufmann kommt mit Wurst und Fleisch auf den Schelmenburgplatz in Frankfurt Bergen-Enkheim. Einmal in der Woche verkauft der Metzger hier sein Fleisch - sehr zur Freude der Bewohner.

  • Bergen-Enkheim hat wieder einen Metzger
  • Einmal pro Woche öffnet er seinen Stand auf dem Wochenmarkt in Frankfurt
  • Große Freude bei den Bewohnern
Frankfurt - Bergen hat wieder eine Metzgerei - zumindest einmal in der Woche. Und hört man den Kunden an der Theke des Verkaufswagens zu oder schaut auf das Engagement des Ortsbeirats im vergangenen Jahr, möchte man sagen: „Endlich!“ Auch Ortsvorsteherin Renate Müller-Friese (CDU) meinte: „Ganz Bergen-Enkheim freut sich riesig, dass es hier nun wieder Wurst und Fleisch zu kaufen gibt.“

Frankfurt: In Bergen-Enkheim gibt es keine Metzger mehr

Am Fleischstand auf dem Schelmenburgplatz fragt eine Kundin: „Sind sie jetzt immer da?“, während sie ihre Wurst in die Tasche packt. „Ja, jeden Mittwoch“, antwortet Metzgermeister Rainer Kaufmann. Die Kundin nickt, lächelt, wirkt zufrieden. Sonst gibt es ja keinen Metzger mehr im Stadtteil - allenfalls im Hessen-Center. Das ist für manche Berger Senioren aber weit weg. Viele Metzger habe es früher in Bergen-Enkheim gegeben, erzählt eine Kundin. Aber im vergangenen Jahrzehnt hätten nach und nach alle dicht gemacht. Den Bewohnern Bergens blieb daher nur die Wursttheke im Supermarkt. „Das ist aber industrielle Massenware“, sagt eine Kundin.

Frankfurt: Neuer Metzger in Bergen-Enkheim schlachtet selbst

Bei Kaufmann sei alles etwas kleiner und handgemacht, wirbt der Metzgermeister aus Büdingen für die Qualität seiner Waren. Von drei Tierzuchtbetrieben werde sein Unternehmen beliefert. Geschlachtet werde dann selbst.

Es war ein langer Behördenweg dahin, bis Kaufmann nun jeden Mittwoch auf dem Schelmenburgplatz stehen kann. So in etwa ein Jahr hat es gedauert, bis wir die Standgenehmigung bekommen haben", sagt Kaufmann. Das Grundproblem: Der Berger Wochenmarkt ist, durch die verwaltungsrechtliche Brille betrachtet, kein Wochenmarkt. In der Gewerbeordnung heißt es: "Ein Wochenmarkt ist eine regelmäßig wiederkehrende, zeitlich begrenzte Veranstaltung, auf der eine Vielzahl von Anbietern eine oder mehrere Warenarten feilbieten." Der Knackpunkt für den Berger Wochenmarkt ist das Wort "Vielzahl". Denn in den vergangenen Jahren gab es nur noch den Obst- und Gemüsestand des Bauern Bernd Rück aus Schöneck. "Als Wochenmarkt gilt nur ein Markt mit mehr etwa zwölf Ständen", erklärt Michael Lorenz, Leiter der Abteilung Markt beim Markt- und Hafenmanagement der Stadt Frankfurt.

Metzger in Frankfurt Bergen-Enkheim: Wirtschaftsförderung und Ortsbeirat helfen

Der einzige Weg der blieb, war, dass Kaufmann eine individuelle Standgenehmigung beim Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) beantragt. Dieser Antrag wurde aber abgelehnt. Das ASE sei generell zurückhaltend mit solchen Genehmigungen, hieß es im Mai aus dem Amt. Daraufhin wandte sich die Ortsvorsteherin an die Wirtschaftsförderung. Sie machte gemeinsam mit dem Ortsbeirat Druck. Mit Erfolg.

„Auch andere Stände, die nun einen Antrag stellen, werden schneller die Zusage bekommen“, sagt Müller-Friese. So könne der Markt weiter wachsen. Sie sei auch schon mit Interessenten im Gespräch. Ein Tapas- und ein Apfelwein-Stand könnten also bald der Metzgerei folgen. Und wenn im nächsten Jahr der Schelmenburgplatz saniert wird, solle eine Ausweichfläche gesucht werden, sagt Müller-Friese.

Frankfurt: Metzger in Bergen-Enkheim auf Reaktionen aus der Bevölkerung angewiesen

Ob die Metzgerei aber auf dem Berger Wochenmarkt bleibt, hängt nicht nur von den städtischen Ämtern ab. Darüber entscheidet auch, "wie die Bevölkerung das Angebot annimmt", sagt Metzgermeister Kaufmann. Die nächsten Monate wolle er beobachten, ob es sich denn für ihn lohnt.

Seniorinnen in Frankfurt-Bergen-Enkheim gehen täglich im Wald spazieren, sie ärgern sich über die schlechten Wege.

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