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Die Stadt Frankfurt stellt 100 Millionen Euro für Höchst, Griesheim, Nied, Sossenheim und Bonames bereit. So soll Wohnraum bezahlbar sein.

Quartierentwicklung

Bezahlbarer Wohnraum: Stadt stellt 100 Millionen Euro bereit

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Die Stadt Frankfurt stellt 100 Millionen Euro für Höchst, Griesheim, Nied, Sossenheim und Bonames bereit. So soll Wohnraum bezahlbar sein.

Frankfurt - Fördermittel von knapp 100 Millionen Euro will die Stadt in den nächsten Jahren in die Quartierentwicklung im Frankfurter Westen und den Ben-Gurion-Ring in Bonames stecken. Wofür das Geld konkret investiert wird, sollen die Bürger über das jeweilige Quartiersmanagement mitbestimmen, betonten Oberbürgermeister Peter Feldmann und Planungsdezernent Mike Josef (beide SPD) bei der Präsentation mit den verantwortlichen Projektleitern gestern im Römer. Feldmann sprach von "der Chance, im Westen einen großen Schritt nach vorne zu gehen".

Frankfurt: Mike Josef (SPD) spricht über 100 Millionen Euro Investition

Mike Josef wies auf den schwierigen Spagat hin, einen Stadtteil aufzuwerten und gleichzeitig die Verdrängung von Bürgern durch in die Höhe schießende Mietpreise zu verhindern. Wichtig seien bei der Stadtförderung deshalb "Leitplanken" wie die Begrenzung der Mietsteigerung oder Milieuschutzsatzungen, die beispielsweise Luxussanierungen oder Abrisse verhindern könnten.

In der bereits 2008 gestarteten und bis 2018 laufenden ersten Förderperiode für die Innenstadt Höchst, berichtete die Projektleiterin Anne Lederer vom Planungsamt, seien 21 Millionen Euro für Maßnahmen in der Innenstadt ausgegeben worden - mit dem Ziel, Höchst als Wohn- und Geschäftsstandort zu stärken. Flankierend sei das Image des Stadtteils verbessert worden, etwa durch die Kunstschau Designparcours zweimal im Jahr oder ein Tourismusbüro.

In den nächsten Jahren, mit weiteren zehn Millionen Euro zur Verfügung, sollen nun vor allem Gewerbe und Handel gestärkt werden. So soll etwa die Königsteiner Straße aufgehübscht werden - unter anderem durch mobile Bänke, die von Geschäftsleuten als Paten aufgestellt und zum Ladenschluss wieder verstaut werden. Auch eine Machbarkeitsstudie sei in Planung, damit die "Kö" wieder wie früher die attraktive Einkaufsstraße für den Frankfurter Westen werden kann.

100 Millionen Euro Investition: Stadtumbau und Verkehrsmaßnahmen

Die Besonderheit beim mit 14 Millionen Euro geförderten Stadtumbau-Programm in Griesheim-Mitte, erklärte Projektleiter Karsten Krüger, sei die enge Vermischung von Gewerbe- und Wohngebiet. "Hier stört der eine den anderen", stellte Krüger fest und kündigte an, diese Konflikte "durch viele Gespräche vor Ort aufzulösen."

Geplant sind auch viele Verkehrsmaßnahmen. Als konkretes Projekt nannte Krüger beispielhaft die Neugestaltung des nördlichen Bahnhofsvorplatzes.

Etwa 16 Millionen Euro stehen für das Programm Soziale Stadt in Sossenheim zur Verfügung - es läuft seit 2017 und bis 2026. Im Stadtteil drehe sich vieles um die Vernetzung von Grün- und Freiflächen, berichtete Bettina Boknecht vom Planungsamt. Bereits begonnen wurden die Umgestaltungen des Bolzplatzes in der Henri-Dunant-Siedlung sowie der Spielplätze in der Schaumburgerstraße und der Carl-Sonnenschein-Siedlung.

Seit 2016 und noch bis 2025 läuft das Projekt "Soziale Stadt in Nied" - etwa 16 Millionen Euro werden hier insgesamt investiert.

Frankfurt: Bürger können Ideen einbringen

Um die Bewohner zu bewegen, sich mit eigenen Ideen daran zu beteiligen, setzen die Verantwortlichen unter anderem auf "Crowdmapping", wie Ursula Brünner. Abteilungsleiterin für Stadterneuerung und Wohnungsbau, berichtete: Auf einer interaktiven Karte können sie besondere Orte markieren und über ein Eingabefenster ihre Ideen, Anmerkungen, Beschwerden oder Fragen formulieren.

Mit etwa 17 Millionen Euro wird das Programm Soziale Stadt"im Ben-Gurion-Ring in Bonames gefördert, das seit 2015 und bis 2025 läuft. "Wir haben gemerkt, dass der Stadtteil längst nicht so negativ ist, wie er 'rüberkommt," berichtete Projektleiterin Petra Kanamüller. Sie schwärmte von den "unfassbar kreativen Menschen dort", die sich in den 2017 gegründeten Beirat, aber auch beim Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepte (ISEK) einbringen.

Von Michael Forst

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