Frankfurt Bildung im Überblick

Goethe-Universität als Aushängeschild: Frankfurt als Stadt der Tausend Möglichkeiten

Frankfurt hat Nobelpreisträger hervorgebracht und bietet mit verschiedenen Schulen sowie der viertgrößten Uni Deutschlands ein vielseitiges Bildungsangebot.

Bildung genießt in Frankfurt einen hohen Stellenwert
  • Frankfurt am Main beherbergt aktuell über 100.000 Schüler und 50.000 Studierende.
  • Die Goethe-Universität Frankfurt ist die viertgrößte Universität Deutschlands.
  • Bisher wurden 18 Alumni der Goethe-Universität Frankfurt mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

Frankfurt - Frankfurt am Main gehört mit einer Einwohnerzahl von fast 800.000 zu den größten Städten Deutschlands. Als Sitz zahlreicher Finanzinstitute wie auch der Goethe-Universität und dem Universitätsklinikum ist Frankfurt zudem ein wichtiger Standort für Wirtschaft, Wissenschaft und Medizin.

Die Goethe-Universität Frankfurt ist dabei die viertgrößte Universität Deutschlands und kann sich mit zahlreichen Nobelpreisträgern schmücken. Aber auch wer keine akademische Laufbahn anstrebt, ist dank zahlreicher Berufsschulen und einem dichten Netz an Ausbildungsplätzen gut in „Mainhattan“ aufgehoben.

Frankfurt: Bildungsangebot von klein auf

Kindergarten, Schule oder Uni? Frankfurt überzeugt mit einem breiten Angebot an verschiedenen Bildungsinstituten und hat dabei für jede Altersstufe das Richtige zu bieten. Mit 146 Kinderbetreuungseinrichtungen, die in der gesamten Stadt verteilt sind, hat Frankfurt eine hohe Dichte an Krippen, Horts sowie Kindertagesstätten. Hier lernen Kinder im Alter von sechs Monaten bis sechs Jahren spielerisch den Umgang mit Gleichaltrigen und können, wenn beispielsweise die Eltern im Schichtdienst arbeiten, auch ganztags betreut werden.

Insgesamt 26.000 Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren besuchen derzeit in Frankfurt die Grundschule, während ältere Kinder die Wahl zwischen 13 Haupt- und 19 Realschulen sowie 28 Gymnasien haben.

Frankfurts beste Schulen

Ob Ausbildung oder Universitätslaufbahn, eine fundierte Schulbildung ist in der Regel die Basis für eine erfolgreiche berufliche Karriere. Am IHK Frankfurt können sich Auszubildende für eine Berufsschule ihrer Wahl bewerben, wobei insbesondere die Heinrich-Kleyer-Schule sowie das Julius-Leber-Institut mit einem breit aufgestellten Angebot überzeugen.

Wer hingegen eine akademische Laufbahn anstrebt, kann am Adorno-Gymnasium, an der Rackow-Schule sowie an der Liebigschule preisgekrönte Lehre genießen. Dabei steht nicht nur konventioneller Frontalunterricht am Lehrplan, viele Ausflüge, Sommercamps und interaktive Workshops sollen den Bildungsauftrag der Stadt Frankfurt am Modell erfüllen und so für ein nachhaltiges Lernerlebnis sorgen.

Frankfurts Goethe-Universität

Die Goethe-Universität Frankfurt ist das größte höhere Bildungsinstitut der Stadt und wurde nach dem berühmten Deutschen Dichter Johann Wolfgang von Goethe (†83, 1832) benannt. 1914 gegründet, beherbergt die Uni inzwischen über 5.000 Mitarbeiter und ist die Alma Mater zahlreicher berühmter Wissenschaftler. Aktuell sind über 40.000 Studierende an der Goethe-Universität Frankfurt inskribiert, die sich auf insgesamt 170 Studiengänge an fünf verschiedenen Campi verteilen. Ein Blick auf Google Maps verrät, dass diese nicht beieinander liegen:

  • Campus Westend
  • Campus Riedberg
  • Campus Bockenheim
  • Campus Niederrad
  • Sportcampus Ginnheim

Campus Niederrad wurde erst 1970 erbaut und beherbergt zahlreiche Labore für die naturwissenschaftlichen Studiengänge, während Campus Westend vor allem von Studierenden der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sowie Lehramtsstudierenden frequentiert wird.

Frankfurts Akademie während der Weltkriege

Der Erste Weltkrieg war gerade am Abflauen, als die Universität Frankfurt ihre Tore offiziell öffnete. Kaiser Wilhelm II (†82, 1941) musste kriegsbedingt gar seine Teilnahme am Eröffnungsakt absagen und das Stiftungsvermögen der Universität neigte sich aufgrund der grassierenden Wirtschaftskrise dem Ende zu.

Nachdem Straßburg zahlreiche deutsche Professoren zum Verlassen der Stadt aufgefordert hatte, wurden diese fortan an der Universität Frankfurt beschäftigt und auch die Universitätsbibliothek ging in den Besitz Frankfurts über. 1933, während der laufenden „Gleichschaltung“ im Nationalsozialismus, wurde knapp ein Drittel der Universitätsangestellten aus politischen Gründen oder aufgrund ihres Glaubens entlassen, jüdisch geführte Institute wurden „arisiert“. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs konnte die Universität Frankfurt nur knapp vor der Schließung bewahrt werden und eröffnete schließlich am 1. Februar 1946 erneut.

Frankfurts berühmteste Forscher

Nicht nur Wirtschaft spielt in Frankfurt eine wichtige Rolle, auch in Forschung wird viel investiert. Daher überrascht es nicht, dass die Goethe-Universität schon 18 Nobelpreisträger hervorbringen könnte. Zu diesen gehören unter anderem:

  • Paul Ehrlich (†60, 1915)
  • Max von Laue (†81, 1960)
  • Otto Loewi (†88, 1961)
  • Peter Grünberg (†78, 2018)
  • Günter Blobel (†81, 2018)
  • Horst Ludwig Störmer (71)

Besonders auf dem Gebiet der Naturwissenschaften und Medizin gehört die Goethe-Universität Frankfurt zu den renommiertesten Instituten Europas. Amtierende Präsidentin der Uni ist Brigitta Wolff (55), Wirtschaftswissenschaftlerin und Politikern. Sie studierte unter anderem an der Harvard University sowie an der Universität Witten/Herdecke. Sie ist die Nachfolgerin von Werner Mülller-Esterl (72).

Frankfurt Universität – Gründung und Benennung 

Wenngleich Pläne zur Gründung einer Universität in Frankfurt schon im frühen 16. Jahrhundert geschmiedet wurden, so wurden diese dennoch erst Anfang des 20. Jahrhunderts in die Tat umgesetzt. Nach Ende des Ersten Weltkriegs waren zahlreiche Bildungsstätten zerstört und der damalige Frankfurter Oberbürgermeister Franz Adickes (†68, 1915) forcierte die Ansiedelung weiterer akademischer Einrichtungen.

Am 28. September 1912 wurde die Universität Frankfurt offiziell eröffnet, wobei insbesondere Bankiers und Ärzte die Finanzierung vorantrieben. Doch vor allem konservative Politiker sowie die damalige Riege an Rektoren anderer Universitäten stellten sich gegen die Neugründung einer weiteren Universität, sodass der Gründungsakt erst am 18. Oktober 1914 stattfand. Im ersten Semester wurden schließlich 618 Studierende an der Universität Frankfurt inskribiert. Am 16. Juni 1932 durfte sich die Universität nach Johann Wolfgang von Goethe († 83, 1832) benennen.

Frankfurt Goethe-Universität Aufnahmeverfahren und akademisches Jahr

Wie alle Universitäten in Deutschland, teilt auch die Goethe-Universität das akademische Jahr in zwei Semester ein. Die Lehrveranstaltungszeit endet dabei stets zum Sommer und zum Frühjahr hin. In diese Periode fallen auch die Inskriptionszeit, sowie die Durchführung der Aufnahmeprüfungen.

Einige Studiengänge, wie beispielsweise Medizin, werden dabei nur zum Wintersemester hin für Erstsemester angeboten, während andere sowohl zum Winter- als auch zum Sommersemester hin starten. Auch Nicht-Studierende haben die Möglichkeit, unter vorangehender Anmeldung einige Lehrveranstaltungen als Gasthörer zu besuchen. Insbesondere öffentlich zugängliche Lehrveranstaltungen sind dabei auch im Online-Portal der Universität angeführt.

Frankfurt: Schulen, Universitäten und Akademien während der Corona-Krise

Mit Ausbruch der Corona-Pandemie änderte sich das öffentliche Leben quasi über Nacht – auch für Studierende, Schüler und KiTa-Kinder. Alle öffentlichen Einrichtungen mussten schließen, für minderjährige Kinder lief lediglich eine eingeschränkte Notfallbetreuung. Ansonsten wurde der Lehrbetrieb sowohl in Schulen als auch an Universitäten auf online-Lehre umgestellt. Ein Modell, was wohl auch im Wintersemester 2020/21 weitergeführt werden soll. Nach Information der Goethe-Universität Frankfurt wird geplant, auch in den kommenden Semestern nur in Ausnahmefällen Präsenzlehre zu erlauben.

Doch nicht nur die Lehre, auch der internationale Wissenschaftsaustausch geriet ins Stocken. So wurden alle wissenschaftlichen Messen, Kongresse, wie auch Auslandsforschungsaufenthalte sowie Austauschprogramme zwischen Partneruniversitäten bis auf weiteres untersagt. Auf Instagram veröffentlicht die Uni regelmäßig Updates zur aktuellen Situation.

Frankfurt Goethe-Universität für Besucher

Wer sich die Goethe-Universität Frankfurt gerne von innen ansehen möchte, hat hierzu zahlreiche Möglichkeiten. Zum einen können öffentliche Lehrveranstaltungen, Vorträge und Seminare auch von Außenstehenden besucht werden, zum anderen steht die geräumige Universitätsbibliothek all jenen zur Verfügung, die sich einen Bibliotheksausweis ausstellen lassen. Dieser berechtigt zur Nutzung der Lernzentren sowie zur Ausleihe von Fachliteratur. Der Ausweis kann online über das Portal der Universitätsbibliothek beantragt und schließlich vor Ort abgeholt werden.

Einmal jährlich veranstaltet die Goethe-Universität zudem einen „Kinder-Uni“-Tag, an dem kleine Nachwuchswissenschaftler das Institut hautnah erleben und an vielen interaktiven Spielen teilnehmen können.

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa

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