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Die Fertigstellung des Jüdischen Museums in Frankfurt verzögert sich erneut.

Museen in Frankfurt

Boom in der Baubranche sorgt für zahlreiche Verzögerungen in Frankfurt

Viele Aufträge, beschäftigte Firmen - der Baubranche geht es gut. Das ist ein Grund, weshalb sich zahlreiche Projekte in Frankfurt verzögern.

Eine ganze Reihe von Museen wird derzeit in Frankfurt aus-, um- oder neu gebaut. Es geht aber nicht so schnell wie geplant. Ein Grund: vielbeschäftigte Baufirmen. Das Deutsche Romantik-Museum und das Jüdische Museum sind nur zwei Beispiele.

Beim Richtfest für den Neubau des Jüdischen Museums 2018 wurde die Eröffnung für Sommer 2019 angekündigt. Anfang dieses Jahres rutschte der Termin auf Anfang November. Nun ist die Eröffnung nach Angaben des Kulturdezernats für März 2020 geplant. „Es handelt sich bei dem Neubau um ein sehr ehrgeiziges Bauwerk, einen emblematischen Museumsbau“, sagte Dezernats-Sprecherin Jana Kremin. „Die wenigen spezialisierten Baufirmen, die eine solch komplexe Architektur mit entwickeln und umsetzen können, sind aufgrund der baulichen Hochkonjunktur stark gefordert.“

Romantik Museum in Frankfurt: der erster Spatenstich liegt drei Jahre zurück

Ganz ähnlich sieht es beim Romantik-Museum aus. Nach jahrelanger Diskussion wurde 2016 endlich der erste Spatenstich gesetzt - und stolz verkündet: Bis Anfang 2019 wird neben Goethes Geburtshaus das erste Museum für die deutsche Romantik entstehen. Der Termin ist längst verstrichen. Aktuell rechnet das Freie Deutsche Hochstift als Betreiber des neuen Museums „mit der Übernahme des Gebäudes Endes Jahres“. Danach „werden mindestens eineinhalb Jahre für Innenausbau und Einrichtung benötigt“, so Sprecherin Kristina Faber. Mit einer Eröffnung ist also frühestens Mitte 2021 zu rechnen.

Als Grund wird auch hier die Baukonjunktur genannt. „Wie uns die für den Bau zuständige ABG Frankfurt Holding vor kurzem mitgeteilt hat, konnten die ursprünglich anvisierten Termine aufgrund unvorhergesehen ausgefallener Firmen nicht eingehalten werden“, sagte Faber. „Hier hat sich die landesweit sehr lebhafte Baukonjunktur leider nachteilig ausgewirkt“.

Techno-Museum in Frankfurt: Dem MOMEM fehlt das Geld

Im Romantik-Museum sollte endlich auch die Fliegende Volksbühne von Michael Quast eine feste Spielstätte bekommen. Doch auch diese Eröffnung musste verschoben werden. „Ursache waren bauliche Verzögerungen infolge eines Schimmelbefalls im Untergeschoss der Theaterbaustelle“, teilte das Kulturdezernat mit. Nun sollen die Räumlichkeiten Anfang Dezember übergeben werden, Ende Januar will Quast die erste Premiere im neuen Theater feiern.

Etwas anders liegt der Fall bei Deutschlands erstem Museum für elektronische Musik, dem MOMEM. Es soll an der Hauptwache entstehen, in den Räumen des früheren Kindermuseums. Mitte 2018 haben die privaten Betreiber der Schlüssel erhalten, sie dürfen die Räume kostenlos nutzen. Seitdem ist nicht viel passiert. Das Kulturdezernat verweist auf die Fraktionen der Römer-Koalition. Sie führten derzeit „Gespräche über eine Anschubfinanzierung des privaten Museums“. (red/dpa)

Derweil wird in Sachsenhausen in Frankfurt an der S-Bahn-Station Mühlberg nach zwei Jahren endlich die Rolltreppe erneuert.*

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