+
Christina Geier und Marlen Richter (v.l.) öffnen ihren Laden „Die Auffüllerei – unverpackt einkaufen“ an der Höhenstraße 40.

Zahnpasta aus dem Pfandglas

In Bornheim eröffnet Frankfurts dritter Unverpackt-Laden

  • schließen

Am Samstag eröffnet die Auffüllerei, der dritte Unverpackt-Laden Frankfurts. Rund 600 Artikel des täglichen Bedarfs bietet das Geschäft an der Höhenstraße.

Frankfurt - Löffelweise Backpulver und Pfeffer, hölzerne, abwaschbare Ohrenstäbchen, Shampoo in Form eines Meisenknödels und Zahnseide mit Bienenwachs aus dem Glasröhrchen. Rund 600 Lebensmittel und Artikel des täglichen Bedarfs werden demnächst in der „Auffüllerei“ an der Höhenstraße angeboten. Am kommenden Samstag eröffnen Marlen Richter und Christina Geier ihren neuen Unverpackt-Laden.

Frankfurt: Unverpackt-Laden mit Voll-Sortiment in Bornheim

Noch sind die meisten Glasbehälter leer, aus denen sich Kunden künftig selbst etwa Nüsse, Getreide, Nudeln, und Trockenfrüchte abfüllen können. Doch täglich kommen neue Säcke und Kisten dazu. Mehrere Bonbongläser sind bereits mit Gewürzen gefüllt, weitere mit Keksen und Gummibären. In kleinen Fässern stehen Spül- und Waschmittel zum Abzapfen bereit. „Wir versuchen, ein Vollsortiment anzubieten“, sagt Richter.

In diesem Sinne gibt es auch Hygieneartikel wie Zahnpasta im Pfandglas und eine kleine Auswahl an regionalem und saisonalem Obst und Gemüse, vegetarische Aufstriche, Milch, Käse und Milchprodukte. Eine Manufaktur liefert unverpackten Tofu, eine weitere handgemachte Nudeln – aus Kastanien, Kichererbsen und Linsen. Mit einem befreundeten Winzer haben die beiden Inhaberinnen ein Pfandsystem ins Leben gerufen. Alle Flaschen, die Kunden zurückbringen, gehen wieder nach Ingelheim. Richter und Geier bevorzugen regionale und von Bioland zertifizierte Waren.

Unverpackt-Laden in Frankfurt: Idee schon seit Jahren

Das Prozedere in der Auffüllerei ist simpel. Kunden können eigene Behälter mitbringen, diese abwiegen und anschließend mit der gewünschten Menge befüllen. Neues und Unbekanntes können Kunden so problemlos ausprobieren, sagt Geier, „man kann auch nur ein Löffel voll kaufen oder nur eine Dattel“. Und wer keine eigene Behälter hat, kann Taschen und wiederverwertbare Gläser erhalten. Zudem möchten sie Kunden bitten, alte Gurken- und Marmeladengläser zu bringen, die sie kostenlos weitergeben wollen.

Die Idee zur Auffüllerei hatte Marlen Richter. Schon seit Jahren beschäftigt sie sich mit den Themen Nachhaltigkeit und Müllvermeidung. „Wir können die Welt nicht verändern, aber jeder kann einen eigenen kleinen Beitrag leisten.“ Ein gutes Beispiel seien Nudeln, sagt Geier. In der Regel werde eine Packung aufgerissen, geleert und weggeworfen. „Das muss nicht sein. Dass ist eine Gewohnheit, die man leicht ändern kann.“

Ein Jahr lang haben Geier und Richter nach einem geeigeneten Laden gesucht. Schwierig sei es gewesen, ein Geschäft mit großem, trockenen Lager zu finden. Schließlich wird ein Großteil der Waren in 25-Kilo-Säcken angeliefert. Fündig wurden sie in der ehemaligen Videothek.

Frankfurt: Das sind die anderen Unverpackt-Läden der Stadt

Die Auffüllereian der Höhenstraße 40 wird am kommenden Samstag, 23. November, um 10 Uhr eröffnet. Künftig kann man in dem Geschäft montags bis samstags von 10 bis 19 Uhr einkaufen. Hinter dem Haus gibt es Fahrradständer und zwei Kundenparkplätze. Kontakt: https://dieauffuellerei.de

In Frankfurtgibt es zwei weitere reine Unverpackt-Läden: Den Anfang machte Gramm-Genau in der Adalbertstraße in Bockenheim. Seit Juli gibt es ULF, was für Unverpackt-Laden Frankfurt steht, an der Ecke Saalgasse/Zum Pfarrturm (Altstadt).

Auch andere Hessen machen mit. Den Anfang im Main-Taunus-Kreis haben zwei Frauen in Kelkheim gemacht. Sie haben den ersten Unverpackt-Laden in Kelkheim eröffnet – Und er hat schon Stammkunden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare