Unterschriftenaktion für den Erhalt aller Parkplätze: Anwohner machen in Freiligrath- und Mainkurstraße mobil.
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Unterschriftenaktion für den Erhalt aller Parkplätze: Anwohner machen in Freiligrath- und Mainkurstraße mobil.

Unterschriftenaktion

Konflikt um mobile „Grüne Zimmer“ in Bornheim: Anwohner kämpfen um ihre Parkplätze

  • vonGernot Gottwals
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Wegen der mobilen "Grünen Zimmer" in Frankfurt-Bornheim fürchten die Menschen Platznot und Zecher-Lärm in ihrem Wohnquartier. Unterschriften sollen nun die Pflanzenwände verhindern.

  • In Frankfurt regt sich Protest gegen ein Projekt der Goethe-Uni.
  • Die Anwohner stören sich an den „Grünen Zimmern“: Mobilen Pflanzenwänden
  • In Bornheim fürchtet man Müll, Unruhe und wegfallende Parkplätze

Frankfurt - Auf den ersten Blick mutet es wie idyllische Nachbarschaft an: Bewohner der Freiligrathstraße "ziehen" ins mobile "Grüne Zimmer" an der Ecke zur Mainkurstraße und haben die Bierflaschen dabei. Doch in Wahrheit befürchten sie, dass das Grüne Zimmer Bornheimer Kneipengänger anzieht, die nach dem Zapfenstreich dort weiterfeiern, die Straße vermüllen und ihnen die Nachtruhe rauben.

"Unser Gruppenfoto entstand, als ein mobiles ,Grünes Zimmer' in Form einer Rasenwand mit Sitzbänken bis vorige Woche probeweise aufgestellt war", sagt Anwohner Philipp Müller. Am Samstag baute er mit seinen Mitstreitern einen Stand auf, um Unterschriften gegen das von der Goethe-Uni initiierte Projekt "Quartier Mobil" zu sammeln, das in der Freiligrathstraße bis zu vier mobile "Grüne Zimmer" vorsieht.

Frankfurt: Bewohner kämpfen in Bornheim für ihre Parkplätze - Unterschriften gegen Projekt

"Das würde bedeuten, dass trotz großem Parkdruck und den neuen Bewohnern, die in die Wohnblöcke der Nassauischen Heimstätte ziehen, in unserer Straße bis zu 60 von 110 Parkplätzen wegfallen", sagt Müller. 60 weitere Unterschriften konnten die Anwohner jetzt gegen das Projekt sammeln. Bei einer ersten Protestaktion vor zwei Jahren kamen 120 Unterschriften zusammen. Doch nicht nur Anwohner fürchten um ihre Parkplätze. So unterschreibt auch Christian Engeler, der seine Christalo-Bar zu einem Restaurant ausbauen möchte. "Viele meiner Gäste werden wegbleiben, wenn sie ihr Auto nicht abstellen können."

"Da die Anwohnerparkregel nur morgens und am Nachmittag gilt, gibt es dann nach Feierabend wirklich zu wenig Stellplätze", befürchtet Anwohnerin Tiny Kerber. Zudem sei die Belastung durch Müll und Lärm schon jetzt unerträglich. "Das mobile ,Grüne Zimmer' stand noch keinen ganzen Tag, da wurde es bereits als Abladeplatz missbraucht."

Frankfurt: Ärger um „Grüne Zimmer" - Anwohner befürchten Lärm und Dreck

Eine weitere Bewohnerin erklärt: "Immer mehr Partygänger kommen schon jetzt von den umliegenden Kneipen und sogar der Berger Straße, trinken und kiffen und ich muss morgens die Reste aufsammeln, Scherben und Kippen wegkehren." Niemand sei gegen Begrünung, um die immer heißeren Sommer erträglich zu machen, betont Kerber. "Deshalb sind unsere Innenhöfe bepflanzt, und wir können gerne noch weitere Fassaden begrünen und auf der Straße Bäume pflanzen", findet Müller.

Bereits 2017 schlug der Ortsbeirat 4 (Ostend, Bornheim) eine Begrünung mit Bäumen und den Bau von Gehwegnasen vor. Der Magistrat ließ prüfen, wo mit Rücksicht der Ver- und Entsorgungsleitungen Baumstandorte ausgewiesen werden können. Zwischenzeitlich wurde man im Bundesforschungsprojekt "Quartier Mobil" auf die Freiligrathstraße aufmerksam und beschloss, das Quartier in die Leitinitiative Zukunftsstadt für urbane und umweltschonende Mobilität aufzunehmen. Als vor zwei Jahren die Planungen begannen und statt Bäumen Mobile Grüne Zimmer ins Gespräch kamen, legten Anwohner im Ortsbeirat Protestunterschriften vor. "Das hat nichts gebracht, jetzt werden wir erneut in den Ortsbeirat gehen", sagt Philipp Müller.

Diskussion um „Quartier Mobil" in Frankfurt-Bornheim: Befürworter und Gegner

"Diese Darstellung ist sehr verkürzt", verteidigt Ortsvorsteher Herrmann Steib (Grüne). Es hätten sich auch viele Anwohner gemeldet, die das Quartier Mobil befürworteten. "Nun muss man analysieren, ob es mehr Befürworter oder mehr Gegner gibt, und dann geeignete Kompromisse finden", findet Steib.

Die Stimmen der Befürworter kennt auch CDU-Fraktionschef Bodo Pfaff-Greiffenhagen. "Aber wenn jetzt so viele dagegen sind, dann müssen wir diese Bürger mehr berücksichtigen und ihren Einwänden Rechnung tragen." Offen ist er auch für Anregungen, mehr Parkplätze schaffen und dafür eine Fahrspur auf der Saalburgallee wegzunehmen.

Bei Aktion unterschreiben

Unterschriftenaktionen sind für 2. Oktober, 14 bis 17 Uhr, und 10. Oktober, 11 bis 14 Uhr, an der Ecke Freiligrath-/Mainkurstraße vorgesehen

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