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Fast zehn Jahre ist es her, dass die Vereine für den Erhalt der Übungsstätten im Bunker demonstriert haben. Genutzt hat es nichts - das Gebäude in der Petterweilstraße dient nur noch als Lager. Das soll sich ändern.

Angst vor Vertreibung

Kampf um den Bunker in Bornheim: Vereine wollen bleiben

Der Ortsbeirat 4 spricht sich dafür aus, dass Vereine, die den Bunker in der Petterweilstraße in Frankfurt nutzen, dort bleiben können und die Räume nicht mehr nur als Lager nutzen dürfen.

Frankfurt - Das "Rockmobil" der Caritas ist ein Projekt, das auch mit schwierigen Jugendlichen arbeitet. Gemeinsam wird musiziert und dabei die Persönlichkeit der jungen Teilnehmer weiterentwickelt. Die Instrumente, die die rollende Musikwerkstatt dafür benötigt, werden im Bunker in der Bornheimer Petterweilstraße gelagert.

Thomas Müller, der langjährige Leiter, erinnert sich noch gut daran, dass bis vor sechs Jahren auch etwa zehn andere Bands die Luftschutzräume nutzten. Doch als wegen Brandschutzauflagen das Spielen und Proben dort nicht mehr erlaubt war, suchten sie das Weite. Müller und sein Team waren derweil froh, zumindest noch eine Möglichkeit zu haben, ihr Equipment aufzubewahren.

Bornheim: Kommen Wohnungen auf dem Areal?

Jetzt treibt sie die Befürchtung um, selbst diese zu verlieren. Denn auf dem Areal, das die Stadt erwarb, sollen Wohnungen entstehen. Obwohl der Bunker selbst dafür offiziellen Angaben nach nicht weichen soll, zeigten sich Müller und sein Nachfolger Christian Wolff in der Bürgerfragestunde während der Ortsbeiratssitzung für den Ortsbezirk 4 (Bornheim, Ostend) am Dienstag von zwei Schreiben irritiert, die sie in den vergangenen zwei Monaten erhalten haben. Darin werden sie vom Amt für Bau und Immobilien gefragt, ob sie eventuell vom Erdgeschoss in den ersten Stock umziehen könnten.

"Das ist für uns schwierig", erklärte Müller. Denn da man mobile Arbeit betreibe und ständig den Transportbus be- und entladen müsse, sei man auf die untere Ebene angewiesen. Zudem sei die Fläche darüber bereits an andere Clubs wie den ebenfalls bei der Tagung im Bethanienkrankenhaus vertretenen Karneval-Verein 1911 mit seiner Maa-Gard vergeben.

Bunker in Bornheim: Angst vor Vertreibung

Die städtischen Anfragen schüren die Angst vor einer Vertreibung, zumal über den Vereinsring auch andere potenzielle und ehemalige Nutzer Interesse bekundet haben. Der Ortsbeirat hat reagiert und einen Antrag an den Magistrat verabschiedet. Danach soll dieser dafür sorgen, dass die den Bunker nutzenden Vereine die Immobilie nicht verlassen müssen. Das Führungsgremium wird zudem darum gebeten, dafür zu sorgen, dass "auf absehbare Zeit" auch wieder Aktivitäten darin möglich sind, die über das Einlagern von Gegenständen hinausgehen. "Auch für den Fall, dass Wohnungen auf dem Gelände geplant sind", heißt es.

Die CDU-Fraktion tat sich schwer, durch einen Zusatz die bereits im Bunker residierenden Vereine zu bevorzugen. "Ich will mich ungern an einer Vorauswahl der Nutzer beteiligen", so der Fraktionsvorsitzende Bodo Pfaff-Greiffenhagen. In der Sache stimmten die Christdemokraten aber zu. Für den SPD-Fraktionschef Darius Shafiei-Mehryar (SPD) warnte: Selbst wenn Vereine bleiben dürften, sei noch nicht geklärt, über welche Flächengröße man dabei spreche.

von Katja Sturm

Als die Stadt Frankfurt 2017 den Bunker in der Schäfflestraße kaufte, sollte das den Vereinen die Möglichkeit geben, dauerhaft dort zu bleiben.

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