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Das Pilotprojekt in Bornheim startet Anfang des Jahres. Pendler müssen zahlen, Bewohner können einen Parkausweis beantragen. (Symbolbild)

In Zukunft mehr Kontrollen

Schluss mit lustig: Falschparker drohen in Bornheim deftige Strafen

Das Pilotprojekt zum Parken in Frankfurt Bornheim startet. Parken kann man für Geld oder mit Parkausweis - Falschparkern drohen deftige Strafen.

  • Parken in Frankfurt Bornheim nicht mehr kostenlos
  • Anwohner können Parkausweis beantragen
  • Falschparkern drohen Strafen

Update vom Montag, 13.01.2020, 09.33 Uhr: Ab Montag (13.01.2020) tritt die neue Parkregelung in Bornheim in Kraft. Kostenloses Parken ist damit Geschichte. Teile des Viertels werden in vier Parkzonen für Bewohner eingeteilt. Mit Parkausweisen können diese dort parken - Pendler und Besucher müssen einen Parkschein ziehen. 

Frankfurt Bornheim: Neue Parkausweise für Anwohner - Diese Strafen drohen

Die dafür nötigen neuen Parkscheinautomaten sind geliefert und aufgestellt, wie ein Sprecher des Verkehrsdezernats Frankfurt bestätigt. Ursprünglich wurde dafür bereits ein Termin Ende Dezember genannt, dieser konnte allerdings dann doch nicht eingehalten werden. 

Ab heute ist es dann aber soweit: Wer regelwidrig in Bornheim parkt, riskiert ein Knöllchen zu bekommen. In Frankfurt gelten dafür die gesetzlichen Strafen: Laut Bußgeldkatalog.org können dafür bis zu 30 Euro fällig werden, je nach Parkdauer. 

Laut dem Sprecher der Stadt hat Frankfurt zusätzliche Stellen zur Kontrolle geschaffen, das nötige Personal dafür werde momentan ausgebildet und solle dann im Laufe des Jahres eingesetzt werden. Für die Kontrolle in Bornheim sei allerdings nicht extra Personal angestellt worden, die Kontrolleure seien in ganz Frankfurt aktiv.

Frankfurt Bornheim: Parkplätze sind nicht mehr kostenlos

Erstmeldung vom Dienstag, 07.01.2020, 16.11 Uhr: Frankfurt - Die einen freut's, die anderen ärgert's. Mit dieser simplen Erkenntnis lässt sich die neue Parkregelung für Teile Bornheims auf den Punkt bringen. Der ursprünglich fürs Jahresende angekündigte Start im Nordwesten Bornheims - das Gebiet wird östlich von der Seckbacher Landstraße und südlich von der Weidenbornstraße begrenzt - ist allerdings schon wieder Makulatur. Wie Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) verkündete, können die georderten Parkautomaten wegen Lieferschwierigkeiten nicht rechtzeitig aufgestellt werden. Ja, ja: Aller Anfang ist eben schwer.

Frankfurt Bornheim: Kritik an der neuen Parkregelung

Und Kritik gibt es obendrein an der neuer Parkregelung. Beispielsweise vom Stadtverordneten Bernhard Ochs (Die Frankfurter). Er findet es zwar völlig richtig, dass Autofahrer bezahlen sollen, wenn sie ihr Fahrzeug in Frankfurt auf der Straße parken. Eine Sache ärgert ihn aber an der neuen Regelung, die zunächst als Pilotprojekt in Bornheim startet und später für ganz Frankfurt gelten soll. "Wenn ein Bernemer seinen Enkel in Bonames besuchen möchte und mit dem Auto fährt, muss er zahlen. Das geht überhaupt nicht", denkt Ochs schon in die Zukunft.

Frankfurt Bornheim: Vier Zonen für Bewohner kommen

Das neue Konzept soll dafür sorgen, dass Pendler und Langzeitparker die Stellplätze nicht mehr blockieren. So soll Anwohnern die Parkplatzsuche erleichtert werden. Neu an dem Konzept ist, dass das Parken künftig generell nicht mehr kostenlos ist. Das Pilotgebiet in Bornheim wird in vier Bewohnerparkzonen (38, 39, 40, 41) aufgeteilt. Wer dort mit Hauptwohnsitz gemeldet ist, kann einen Parkausweis bei der Stadt beantragen. Dieser ist zwei Jahre gültig und kostet 50 Euro. Innerhalb des Geltungsgebietes können Bewohner parken, wo sie wollen. Alle anderen müssen einen Parkschein ziehen.

Ab Anfang des Jahres entfallen die kostenlose Parkplätze in Bornheim peu à peu. Das Viertel wird in vier Bewohnerparkzonen aufgeteilt, die Bewohner können Parkausweise beantragen für 50 Euro für zwei Jahre. © OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA / FNP Infografik

Bei der Vorstellung des Konzeptes in der Februar-Sitzung des Ortsbeirates 4 (Bornheim, Ostend) hatte Grünen-Sprecher Martin Ried das ausgesprochen, was die Mehrheit der Anwesenden wohl gedacht hat. "Wir haben 20 Jahre darum gebeten. Endlich ist es so weit, herzlichen Dank dafür." Allerdings sei die Regelung nur sinnvoll, wenn die Einhaltung auch rigoros kontrolliert werde, gab ein Zuhörer damals zu bedenken.

Der Einwand ist natürlich völlig berechtigt. Warum sollten Bewohner 50 Euro dafür bezahlen, wenn sich an der Situation dann nichts ändert, sie stundenlang im Kreis fahren müssen und sich dann doch ins Parkverbot stellen müssen. Andererseits sagen sich Pendler: Warum einen Parkschein ziehen, wenn doch sowieso nur unzureichend kontrolliert wird? Mit der Zeit rechnet sich das schon.

Frankfurt Bornheim: FDP fordert Ausnahmeregelungen für das Parken

Oesterling sollte sich ganz genau überlegen, ob zusätzliches Personal sinnvoll ist. Die Antwort liegt ohnehin auf der Hand. Und der Verkehrsdezernent sollte das Vertrauen nicht verspielen bei den Bornheimern.

Die FDP fordert Ausnahmeregelungen für Handwerk und Kleingewerbetreibende. Sie sollen bis zu zwei Fahrzeuge frei parken dürfen, wenn sie einen "Handwerkersonderparkausweis" erwerben. Bislang dürfen Handwerker Firmenwagen auf bewirtschafteten Stellflächen und in Anwohnerparkflächen parken, wenn sie ihre Arbeit ausüben. Wenn jedoch der Betrieb sich in der geplanten ausgewiesenen Zone in Bornheim befindet, gilt der Handwerkerparkausweis nicht. Das bedeute, dass Handwerker im eigenen Stadtbezirk nicht kostenlos parken dürfen, wenn sie dort Aufträge annehmen, kritisierte die FDP.

Frankfurt Bornheim: Park & Ride ausbauen

Grundsätzlich befürworten die Bornheimer die neue Parkregelung aber. Sinn ergibt sie allemal - auch mit Blick auf die Umwelt. Wer abends beim Parkplatzsuchen keine Runden drehen muss, pustet keine Abgase in die Luft. Und Zeit spart man sich sowieso. Pendler hingegen könnten Oesterling vorwerfen, dass der öffentliche Nahverkehr ausbaufähig ist, Park & Ride-Parkplätze fehlen nämlich. 

Matthias Bittner

SeitJanuar kann im ersten Quartier von Frankfurt Bornheim nicht mehr kostenlos geparkt werden. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling lehnt eine Sonderregel für Betriebe indes ab.

Das neue Parkraumbewirtschaftungskonzept rückt immer näher. Noch in diesem Jahr soll ein Teil Bornheims entsprechend umgestellt werden, kostenloses Parken für Nicht-Anwohner ist dann passé.

Gute Nachrichten gibt es für Partygänger in Frankfurt: Das Berger Straßenfest findet auch 2020 statt. Am Wochenende 23. und 24. Mai verwandelt sich die Berger Straße auf dem Abschnitt zwischen Anlagenring und Höhenstraße wieder in eine Partymeile.

In der Nordweststadt in Frankfurt sorgen parkende Autos für Ärger*. Dort sind selbst wichtige Rettungswege blockiert.

*fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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