Wer trifft? Links, rechts, Doppeltreffer? Zwei jugendliche Degenfechter bei den Schulmeisterschaften im neuen Fechtraum des FTV 1860 mit den beiden fest montierten Bahnen. Die Siegel dienen im Training der Haltungskontrolle. foto: kammerer
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Wer trifft? Links, rechts, Doppeltreffer? Zwei jugendliche Degenfechter bei den Schulmeisterschaften im neuen Fechtraum des FTV 1860 mit den beiden fest montierten Bahnen. Die Siegel dienen im Training der Haltungskontrolle.

Stadtschulmeisterschaften

FTV weiht neue Fechthalle: Elegant mit dem Degen in der Hand

  • vonKatja Sturm
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Der Frankfurter Turnverein hat die Fertigstellung seiner neuen Fechthalle mit einem Turnier gefeiert. 

Frankfurt – Gegen Anfänger zu fechten, findet Valerio "kompliziert". Während man geschulte Gegner "ausrechnen" könne, sei man bei denjenigen, die kaum wissen, wie man mit einem Degen umgeht, oft nicht darauf gefasst, was sie tun, erklärt der Elfjährige. So stellten die Stadtschulmeisterschaften am Samstag im Ravensteinzentrum des Frankfurter Turnvereins von 1860 für den jungen Sportler, der fast jeden Tag nach Schule und Hausaufgaben mit dem Üben seiner Lektionen auf der Planche verbringt, eine besondere Herausforderung dar. Denn hier trafen wettkampferprobte Duellanten auf Altersgenossen, die vielleicht nur einmal in der Woche bei Schul-AGs Spaß mit der Waffe haben. 

Frankfurt-Bornheim: Jeder kämpft gegen jeden

Insgesamt 62 Kinder und Jugendliche aus 28 Schulen im Alter zwischen 8 und 16 Jahren kamen so bei der 35. Auflage der Titelkämpfe zusammen. Um die insgesamt zehn Wettbewerbe, in denen erst jeder gegen jeden kämpfte, bevor es in K.o.-Runden weiterging, möglichst rasch abwickeln zu können, bot es sich an, neben der großen Halle auch den kleinen Fechtraum nebenan zu nutzen, dessen Umbau erst im Dezember abgeschlossen wurde. Auf den beiden jetzt fest in den Boden eingearbeiteten Metallbahnen fanden somit erstmals Turniergefechte statt. Zudem nutzten die FTV-Verantwortlichen die Gelegenheit, den Saal, der auch sonst modernisiert wurde, offiziell zu eröffnen.

Die Maßnahme hatte man unter anderem ergriffen, um im Training auf Bahnen zu fechten, die den Wettkampfregeln entsprechen. Dafür musste der Raum so vergrößert werden, dass die Planchen darin um eineinhalb auf 14 Meter verlängert werden konnten. Das angrenzende Foyer wurde dafür verkleinert, das Klavier, das dort stand, in eine Kammer verbannt.

Die Arbeiten sollten bereits im Sommer beendet sein. Doch es gab, so die stellvertretende FTV-Vorsitzende Ute Müller-Kindleben, Probleme mit dem Unternehmen, das den Boden herrichten sollte. Zudem erhöhten sich die Brandschutzforderungen.

Die Fechter, die auch einiges wie den Materialraum in Eigenregie verschönten, suchten sich laut Abteilungsleiterin Nadine Giannolo, der Mutter von Valerio, während der Bauarbeiten immer irgendwo ein Plätzchen, an dem sie weitertrainieren konnten. Dennoch waren die Bedingungen in dieser Zeit nicht einfach. Umso größer sind nun Freude und Erleichterung. "Jetzt wollen alle nur noch auf diesen beiden Bahnen fechten", sagt Giannolo. 

Frankfurt-Bornheim:  Fechthalle viel teurer als gedacht

Die Kosten waren laut dem Ehrenvorsitzenden Gerd Kindleben auch dadurch gestiegen, dass bei der Elektrik mehr erneuert werden musste, als man ahnte. Finanzchefin Edith Weidlich-Bittersmann rechnet vor, dass etwa 150 000 Euro anfielen, von denen die Stadt 50 Prozent und das Land 30 Prozent übernahmen. Den Rest musste der FTV selbst aus seinen Mitgliederbeiträgen heraus stemmen. Für weitere 40 000 Euro, die zum gleichen Paket gehören, wurde die Schließanlage erneuert. Nun können die Vereinsoberen genau kontrollieren, wer wo ein- und ausgeht.

Ruhe kehrt damit nicht ein. Die FTVler haben schon wieder neue Pläne, was sie demnächst an Investitionen angehen. Gerade weil die Stadt derzeit die Hälfte zahlreicher Maßnahmen übernimmt, sei die Gelegenheit günstig, und in einem Bauwerk wie dem eigenen Vereinsheim, das noch aus den 50er-Jahren stammt, liegt immer etwas an.

Die Fechter sind aber erst einmal mit ihrer Trainingsstätte zufrieden. Die neuen Bahnen bergen den Vorteil, dass Bodentreffer nicht mehr mit denen am Körper verwechselt werden können. Das ist nicht nur wichtig, wenn man einem noch ungelenken Anfänger gegenübersteht. 

Von Katja Sturm

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