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Manfred Wessel hielt die Rede zur Eröffnung der Saison im Botanischen Garten in Frankfurt.

Geöffnet

Frankfurt: Botanischer Garten öffnet seine Pforten

Der Botanische Garten hat die neue Saison eröffnet. Dank des milden Winters stehen viele Pflanzen bereits in der Blüte.

Erstmals seit 2005 übernimmt Manfred Wessel keine Führung zum Saisonbeginn des Botanischen Gartens, sondern beschränkt sich auf die Eröffnungsrede. Rund 80 Gäste haben sich trotz Regen und Wind eingefunden. Wessel, Technischer Leiter des grünen Kleinods, verabschiedet sich langsam in den Ruhestand, in den er Ende des Jahres nach 28 Jahren im Botanischen Garten geht.

Die Führungen überlässt er an diesem Vormittag seinem Stellvertreter Andreas König und Gartenmeister Wolfgang Pomper sowie zwei Mitstreitern aus dem 2001 gegründeten Freundeskreis des Botanischen Gartens. Auf der acht Hektar großen Fläche wachsen rund 5000 Pflanzenarten. Darunter einheimische und südländische Pflanzen, Kräuter und Gewürzpflanzen, solche, die sich in Mooren oder im Hochgebirge wohlfühlen, oder Sträucher, die auf dem asiatischen Kontinent beheimatet sind.

Wessel blickt in seiner Eröffnungsrede noch einmal zurück auf die vergangenen Jahre. Gerade in den ersten 2000er Jahren habe die Existenz des Botanischen Gartens auf der Kippe gestanden, erzählt er. Zu der Zeit, als die Goethe-Universität mit ihren naturwissenschaftlichen Fachbereichen auf den Riedberg gezogen sei und den Botanischen Garten am Ende der Siesmayerstraße nicht mehr benötigt habe.

Ein „Beirat Zukunft“ sei damals gegründet worden, der fast drei Jahren lang intensiv nach Lösungen gesucht habe, um den Botanischen Garten zu retten. „Diese dramatische Situation von einst gibt es heute so glücklicherweise nicht mehr“, sagt Wessel. Seit 2012 gehört der Botanische Garten der Stadt.

Darüber, dass dessen Zukunft sicher ist, freuen sich auch die vielen Besucher zum Saisonbeginn – überwiegend treue Gäste des Gartens. Und der hat selbst im Februar einiges zu bieten, wie sich bei einem Rundgang zeigt.

Nicht nur ein lila blühender Rhododendron oder der weiß blühende Schneeball zeigen sich von ihrer schönsten Seite, auch die Schneeglöckchen und gelbe Narzissen stehen in voller Blütenpracht auf einer Wiese. „Die Narzissen sind in diesem Jahr vielleicht ein wenig zu früh“, sagt Wolfgang Pomper. Viele der Frühblüher blühten bereits seit geraumer Zeit aufgrund des milden Winters, aber immer noch zeitgerecht. Auch dass das Jahr 2019 viel zu trocken gewesen sei, könne er für den Botanischen Garten nicht bestätigen. „Die Messstation, die wir hier haben, hat gezeigt, dass der Niederschlag normal war und sich gut verteilt hat“, berichtet er.

Auch die Ährige Scheinhasel, ein gelblich blühender Strauch aus der Familie der Zaubernussgewächse, bringt Farbe in den Botanischen Garten, genauso wie die Blüten des Nieswurz. Pomper verweist auf ein Informationsblatt, das auf die beachtenswerten Pflanzen für die Monate Februar und März aufmerksam macht. Ein Lageplan verdeutlicht, wo sie im Botanischen Garten zu finden sind.

Wenn die Fläche in den Wintermonaten fürs Publikum geschlossen ist, arbeiten die Mitarbeiter daran, den Garten für die neue Saison vorzubereiten. „Winterbaustellen nennen wir das“, erzählt Pomper. Um diese sichtbar zu machen, führt er seine Gruppe zu noch bestehenden Winterbaustellen. So sei etwa geplant, historische Weinreben anzupflanzen. Die Vorbereitungen hierfür seien bereits getroffen. Ein paar Meter weiter soll ein Bestäubungsbeet entstehen, mit dem künftig auch Schülern vermittelt werden soll, welche Funktion Insekten bei der Bestäubung von Blumen und Pflanzen haben.

Von Alexandra Flieth

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