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Frankfurter Bildungsdezernentin: „Müssen 28 neue Schulen gründen“

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Von: Julia Lorenz

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Der Schulentwicklungsplan von Frankfurt sieht vor, dass in den kommenden zehn Jahren 28 neue Schulen in der Stadt entstehen sollen.

Frankfurt -Drei neue Integrierte Gesamtschulen (IGS), eine gymnasiale Mittelstufenschule, ein Oberstufengymnasium, eine Schulumwandlung und erhöhte Kapazitäten in bereits bestehenden Grundschulen: Diesen Bedarf für Frankfurt sieht der neue Schulentwicklungsplan für die Jahre 2020 bis 2029 vor - zusätzlich zu den über 20 Schulen, die bereits beschlossen worden sind. Eine entsprechende Vorlage des Magistrats stand am Montagabend zur Diskussion auf der Tagesordnung des Ausschusses für Bildung und Schulbau.

„Wir müssen in den kommenden zehn Jahren 28 neue Schulen gründen“, rechnete Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) den Stadtverordneten vor. Um dies „zeitnah“ und „schnell“ umsetzen zu können, habe sie eine Stabsstelle gegründet. „Wir wollen die neuen Schulen in Windeseile bauen“, sagte Weber.

Bildungspolitik in Frankfurt: Zahl der Schüler steigt

Die Zeit drängt. Allein in den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Schüler um gut 10 000 auf 58 783 Kinder und Jugendliche im Schuljahr 2019/2020 angestiegen. So steht es in der Magistratsvorlage zur Fortschreibung des Schulentwicklungsplans. Die Statistiker gehen davon aus, dass es dabei nicht bleiben wird. Im Gegenteil. Die Zahl der Einwohner in Frankfurt steigt weiter. Prognosen zufolge soll es bis 2040 rund 21 000 schulpflichtige Kinder mehr geben.

Für die Vorsitzende des Stadtelternbeirats, Rafaela Hartenstein, Grund genug, aufs Tempo zu drücken. „Das größte Problem in den vergangenen Jahren war, dass wir mit dem Bau der geplanten neuen Schulen nicht hinterherkommen“, sagte sie. „Wir müssen dafür sorgen, dass schneller geplant und gebaut wird.“ Zudem dürften die zur Aufstellung der Schulentwicklungsplanung zugrunde gelegten Schülerzahlen nicht weiterhin der „Realität hinterherhinken“. „Wir brauchen eine solide und vorausschauende Planung“, so Hartenstein.

Frankfurt: „Blödsinn, dass wir unversiegelte Flächen nicht bebauen wollen“

Da konnte ihr die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Sara Steinhardt, nur zustimmen. „Wir brauchen aktueller Zahlen und einen Puffer an Schulplätzen“, sagte sie und forderte die Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt auf, ihre Weigerung, neue Flächen zu versiegeln, aufzugeben, ansonsten könne man keine Bauplätze finden.

„Das ist Blödsinn, dass wir unversiegelte Flächen nicht bebauen wollen“, sagte hingegen Julia Frank, bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. Sie wies daraufhin, dass im Koalitionsvertrag stehe, man wolle „nach Möglichkeit“ keine Flächen versiegeln. „Kitas und Schule gehören aber zur Infrastruktur und natürlich wird für sie versiegelt“, sagte Frank.

Immer mehr Schüler drängen in Frankfurt Schulen, doch die Kapazitäten sind begrenzt. Viele Schulen sind rappelvoll. FOTO: dpa
Immer mehr Schüler drängen in Frankfurt Schulen, doch die Kapazitäten sind begrenzt. Viele Schulen sind rappelvoll. © picture alliance/dpa/dpa-Zentral

Neue Schulen in Frankfurt: „Sind eine stetig wachsende Stadt“

Das bekräftigte auch Peter Paul Thoma, der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion. „Wir sind eine stetig wachsende Stadt und es ist unsere Pflicht als Kommune, allen Schülern einen Schulplatz anzubieten“, erklärte er. Dies könne aber nur durch neue Schulbauten gewährleistet werden.

Konkret steht in dem Schulentwicklungsplan 2020 bis 2029 folgendes drin:

Weiterführende Schulen: Wegen der wachsenden Schülerzahlen sollen die Bildungsregionen Mitte, Mitte-Nord und Süd jeweils eine zusätzliche vierzügige Integrierte Gesamtschulen (IGS) bekommen. Außerdem ist eine vierzügige gymnasiale Mittelstufenschule in der Bildungsregion Ost sowie eine sechszügige gymnasiale Oberstufen an der Georg-August-Zinn-Schule, eine IGS in Griesheim, geplant.

Schulumwandlung: Die Magistratsvorlage sieht zudem vor, dass die Edith-Stein-Schule, eine Haupt- und Realschule in Sossenheim, in eine Kooperative Gesamtschule (KGS) mit einem vierzügigen Gymnasialzweig umgewandelt wird, um dem Bedarf an Plätzen an Gymnasien im Frankfurter Westen gerecht zu werden.

Grundschulen: Neue Grundschulen sind in der Fortschreibung des Schulentwicklungsplans nicht vorgesehen. Allerdings soll an einigen Grundschulen die Zügigkeit erhöht werden, um mehr Kinder aufnehmen zu können. Für die Grundschule Heddernheim bedeutet das etwa, dass künftig fünf statt drei Klassen pro Jahrgang unterrichtet werden. Darüber hinaus sollen Grundschulbezirke überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Förderschulen: Für die Förderschulen in der Stadt sieht die Magistratsvorlage vor, dass sowohl die Charles-Hallgarten-Schule als auch die Viktor-Frankl-Schule zum Schuljahr 2022/23 um einen Zweig „Geistige Entwicklung“ ergänzt werden.

Die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans für die Jahre 2020 bis 2029 soll bei der nächsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 20. Oktober beschlossen werden. Anschließend muss noch das Kultusministerium sein Okay geben. (Julia Lorenz)

Während die Stadt dringend neue Schulen braucht, zieht sich die Suche nach einer größeren Heimat für die Europäische Schule Frankfurt seit zehn Jahren hin. Langsam wird es eng.

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