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Frankfurt braucht noch mehr neue Schulen

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Von: Julia Lorenz

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So können mehr Kapazitäten an Schulen geschaffen werden: 2019 wurde die Grundschule am Riedberg mit Modulen erweitert. FOTO: Renate Hoyer
So können mehr Kapazitäten an Schulen geschaffen werden: 2019 wurde die Grundschule am Riedberg mit Modulen erweitert. © Renate Hoyer

Der neueste Entwurf sieht vor: Bis 2029 sollen zu den bisher beschlossenen Schulen fünf weitere hinzukommen. Und das ist noch nicht alles.

Frankfurt -Fünf neue weiterführende Schulen, eine Schulumwandlung und erhöhte Kapazitäten in vier Grundschulen - zusätzlich zu den Schulen, die bereits für die kommenden Jahre beschlossen worden sind: Dieser Bedarf für die Frankfurter Bildungslandschaft geht aus dem Entwurf des integrierten Schulentwicklungsplans 2020 bis 2029 hervor, der am Montagabend im Ausschuss für Bildung und Bauen präsentiert wurde.

Frankfurt: Mehr Schüler in allen Jahrgängen

Frankfurt braucht mehr Schulen, weil die Bevölkerung wächst, auch in der Altersgruppe der Schüler. Deshalb prognostizieren die Statistiker der Stadt bis 2040 mehr Grundschüler sowie mehr Schüler in den weiterführenden Schulen - und zwar in allen sechs Bildungsregionen. "Ein Rückgang ist nirgends zu erwarten", sagte Maren Hullen vom Stadtschulamt bei der Vorabpräsentation des Entwurfs, den das Wuppertaler Institut für bildungsökonomische Forschung erarbeitet hat. Datengrundlage für die Bedarfsermittlung war das Schuljahr 2019/20.

Konkret ist dem Entwurf des Schulentwicklungsplans zu entnehmen, dass drei vierzügige Integrierte Gesamtschulen (IGS) in den Bildungsregionen Mitte, Mitte-Nord und Süd benötigt werden, ebenso wie eine vierzügige gymnasiale Mittelstufenschule in der Bildungsregion Ost und eine achtzügige gymnasiale Oberstufenschule. Hullen erklärte, dass diese Schulformen in den jeweiligen Regionen gebraucht würden, weil der Bedarf höher ist, die Kapazitäten an den bestehenden Schulen aber erschöpft seien. "Wir wollen aber ein ausgewogenes Schulangebot schaffen", so Hullen.

Frankfurter Edith-Stein-Schule wird umgewandelt

Zudem sieht der Entwurf vor, dass die Edith-Stein-Schule, eine Haupt- und Realschule in Sossenheim, in eine Kooperative Gesamtschule (KGS) mit einem vierzügigen Gymnasialzweig umgewandelt wird.

Auch an den Grundschulen soll sich einiges tun. So soll an vier Grundschulen die Zügigkeit erhöht werden, um mehr Schüler aufzunehmen. Für die Brentanoschule in Rödelheim bedeutet das etwa, dass künftig drei statt zwei Klassen pro Jahrgang unterrichtet werden. Zudem sollen mehrere Grundschulbezirke überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. "So können Grundschulen entlastet werden", sagte Hullen.

Für die Förderschulen in der Stadt sieht der Entwurf des integrierten Schulentwicklungsplans vor, dass sowohl die Charles-Hallgarten-Schule als auch die Viktor-Frankl-Schule zum Schuljahr 2022/23 um einen Zweig "Geistige Entwicklung" ergänzt werden.

In Frankfurt ist der Platz rar

Wo genau die fünf zusätzlich geplanten Schulen gebaut werden sollen, steht allerdings noch nicht fest. Die Standorte müssen noch gefunden werden, doch das ist in Frankfurt nicht leicht, es mangelt an passenden Flächen. So stehen bereits in älteren Schulentwicklungsplänen Schulen, die es längst geben sollte, für die aber kein Standort gefunden wurde. Oder es gab Grundstücke, die von der neuen Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt nun aber nicht mehr in Frage kommen. Ein Beispiel sind die Günthersburghöfe im Nordend. Dort waren ein Gymnasium und eine Grundschule geplant. Doch die neue Regierung will nicht mehr auf unversiegelten Flächen bauen. Deshalb muss zumindest für das Gymnasium ein neuer Standort gefunden werden. Eine Grundschule ist ohne Neubaugebiet nicht nötig.

Zuletzt wurde der integrierte Schulentwicklungsplan im Juni 2020 aktualisiert für die Jahre 2018 bis 2024 - mit elf neuen Schulen.

Das letzte Wort haben die Frankfurter Stadtverordneten

Bei dem am Montag vorgestellten Entwurf des Schulentwicklungsplans handelt es sich allerdings erst einmal nur um die Ermittlung von Bedarfen in der Schullandschaft für die kommenden Jahre. Es ist noch nicht die endgültige Vorlage des Magistrats. Sprich: Der Plan ist noch nicht in Stein gemeißelt, es kann noch Änderungen geben. Die Vorlage des Magistrats soll nun in den Geschäftsgang. Das letzte Wort haben dann die Stadtverordneten, bevor das Kultusministerium den Schulentwicklungsplan genehmigt.

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