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Stattliche Bäume stehen im Grüneburgpark. Um das Wohl der grünen Riesen fürchten Mitglieder zweier Bürgerinitiativen.

Nahverkehr

Bürgerinitiativen gegen U4-Anbindung für Goethe-Universität - Angst vor Schäden im Grüneburgpark 

Zwei Bürgerinitiativen machen gegen die U4-Anbindung für die Geothe-Universität mobil. Es besteht Angst um den Grüneburgpark. 

  • Zwei Bürgerinitiativen machen mobil gegen U4-Anbindung für Goethe-Universität
  • Es besteht die Angst vor Schäden im Grüneburgpark
  • U4-Anbindung sei „zu teuer und verkehrspolitisch nicht erforderlich“

Frankfurt - Gegen die U-Bahn-Anbindung der Goethe-Universität formiert sich Widerstand. Zwei Bürgerinitiativen im Westend lehnen den Bau eines Tunnels für den U4-Lückenschluss zwischen Bockenheimer Warte und Ginnheim ab. Sie befürchten Schäden an Bäumen in Grüneburgpark und Palmengarten, wenn darunter ein Tunnel entsteht.

Dann würde "dieses für die Innenstadt unverzichtbare Landschaftsschutz- beziehungsweise Naherholungsgebiet ernsthaft gefährdet", erklären die Aktionsgemeinschaft Westend (AGW) und die Bürgerinitiative Grüneburgpark (BI) in einer gemeinsamen Erklärung. Sie rechnen mit "Gefahren für die Grundwasserströme und für den teilweise jahrhundertealten Baumbestand". Sie begründen ihre Vermutungen in der Erklärung allerdings nicht.

Grüneburgpark in Frankfurt in Gefahr?

Eine Untersuchung dazu hatte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) angekündigt, als er im Dezember die Ergebnisse einer Untersuchung möglicher Trassenverläufe vorgestellt hatte. Die Umweltstudie wird wohl im Lauf des Jahres fertig. Die beiden Gruppen haben ihre Meinung schon gebildet: Sie finden, "dass erneut umwelt- und klimapolitische Bedenken übergangen und abgetan werden" und "sehenden Auges in Kauf genommen wird, dass wertvollem, teilweise jahrhundertealtem Baumbestand einfach das Wasser abgegraben wird". Dass das passiert, habe man nicht selbst untersucht, sagt Bernd Laskus vom AGW-Vorstand. "Wir können nur aus den Erfahrungen bei ähnlichen Projekten sprechen, da sind immer viele Bäume verlorengegangen." Er führt den Bau der U4 vom Hauptbahnhof zur Bockenheimer Warte an, wo die großen Bäume in der Ludwig-Erhard-Anlage gefällt "und bis heute nicht alle ersetzt" worden seien. Dieser Tunnel wurde in den 1990er Jahren in offener Bauweise erstellt. Für den Tunnel nach Ginnheim ist aber ein bergmännisches Verfahren mit einer Tunnelbohrmaschine vorgesehen, wie aktuell im Europaviertel.

Der Tunnel solle so tief unter dem Park verlaufen, dass er die Grünanlage, in der einige der alten Bäume sogar Kulturdenkmale sind, nicht beeinträchtige, erklärte der Technik-Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft VGF, Michael Rüffer, im Dezember. Welche Tiefe nötig ist, soll die ausstehende Untersuchung ergeben.

Anbindung an Goethe Universität: "Verkehrspolitisch nicht erforderlich"

Tunnel und Kurve zur Universität seien auch zu teuer und verkehrspolitisch nicht erforderlich, erklären AGW und BI. Durch eine U-Bahn-Station mitten auf dem Campus würde "die Anbindung der Universität nicht wesentlich verbessert", schreiben sie in ihrer Erklärung. Die Studentenzahl rechtfertige die Investition nicht, ein Ausbau der U-Bahn-Station Holzhausenstraße mit breiteren Treppenaufgängen genüge.

Für nächste Woche haben die Gegner eine "kleine Wanderung durch den Grüneburgpark" angesetzt. Die AGW besteht laut Bernd Laskus aus rund 30 Aktiven. Die Bürgerinitiative Grüneburgpark habe rund 20 Aktive, erklärt deren Sprecherin Gisela Becker.

Man stelle sich nicht gegen die U4-Verlängerung, betont Laskus. Er plädiert dafür, die U4 von der Bockenheimer Warte nicht nach Ginnheim, sondern entlang von Zeppelin- und Miquelallee zu einer Haltestelle für die Universität in Höhe Hansaallee zu führen.

In der Machbarkeitstudie der Stadt waren Trassen entlang von Zeppelin-/Miquelallee/Rosa-Luxemburg-Straße ohne Uni-Anbindung mit 190 bis 210 Millionen Euro kalkuliert worden. Tunnel-Lösungen via Universität sollen 250 bis 320 Millionen Euro kosten. Welche Lösung die volkswirtschaftlich beste ist, hängt davon ab, welchen Nutzen sie hat, etwa wie vielen Fahrgästen sie nutzt. Das muss eine weitere Untersuchung klären, die noch aussteht.

So günstig sind die Direttissima-Lösungen nicht ohne Grund: Für sie wird die Tunnelstrecke in offener Bauweise erstellt, erklärt Ralf Klingbiel vom Büro Schüßler-Plan. Dafür müssten dann jedoch entlang des Westrands von Palmengarten und Grüneburgpark in großer Zahl Bäume gefällt werden. Dennis Pfeiffer-Goldmann

Grüneburgpark Frankfurt: Spaziergang und Präsentation

Der Protestspaziergang durch den Grüneburgpark beginnt am Mittwoch (5. Februar) um 15 Uhr am Eingang Ecke Siesmayerstraße/Grüneburgweg. Die Präsentation der Trassen-Untersuchung beginnt am 10. Februar (Montag) um 19 Uhr im Foyer des Gebäudes PA (Präsidium) auf dem Uni-Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 1.

Eine Anbindung des Uni-Campus Westend ans U-Bahn-Netz würde um die 2 60 Millionen Euro kosten. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung aller Varianten für den U4-Lückenschluss zwischen Bockenheimer Warte und Ginnheim.

Ist erst einmal die Lücke der U4 geschlossen, geht es für viele Fahrgäste schneller voran. Das ergibt sich aus der vorgestellten Untersuchung der Varianten. Außerdem liegt schon fest, wie sich das U-Bahn-Netz ändern soll.

"Grüneburgpark darf nicht untertunnelt werden" – Oesterling stellt weitere Details vor. Ein Ortstermin im Westend: Bürger warnen vor Lösungsvariante für Lückenschluss der U4 zwischen Bockenheim und Ginnheim.

Trotz aller Proteste scheint eine Untertunnelung weiter möglich. Das zeigen die Pläne zum Lückenschluss bei der U4.

Seit Jahren wird über die Umsetzung eines Aufzugs an der U-Bahn-Station Westend diskutiert. Die Pläne stehen längst, doch sind einige Anwohner, angeführt von der Aktionsgemeinschaft Westend (AWG), mit der Verkehrsinsel-Lösung nicht einverstanden.

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