Ein Bus hat in Frankfurt einen Krankenwagen blockiert, der mit einem Patienten ins Krankenhaus musste.
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Ein Bus hat in Frankfurt einen Krankenwagen blockiert, der mit einem Patienten ins Krankenhaus musste.

Zeugen entsetzt

Dramatische Sekunden: Bus blockiert Krankenwagen – Riskantes Manöver

Ein Bus hat in Frankfurt einen Krankenwagen blockiert, der mit einem Patienten ins Krankenhaus musste. Der Grund ist nur auf den ersten Blick absurd.

  • Ein Bus blockiert in Frankfurt einen Krankenwagen
  • Zeugen sind entsetzt
  • Der Grund scheint absurd

Frankfurt – Wolfgang Vinson war entsetzt, als er in der Rangenbergstraße in Bergen-Enkheim in Frankfurt das Gespräch zwischen dem Fahrer des Rettungswagens und der Fahrerin des Linienbusses mitbekam. Gerade telefonierte der Rettungssanitäter mit einem Vorgesetzten der Busfahrerin. Vinson hörte, wie ersterer sinngemäß ins Telefon sagte: "Sie sagen mir gerade ernsthaft, dass mein Patient nicht schnellstmöglich ins Krankenhaus kommt, weil ihre Busfahrerin nicht einmal drei Meter rückwärts fahren darf, um mir Platz zu machen?"

Frankfurt: Linienbus blockiert Krankenwagen in Bergen-Enkheim

So wie der Fahrer des Rettungswagens war auch Vinson ungläubig überrascht angesichts der klaren Weigerung. "Muss nicht jeder einem Rettungswagen, der im Einsatz ist, so schnell wie möglich Platz machen? So haben wir das doch alle in der Fahrschule gelernt." Vor allem, wenn man sich vorstelle, man liege selbst im Rettungswagen und müsse schnell ins Krankenhaus. "Da kann es doch um Leben und Tod gehen."

Zwar sei die Rangenbergstraße eng, am Straßenrand parkten Autos, erzählt Vinson. "Aber es ging nur um drei Meter. Dann hätte der Rettungswagen in eine Einfahrt zwischen die geparkten Autos fahren und den Bus vorbeilassen können." Immerhin habe die Situation sich dann schnell aufgelöst: Ein zweiter Busfahrer sei aufgetaucht und habe seine Kollegin beim Rückwärtsfahren eingewiesen - und der Rettungswagen kam durch.

Frankfurt: Bus blockiert Krankenwagen – Bei Blaulicht "freie Bahn schaffen"

Was Rettungsdienste im Einsatz dürfen und wann ihnen Platz zu machen sei, regeln Paragraf 35 und 38 der Straßenverkehrsordnung (StVO), erklärt Feuerwehrsprecher Andreas Mohn. Paragraf 35 klärt dabei die Sonderrechte bestimmter Einsatzkräfte, etwa Bundeswehr, Polizei, Feuerwehr oder Rettungskräfte. Paragraf 38 regele den Einsatz von Blinklicht, das anordnet: "Alle übrigen Verkehrsteilnehmer haben sofort freie Bahn zu schaffen". Grundsätzlich gelte das auch für Linienbusse.

Gleichwohl müssten Einsatzkräfte aber auch bei eingeschaltetem Blaulicht vorsichtig fahren, um Unfälle zu vermeiden, erklärt Mohn. "Wichtig ist: Andere Verkehrsteilnehmer dürfen nicht gefährdet werden."

Frankfurt: Bus blockiert Krankenwagen – Schlechte Sicht nach hinten

Aus genau diesem Grund dürften Linienbusse nicht einfach rückwärts fahren, erklärt Traffiq-Sprecher Klaus Linek: Um andere nicht zu gefährden. "Die Linienbusse sind groß, die Sicht nach hinten ist sehr schlecht. Beim Rückwärtsfahren kann man leicht etwas übersehen." Im schlimmsten Fall könne auch jemand sterben, wenn er im falschen Moment hinter dem Fahrzeug hergehe und der Fahrer ihn übersieht. Daher gebe es die betriebliche Anweisung bei den Busbetreibern, nicht ohne Einweiser rückwärtszufahren. Einweisen dürfe jeder den Bus beim Rückwärtsfahren - trage dann aber auch die Verantwortung, wenn trotzdem etwas passiert.

Eine Regelung, für die auch Andreas Mohn Verständnis zeigt - ist er doch selbst den Umgang mit großen Fahrzeugen gewohnt. "Ich weiß, wie gefährlich das sein kann." Nicht nur für Linienbusse, auch für Rettungswagen - denn auch bei ihnen ist die Sicht nach hinten eingeschränkt. Zum Glück komme eine Situation wie jetzt in der Rangenbergstraße nur selten vor. "Dass Rettungskräfte gar nicht durchkommen, passiert kaum."

Dass Rettungs-, Feuerwehr- oder andere Einsatzfahrzeuge entgegen der Fahrtrichtung in eine Einbahnstraße fahren, um Zeit zum Einsatzort zu sparen, komme fast täglich vor, sagt Mohn. "Genaue Pläne gibt es dafür nicht, das entscheiden die Fahrer im Einzelfall selbst. Sie kennen aber ihre Wachgebiete gut, wissen, wo und wann das Sinn macht."

Von Andreas Haupt

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