Zwei Menschen laufen mit Masken vor dem aufgrund der Corona-Pandemie geschlossenen Café Hauptwache in Frankfurt.
+
Zwei Menschen laufen mit Masken vor dem aufgrund der Corona-Pandemie geschlossenen Café Hauptwache in Frankfurt.

Pachtvertrag nicht verlängert

Lokal aus Frankfurt droht das Aus nach 40 Jahren: Streit um Mieter im Café Hauptwache

  • Yannick Wenig
    vonYannick Wenig
    schließen

Seit 40 Jahren zählt das Café Hauptwache inmitten von Frankfurt zu einem der bekanntesten Lokale der Stadt. Nun droht dem traditionsreichen Café das Aus.

Frankfurt – Seit Jahrzehnten zählt das Café Hauptwache im Herzen von Frankfurt zu den bekanntesten Anlaufstellen von Touristen und Einheimischen. Doch nun stehen die Betreiber des Lokals vor einem Problem. Denn am 31. Oktober 2021 soll Schluss sein. Der Grund: Der Besitzer des Miet-Objekts, der Magistrat der Stadt Frankfurt, hat den Pachtvertrag nicht verlängert und will diesen stattdessen neu ausschreiben lassen.

„Die Stadt möchte diesen prominenten Standort nicht verschenken. Es gibt noch andere Interessenten. Deshalb wird es ein ordentliches Ausschreibungsverfahren geben und an das beste Konzept vergeben“, wird Jan Schneider (CDU), Stadtrat und Baudezernent der Stadt Frankfurt, von „bild.de“ zitiert. Dem Café Hauptwache droht damit das Aus.

Café Hauptwache in Frankfurt: Streit um Pachtvertrag könnte das Aus bedeuten

Seit mittlerweile 20 Jahren ist das Café Hauptwache in Frankfurt von dem Pächter, der Brauerei Radeberger, an den Betreiber untervermietet. Geschäftsführer war bis zu seinem tragischen Tod bei einem Wohnungsbrand im vergangenen Januar Sam Kamran. Inzwischen hat Andreas Altwasser seine Geschicke gemeinsam mit Inhaber Lior Ehrlich übernommen.

Doch schon im vergangenen Jahr, nach dem ersten Corona-Lockdown, wurde über den Pachtvertrag des Café Hauptwache zwischen der Stadt Frankfurt und der Brauerei verhandelt. Dieser besteht seit dem 1. November 1981. Der letzte Nachtragsvertrag legte eine Frist zunächst bis zum 31. Oktober 2020 fest. Darin ist festgehalten, dass sich dieser Kontrakt jeweils um ein Jahr verlängert, wenn keine der involvierten Parteien fristgerecht kündigt.

Schock für die Betreiber des Café Hauptwache: Stadt Frankfurt kündigt Pachtvertrag

Da zunächst keine Kündigung erfolgte, verlängerte sich die Frist nun bis zum 31. Oktober 2021. Eine Verlängerung, die der Magistrat beabsichtigte, da er sich von einer Neuvergabe in Zeiten der Corona-Pandemie keine großen Erfolgsaussichten erhoffte. Doch Ende 2020 folgte dann der Schock für die Betreiber des Café Hauptwache: Die Stadt Frankfurt kündigte ihrerseits den Pachtvertrag mit der Radeberger Brauerei. Die Betreiber müssen nach Ablauf des aktuellen Kontrakts raus aus dem barocken Hauptwachen-Gebäude.

Für die Betreiber des Cafés in Frankfurt ist das, insbesondere aufgrund geleisteter Investitionen im vergangenen Jahr, bitter. Denn sie erarbeiteten laut Bild-Informationen ein neues Konzept für das Café Hauptwache in dem historischen Gebäude und zahlten gut 150.000 Euro für Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen. Hinzu kommen erschwerte Rahmenbedingungen durch die Corona-Krise. Schließlich erhalten die rund 70 Mitarbeiter des Lokals in Kurzarbeit weiter ihr Gehalt und auch die Miete ist weiter fällig – bei ausbleibenden Einkünften in Vorkasse.

Drohendes Aus des Café Hauptwache in Frankfurt – Inhaber poltert: „Das gehört sich nicht“

Für Inhaber Lior Ehrlich und Co. eine echte Hiobsbotschaft. Gegenüber „bild.de“ äußerte er sich nun zu der Kündigung des Pachtvertrages: „Das gehört sich nicht! Uns das in Aussicht zu stellen und uns dann so abzufertigen ... Warum können wir nicht weitermachen?“, so Ehrlich. „Wenn es normal wäre könnte man normal miteinander reden. Doch Herr Schneider schmettert unsere Kontaktversuche ab. Unabhängig von uns geht es um 70 Menschen und ihren Job.“ Die Vorwürfe weist der Frankfurter Stadtrat Jan Schneider jedoch zurück: „Wir haben die Verträge mit Radeberger fristgerecht gekündigt. Das ist der Brauerei auch kommuniziert worden“, sagt er.

Eine Neuvergabe nach einer Ausschreibung der Stadt Frankfurt käme angesichts von Baumaßnahmen und der nach wie vor enorm angespannten Corona-Situation aber ohnehin erst im Frühjahr 2022 infrage. (Yannick Wenig)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare