Sam Kamran ist Betreiber des „Café Hauptwache“.
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Sam Kamran ist Betreiber des „Café Hauptwache“ in Frankfurt. Das Bild entstand in der Vor-Corona-Zeit.

Innenstadt-Gastronomie

Nach fast 40 Jahren: Pachtvertrag des Café Hauptwache in Frankfurt wird nicht verlängert

  • vonSabine Schramek
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Die Stadt Frankfurt will den Pachtvertrag des „Café Hauptwache“ nach 39 Jahren nicht verlängern und neu ausschreiben. Ein zukunftsorientiertes Konzept wird gefordert.

Frankfurt – Der Magistrat der Stadt Frankfurt beabsichtigt, den Pachtvertrag für das Café Hauptwache zum 31. Oktober kommenden Jahres zu beenden und anschließend neu ausschreiben zu lassen. Elke Tafel-Stein und Stephanie Wüst von der FDP-Fraktion im Römer hatten nachgefragt, wie die Zukunftspläne für das Café Hauptwache, das erst kürzlich renoviert wurde, aussehen und ob es wirtschaftlich zu betreiben sei.

Café Hauptwache in Frankfurt: Zukunftsorientiertes Konzept wird gesucht

Grundsätzlich werde eine gute Möglichkeit gesehen, die Gastronomie an dem Standort wirtschaftlich zu betreiben, schreibt der Magistrat. Deshalb solle im Rahmen einer Neuvergabe nach einem zukunftsorientierten und dem Standort angemessenen Konzept gesucht werden. Auf dessen Grundlage solle auch ein marktgerechter Pachtzins an die Stadt Frankfurt gezahlt werden. Da in diesem Fall lediglich die Geschäftsräume verpachtet werden sollen, seien für das Vergabeverfahren keine gesetzlichen Vergabevorschriften zu beachten. Das Auswahlverfahren soll aber sicherstellen, dass das für den Standort beste und wirtschaftlichste Konzept den Zuschlag erhält.

Seit mittlerweile 20 Jahren ist das Café Hauptwache in Frankfurt an den derzeitigen Betreiber untervermietet. Geschäftsführer ist Sam Kamran. Doch nun will die Stadt ein neues Konzept und will die Lokalität nächstes Jahr neu ausschreiben.

Café Hauptwache in Frankfurt: Vertrag besteht nun seit fast 40 Jahren

Der Pachtvertrag für das Café Hauptwache besteht nach Angaben des Magistrats seit dem 1. November 1981. Mit dem letzten Nachtragsvertrag sei der Vertrag zunächst bis zum 31. Oktober 2020 befristet worden. In dem Kontrakt ist festgehalten, dass sich der Vertrag im Anschluss um jeweils ein Jahr verlängert, wenn keine der Parteien fristgemäß kündigt. Da eine solche Kündigung zum 31. Oktober 2020 nicht ausgesprochen worden sei, werde der Vertrag voraussichtlich bis mindestens 31.10.2021 laufen. Diese einjährige Verlängerung habe der Magistrat ganz bewusst in Kauf genommen, da er für eine Neuvergabe in 2020 aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie wenig Aussicht auf Erfolg gesehen habe.

Die FDP hatte zunächst ausgeführt, dass sich das in städtischem Besitz befindende historische Gebäude der Hauptwache seit Anfang der 80er Jahre von einer bekannten Frankfurter Brauerei gepachtet werde, die es ihrerseits seit vielen Jahren untervermiete. Der derzeitige Gastronom betreibe das Café Hauptwache seit 20 Jahren. "Es bestehen Zweifel daran, dass die Gastronomie an diesem zentralen Standort mit dem bestmöglichen gastronomischen Konzept betrieben wird", heißt es in dem FDP-Papier. Zudem weise das Preis-Leistungsverhältnis erhebliches Optimierungspotential auf. Auch werde bemängelt, dass das derzeitige Konzept sich weniger an das Frankfurter Publikum richte, sondern vor allem auf touristische Gäste abziele. (Sabine Schramek)

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