Betreiber geben auf

Café Paris in der Freßgass': Kultcafé macht wegen Personalmangels dicht

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Wegen Personalmangel: Das Café Paris auf der Freßgass' in Frankfurt macht dicht – trotz einer optimalen Lage mitten in der Innenstadt.

  • Café Paris in der Freßgass' macht dicht
  • Inhaber scheitern am Personalmangel in Frankfurt
  • Der Nachfolger ist noch geheim

Frankfurt - Für das Café Paris standen die Zeichen eigentlich auf Erfolg. Nach nur einem Jahr und drei Monaten hat die Brasserie in der Freßgass' in Frankfurt allerdings jetzt für immer die Türen geschlossen. 

Diese Entscheidung ist den bisherigen Inhabern, die auch das Schlosshotel Rettershof in Kelkheim betreiben, nicht leicht gefallen: „Wir haben lange hin und her überlegt“, sagen Daniela Schwarz und Lebensgefährte Hans-Jürgen Laumeister. „Doch wir können uns zwischen dem Hotel im Taunus und dem Lokal in Frankfurt nicht länger zerreißen.“ Leider hätten sie nicht die Mitarbeiter gefunden, die für das Café Paris nötig gewesen wären.

Ein neues Gastro-Projekt lässt sich in den meisten Fällen nur dann erfolgreich etablieren, wenn die Inhaber fast permanent vor Ort sind. Natürlich kann deren Position mit stellvertretenden Gastgebern besetzt werden. Für eine solche Aufgabe geeignete Personen scheinen sich aber immer mehr als rares Gut zu erweisen. Von erfahrenen Servicekräften ganz zu schweigen.

Café Paris in der Freßgass' in Frankfurt schließt: Gastronomen kämpfen mit dem Personalmangel

„Mit dem aktuell herrschenden Personalmangel haben nicht nur wir, sondern auch andere Gastronomen schwer zu kämpfen. Selbst wenn sich engagierte Leute bewerben, fehlt es ihnen häufig an wichtigen Grundlagen“, fasst Daniela Schwarz ihre Erfahrung resigniert zusammen.

Traurig ist das Ende ihres Lokals vor allem deshalb, weil sie und Laumeister im September 2018 in Frankfurt so zuversichtlich gestartet sind. Und dafür gab es gute Gründe: Schließlich konnten sie mit den Räumen in der Freßgass' einen Standort in begehrter Innenstadt-Lage ergattern. Außerdem setzten sie bei ihrem Projekt auf ein bewährtes Konzept.

„Wir sind als Franchisenehmer des Café Paris in Hamburg gestartet“, erklärt Schwarz. Das dortige Kultlokal und sein kulinarisches Angebot seien in Frankfurt aber weniger bekannt als erwartet - was immer wieder zu Missverständnissen geführt habe. „Viele Gäste dachten, dass es sich nur um ein Café handelt und sie bei uns nicht richtig essen können.“

Deshalb hätten sie ihrem Nachfolger auch davon abgeraten, unter demselben Namen zu firmieren. Ein Gastronom, der in die Fußstapfen von Schwarz und Laumeister tritt, ist bereits gefunden. Um wen es dabei geht, können die beiden aber aus vertraglichen Gründen noch nicht verraten. Es sei jedoch ein Frankfurter Kollege. Optisch wolle der neue Betreiber zwar einiges verändern, das Küchenteam und die Servicekräfte sollen aber größtenteils übernommen werden.

Café Paris in der Freßgass' in Frankfurt schließt: Chefkoch steigt aus

Chefkoch Stefan Dürre und seine rechte Hand Jakub Hulinsky sind beim Neustart in der Freßgass' nicht dabei, weil sie schon anderes in Aussicht haben beziehungsweise ins Ausland wechseln möchten.

Dass ihre bisherigen Mitarbeiter weiterhin beschäftigt werden, ist für die Kelkheimer Gastronomen ein kleiner Trost. Den endgültigen Schlussstrich haben sie trotzdem nur schweren Herzens gezogen. „Zumal im Café Paris viel Geld und Energie stecken.“

Café Paris in der Freßgass' in Frankfurt schließt: Gastronomen konzentrieren sich nun auf den Rettershof

Seit ihrem Abschied aus Frankfurt konzentrieren sich die Gastronomen Schwarz und Laumeister wieder ganz auf den Rettershof in Kelkheim. Das hoteleigene Restaurant wollen sie in der nächsten Zeit renovieren, "damit frischer Wind ins Haus kommt". Den Schlosscharakter möchten die beiden allerdings bewahren, immerhin soll das Lokal auch in Zukunft zum umgebenden Gebäude passen. Mit dem neuen Innendesign hoffen sie, künftig ein jüngeres Publikum zu gewinnen, ohne die älteren Gäste zu verprellen.

Dass ihnen das gelingt, steht für Schwarz und Laumeister außer Frage: „Den Spagat zwischen Tradition und Moderne haben schon andere Häuser hinbekommen, ohne ihrem Stil untreu zu werden.“

VON ANDREA MÖLLER

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Rubriklistenbild: © Bernd Kammerer

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