Frankfurt-Höchst

Überall in der Altstadt wächst und gedeiht Cannabis

  • Holger Vonhof
    vonHolger Vonhof
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Die Aktion „Hanf Dampf in allen Gassen“ in Höchst übt Kritik am Wegschauen der Stadt Frankfurt beim Drogenproblem.

Frankfurt – Moment mal, das sieht doch aus wie ...? Ja. Cannabis wächst derzeit an vielen Stellen in der Höchster Altstadt, etwa auch in den jüngst aufgestellten Pflanzkübeln am Ettinghausenplatz. Die Pflanze heißt korrekt "Cannabis sativa" und wird auf Deutsch "Echter Hanf" genannt. Ausgesät wurde er allerdings nicht von der Stadtgärtner-AG, die auch die Pflanzkübel aufgestellt hat. Die Hanfsamen großzügig in der Altstadt von Höchst, einem Stadtteil von Frankfurt am Main, verteilt hat jemand, der seinen Namen nicht nennt und das ganze unter dem Namen "Hanf Dampf in allen Gassen" als Kunstaktion deklariert.

Cannabis-Probleme in Frankfurt-Höchst: Hanf-Pflanze wächst und gedeiht überall

Sind das Drogenpflanzen? Erstmals als Heilmittel erwähnt wurde die Hanfpflanze etwa 2700 vor Christus in einem chinesischen Arzneibuch. Im 19. Jahrhundert wurde sie in Europa unter anderem zur Behandlung von Schmerzen, Schlafstörungen und Depressionen angewendet. Die wichtigsten Cannabinoide aus der Hanfpflanze sind das berauschende Tetrahydrocannabinol (THC) und das am zweithäufigsten vorkommende, nicht berauschende CBD (Cannabidiol). Je nach Verwendungszweck überwiegt das eine oder andere. Auch heute wird Hanf wieder zu medizinischen Zwecken eingesetzt - und zur Herstellung von Fasern, aus denen Textilien, Seile oder Spezialpapier hergestellt werden können. Auch für Kosmetika sowie medizinische und technische Öle wird Hanf verwendet. Rauchen kann man es aber auch . . . Die Aktion ist ein Protest dagegen, dass die Stadt immer noch ignoriert, dass in den Altstadtgassen fleißig gedealt wird.

Cannabis-Pflanzen wachsen zurzeit in den Pflanzkübeln auf dem Ettinghausenplatz - und an anderen Stellen in der Höchster Altstadt.

Frankfurt: Cannabis wird auch für Kosmetik, Öle und für medizinische Zwecke verwendet

Aber zurück zum Gärtnern: Mit dem Stadtgärtner-Projekt "Höchst wachsen lassen" soll es nun angeblich vorangehen. Das Stadtteilbüro Höchst ist zuversichtlich, dass bald die ersten Beete angelegt werden. Die Pflanzkübel auf dem Ettinghausenplatz waren von den Teilnehmerinnen aus Protest aufgestellt worden, weil sich über Monate seitens der beteiligten städtischen Ämter nichts getan habe; die Ämter hatten das mit Personalmangel begründet. Jetzt habe man miteinander geredet. Die ersten Pflanzen sollen in drei Musterbeeten an Baumscheiben am Markt wachsen. (Holger Vonhof)

Deutschlands erster Cannabis-Großhändler startet sein Business in Frankfurt.

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