Hessens CDU-Vorsitzende Ines Claus bei der Polizei in Frankfurt ohne Mund-Nase-Schutz.
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Hessens CDU-Vorsitzende Ines Claus bei der Polizei in Frankfurt ohne Mund-Nase-Schutz.

Neues Fahrstuhlgate?

Corona-Fauxpas: CDU-Vorsitzende sorgt mit Foto bei der Polizei für Aufsehen

  • Isabel Wetzel
    vonIsabel Wetzel
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Die hessische CDU-Fraktionsvorsitzende Ines Claus besucht die Frankfurter Polizei. Eigentlich, um sich über die Situation im Bahnhofsviertel auszutauschen - doch was in Erinnerung bleibt, ist ein Corona-Fauxpas.

  • Nach dem #Fahrstuhlgate in Gießen folgt ein weiterer Fauxpas der Politik in der Corona-Krise.
  • Bei einem Besuch bei der Polizei in Frankfurt sitzt Hessens CDU-Fraktionsvorsitzende ohne Maske im Streifenwagen.
  • Die CDU-Fraktion postet ein Foto davon auf Twitter - keine gute Idee.

Frankfurt - „Austausch über die aktuelle Situation im Bahnhofsviertel, auch und insbesondere in Zeiten von Corona“, das postet die CDU-Fraktion in Hessen am Mittwoch auf Twitter. Dazu ein paar Fotos der Fraktionsvorsitzenden Ines Claus auf dem 4. Polizei-Revier, ein paar nette Worte, Dank für die Arbeit, die die Polizeibeamten leisten. Bis hierher alles normal. Doch ein Foto macht stutzig: Claus darf im Streifenwagen mitfahren - doch im Polizeiauto tragen weder die Politikerin, noch die beiden Polizeibeamten einen Mund-Nasen-Schutz. Streife fahren im Bahnhofsviertel, #Sicherheit, twittert die Hessen-CDU. Und das ausgerechnet in dieser Woche, in der die Stadt Frankfurt doch so kurz vor der Warnstufe rot des Corona-Eskalationsplans steht.

Fauxpas im Polizeiauto in Frankfurt: Vorbilder ohne Corona-Schutzmaske?

Erst am Dienstag hatte die Stadt Frankfurt für Freitag (09.10.) strengere Corona-Regeln angekündigt. Die Zahl der Neuinfektionen in der Stadt steigt weiterhin rasant und die 7-Tage-Inzidenz in Frankfurt kratzt schon eine ganze Weile an der Marke 50. Das bedeutet Stufe 4, Warnstufe rot des Präventions- und Eskalationskonzeptes des Landes Hessen droht. Im Zuge dieser Maßnahmen soll unter anderem auch eine Maskenpflicht in Teilen der Innenstadt eingeführt werden - unter freiem Himmel.

Dass dann die hessische CDU-Fraktionsvorsitzende Ines Claus in Frankfurt zu Gast ist und nicht einmal auf engstem Raum eine Maske trägt, stößt auf Unverständnis. Das tut dem Ruf der Politiker in der Corona-Krise sicher nicht gut - schon seit einigen Tagen wird im Netz Kritik an der Corona-Politik in Frankfurt* immer lauter. Wie solle man die Pandemie in den Griff bekommen, wenn sich nicht einmal die an die Regeln hielten, die sie machten.

Hessen-SPD reagiert auf CDU-Fauxpas: „Was fehlt?“

Das Malheur machte sich der politische Gegner natürlich auch gleich zunutze: die hessische SPD machte kurzerhand ein „Gewinnspiel“ aus dem Tweet der CDU. Die SPD twitterte:

Achtung, Gewinnspiel:

Was fehlt der Vorsitzenden der @cdu_fraktion auf diesem Bild am allermeisten?

  1. Der Sicherheitsgurt
  2. Die Mund-Nasen-Bedeckung
  3. Die Vorbildfunktion

Fauxpas der CDU-Fraktionsvorsitzenden bei der Frankfurter Polizei: „absolute Ausnahme“

Die Beteiligten schienen aufgrund der Kommentare schnell zu merken, dass dieses Foto keine gute Idee war. Nur wenig später entschuldigte sich die CDU-Politikerin auf Twitter: „Tut mir leid. Mir ist ein Fehler passiert. Kurz vorm Aussteigen, nach vorne gesetzt - Tür schon auf, Auto stehend - Foto gemacht.“ Das schien nicht ganz zu überzeugen, Bastian Fleig, der Geschäftsführer der Hessen-SPD antwortete: „Für eine offene Tür sieht sie aber ziemlich zu aus“. Auf Nachfrage sagte der Pressesprecher der CDU-Fraktion, Bastian Zander, gegenüber dem Hessischen Rundfunk, der Vorfall sei eine absolute Ausnahme, und wohl „im Eifer des Gefechts“ passiert. 

SPD-Mann Fleig macht auf noch etwas aufmerksam:

„Fahrstuhlgate 2.0“ - Nicht der erste Fauxpas

Die Situation erinnert stark an einen Vorfall an der Universität in Gießen. Damals standen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, Kanzleramtschef Helge Braun, Regierungssprecher Michael Bußer und der hessische Sozialminister Kai Klose zwar mit Maske, jedoch mit viel zu wenig Abstand in einem engen Fahrstuhl.

Eine Kleinigkeit könnte man meinen, aber in Corona-Zeiten, in denen die Bevölkerung beständig darauf hingewiesen wird, doch bitte eine gewisse Distanz zu Mitmenschen zu wahren, doch genau das falsche Zeichen. Wie bei CDU-Politikerin Claus, genau jetzt, da in Frankfurt wegen steigender Zahlen wieder die Maßnahmen verschärft wurden. Die SPD kritisierte schon den damaligen Fauxpas heftig, der als „Fahrstuhlgate“ bundesweit Aufsehen erregte. iwe (*fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.)

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