Ein Mann auf einer „Querdenken“-Demonstration in Stuttgart trägt ein Schild mit der Aufschrift „Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf“. Nun plant die „Querdenken“-Bewegung in Frankfurt eine Demonstration gegen die „gleichgeschalteten Medien“.
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Ein Mann auf einer „Querdenken“-Demonstration in Stuttgart trägt ein Schild mit der Aufschrift „Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf“. Nun plant die „Querdenken“-Bewegung in Frankfurt eine Demonstration gegen die „gleichgeschalteten Medien“.

Corona-Demonstration

Scharfe Kritik: „Querdenker“ wollen in Frankfurt gegen „gleichgeschaltete Medien“ demonstrieren

Die „Querdenken“-Bewegung in Frankfurt ruft zu einer Demonstration gegen die „gleichgeschalteten Medien“ auf. Gewerkschaft reagiert mit deutlichen Worten.

Frankfurt – Die sogenannte „Querdenken“-Bewegung will am Sonntag (11.04.2021) eine Demonstration in Frankfurt abhalten. Der Protest soll sich vor allem gegen die „gleichgeschalteten Medien“ wenden und vor dem Hauptgebäude des „Hessischen Rundfunks“ (HR) in Frankfurt stattfinden, wie der Evangelische Pressedienst am Donnerstag (08.04.2021) mitteilte. Der Demonstrationsaufruf wird unter anderem von der Frankfurter Gruppe „Querdenken 69“ verbreitet.

Deutliche Kritik zu dieser geplanten Aktion äußerte am Donnerstag (08.04.2021) die „Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union“ (dju) als Teil der Gewerkschaft ver.di. Sie bezeichnete die Aussagen der „Querdenken“-Bewegung in Frankfurt* bezüglich einer „Gleichschaltung“ der Medien als „völlig geschichtsvergessen“ und verwies auf die NS-Terrorherrschaft in Deutschland bis 1945. Eine Gleichschaltung der Presse, des Rundfunks und des gesamten öffentlichen Lebens sei ein Kennzeichen von Diktaturen – „Davon sind wir zum Glück weit entfernt“, so Manfred Moos von ver.di Hessen.

Geplante „Querdenker“-Demonstration in Frankfurt: Angriff auf die Pressefreiheit

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk, zu dem auch der HR gehört, ist mit seinen dezentralen Strukturen und einem klaren gesetzlichen Auftrag zur unabhängigen Berichterstattung für die Gesellschaft gerade aus der Erfahrung der Nazi-Diktatur nach dem Krieg in der Bundesrepublik entstanden. „Öffentlich-rechtlicher Rundfunk ist deshalb kein Regierungsfunk, sondern Sache der Allgemeinheit“, betonte Moos. Die Unterstellung einer systematischen Gleichschaltung der Medien und politischen Steuerung und Zensur sei nicht nur falsch, sondern gefährde das Vertrauen in alle Medien, so Moos. Auch die Journalistinnen und Journalisten des HR machten ihre Arbeit „selbstbewusst nach professionellen Standards“.

„Wir stehen hinter unseren Kolleginnen und Kollegen und hoffen, dass es nicht wie bei ähnlichen Veranstaltungen in Kassel und Stuttgart zu tätlichen Angriffen auf Medienvertreter durch „Querdenker“ kommt“, ergänzte der Fachbereichsleiter Medien. „Jeder Angriff auf die Pressefreiheit ist einer zu viel.“ Zuletzt war es bei einer Demonstration der „Querdenken“-Bewegung am Karsamstag (03.04.2021) mit etwa 10.000 Teilnehmern in Stuttgart zu Angriffen gegen Journalisten gekommen. Die Teilnehmenden trugen zudem zum Großteil keinen Mund-Nasen-Schutz und hielten Abstände nicht ein. (Anna Charlotte Groos mit epd) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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