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Spannende Experimente und Mitmachangebote wie hier vergangenes Jahr an der IGS Herder gehören an den Tagen der offenen Tür der weiterführenden Schulen zum festen Programm und sollen Viertklässlern Lust auf den Schulwechsel machen. Wegen Corona fällt das diesmal flach.

Bildung

Frankfurt: Corona erschwert Familien die Schulwahl

  • Julia Lorenz
    vonJulia Lorenz
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Infoabende und Tage der offenen Tür wird es in diesem Jahr an den weiterführenden Schulen nicht geben: Corona zwingt die Schulen, sich größtenteils digital zu präsentieren. Für viele Eltern macht das die Schulwahl noch schwieriger. Doch die Situation hat auch einen riesigen Vorteil.

Frankfurt Welche Schule ist die richtige für mein Kind? Diese Frage stellen sich dieser Tage wieder hunderte Eltern von Viertklässlern, die im kommenden Sommer auf die weiterführende Schule wechseln. Keine leichte Entscheidung - und in Corona-Zeiten erst recht nicht.

Sind die Familien früher von Schule zu Schule gehetzt, haben Infoabende und Tage der offenen Tür besucht, geht das in diesem Jahr natürlich nicht. So hat das Staatliche Schulamt nun verfügt, dass die Informationsveranstaltungen an den Grundschulen nicht in Präsenz stattfinden dürfen - nur digital. Die Tage der offenen Tür fallen aus. Kleine Filme über die Schulen im Internet und Führungen in Kleingruppen sollen sie ersetzen.

"Es muss aber sichergestellt werden, dass alle Eltern über die notwendigen Informationen verfügen. Die Schulen sind dafür verantwortlich", sagt Dieter Sauerhoff vom Staatlichen Schulamt. Wenn es möglich ist, sollen die Schulen digitale Informationsabende anbieten und dazu auch Vertreter von weiterführenden Schulen einladen - wie bei den Präsenzveranstaltungen auch. Darüber hinaus sollen die Grundschulen den Eltern Infomaterial zum Übergangsverfahren, zu Schulformen und Bildungsgängen zur Verfügung stellen und eine telefonische Beratung anbieten. Sauerhoff sagt: "Ein Blick auf die Internetseiten der weiterführenden Schulen kann in diesem Jahr nicht schaden."

Frankfurt: Es bleibt beim Losverfahren

An dem Verfahren, wie die Schulen die künftigen Fünftklässler auswählen, ändert sich aber nichts. "Das neue Prozedere hat sich aus unserer Sicht bewährt", sagt Sauerhoff. "Es hat keine Probleme damit gegeben." Im vergangenen Jahr hatte das Staatliche Schulamt verfügt, dass dabei nur noch gelost wird - nachdem die Kriterien des Hessischen Schulgesetzes angewandt wurden. Diese sind: Härtefälle, der Wunsch nach der ersten Fremdsprache und ein vom Kultusministerium zertifizierter Schwerpunkt, also Musik oder Sport.

"Durch das Losen hat sich sowieso alles geändert", sagt die Stadtelternbeiratsvorsitzende Julia Frank. Sie rät den Eltern von Viertklässlern, sich vorab zu informieren, welche Schulen ohnehin immer zu viele Anmeldungen haben wie etwa das Elisabethen-Gymnasium. "Da ist die Chance, einen Platz zu bekommen, dann eher nicht so groß", sagt Frank, die zudem empfiehlt, die Kinder mit in den Entscheidungsprozess einzubeziehen, sich gemeinsam die Internetseiten der Schulen anzuschauen, ausführlich miteinander zu sprechen. "Es ist immerhin das Leben der Kinder", so die Elternvertreterin.

Das sieht Hans-Ulrich Wynecken, Leiter der Carl-Schurz-Schule in Sachsenhausen, ähnlich. "Der Vorteil ist in diesem Jahr, dass sich die Familien in aller Ruhe gemeinsam die Internetseiten und das bereitgestellte Material der Schulen anschauen können", sagt er. "Die Informationsabende wären ja ohne Kinder gewesen." Das Gymnasium hat seine Informationsveranstaltungen jetzt alle abgesagt. Stattdessen sollen Filme für die Homepage gedreht werden.

Schulen bieten Einzelführungen und Online-Angebote

Eine ausführliche digitale Präsentation bereitet auch das Gymnasium Nord in Westhausen vor. Spätestens im Januar sollen die Informationen online gehen. "Wir wissen aber auch, dass die Kinder die Atmosphäre einer Schule schnuppern müssen, sie müssen sie sehen, die Lehrer erleben, um zu wissen, ob die nett sind", sagt Schulleiter Michael Haas. Deshalb soll es vereinzelt Führungen mit Kindern und Eltern geben - mit Abstand und Maske versteht sich. "Die Kinder müssen eine Chance haben, die Schule kennenzulernen."

Einen Einblick in die Schule will auch die Johanna-Tesch-Schule, eine Integrierte Gesamtschule in Bockenheim, gewähren. Statt des Tages der offenen Tür soll es Einzelgespräche für die Familien geben. "Das sind aber keine Bewerbungsgespräche", betont Leiterin Anette Günther. Sie rät verzweifelten Eltern, bei den Schulen um Telefongespräche zu bitten oder zum Erfahrungsaustausch Kontakt mit Kindern aufzunehmen, die die Schulen schon besuchen. "Ich bin mir sicher, man wird nicht abgewiesen", sagt Günther. "Die Menschen sind hilfsbereiter geworden."

Telefonberatung vom Staatlichen Schulamt in Frankfurt

Das Staatliche Schulamt bietet eine telefonische Beratung an und zwar in der Woche vom 14. bis 18. Dezember jeweils von 10 bis 12 Uhr sowie vom 18. bis 23. Januar täglich von 14 bis 16 Uhr. Die Telefonnummer können Eltern in den Grundschulen erfragen. Dieter Sauerhoff vom Staatlichen Schulamt sagt: "Uns ist es wichtig, dass keine Familie das Gefühl hat, nicht alle Fragen losgeworden zu sein." Bis zum 5. März müssen sich die Familien für eine weiterführende Schule entschieden haben.

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