Mehrere Fälle

Corona-Infektionen in Frankfurt: Tests an fast 20 Schulen durchgeführt

  • Julia Lorenz
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Nach positiven Corona-Tests an mehreren Schulen in Frankfurt hat das Gesundheitsamt in fast 20 Schulen Tests durchgeführt. Auch andernorts gab es wieder Ausbrüche.

  • Corona-Fälle an mehreren Schulen in Frankfurt
  • Nur einzelne Klassen betroffen – Schule bleibt geöffnet
  • Kinder als Kontaktpersonen von zwölf weiteren Schulen betroffen

Frankfurt - Ausgerechnet an dem Tag, an dem die Grundschulen in Hessen wieder für alle Kinder ganz ohne Abstandsregeln öffneten, wurden vereinzelte Corona-Fälle an Frankfurter Schulen bekannt: an der August-Jaspert-Grundschule in Bonames, an der Erich-Kästner-Grundschule in Niederursel, an der Römerstadt-Grundschule sowie an der IGS Eschersheim. Zu zwei Fällen an der Otto-Hahn-Schule gibt es verschiedene Versionen. Laut Gesundheitsdezernat wiesen alle Kinder und Erwachsenen kaum Symptome auf. Stand Montagabend (22.06.2020).

Corona: Test-Verwirrung über zwei Kinder in Frankfurt

Das Gesundheitsamt Frankfurt bearbeitet seit vergangener Woche mehrere lokale Infektionsgeschehen, insgesamt sind zwölf Schulen involviert. Im Rahmen der Kontaktnachverfolgung war man zunächst an vier Schulen aktiv geworden. Zwei Klassen der Otto-Hahn-Schule und deren Lehrer wurden bereits am Montag auf Corona getestet. Die Ergebnisse stehen noch aus. Bei zwei Kindern, bei deren Vater das Coronavirus festgestellt worden war, sind nach Informationen des Gesundheitsdezernats die Ergebnisse bereits im Laufe des Montags eingetroffen. Sie seien negativ, so Kirsten Gerstner, Referentin von Dezernent Stefan Majer (Grüne), am Montagnachmittag auf Anfrage dieser Zeitung.

Anders hatte es zuvor die Schule dargestellt. In einem Brief von Schulleiterin Birgit Haake an die Eltern heißt es: "Nach einer positiven Testung eines Vaters auf Covid-19 sind nun auch die Kinder positiv getestet worden." Die beiden Schüler besuchen zwei fünfte Klassen der Gesamtschule.

Nach positiven Corona-Tests: Schule in Frankfurt bleibt geöffnet

"Nur Kontakte der ersten Kategorie, also direkte Kontakte zu den Kindern, sind aktuell relevant und mussten getestet werden", sagte Otto-Hahn-Schulleiterin Haake im Gespräch mit dieser Zeitung. Das seien die Vorgaben des Gesundheitsamts. Einige der betroffenen Lehrkräfte aus den beiden Klassen hätten sich freiwillig schon vorab testen lassen, nachdem die Schule am Freitag vom Gesundheitsamt über die Fälle informiert worden sei. Bisher sei aber kein Lehrer positiv getestet worden. Bis die jüngsten Ergebnisse da sind - sie werden für Mittwoch erwartet -, werde der Unterricht normal stattfinden, nur nicht in der Klasse der positiv getesteten Kinder. Die Schule ist also nicht geschlossen.

Das trifft auf die August-Jaspert-Schule in Frankfurt-Bonames nicht zu. Dort gibt es nach Informationen der Stadt zwei Corona-Fälle im Lehrerkollegium. Die Grundschule wurde zumindest für den Montag (22.06.2020) komplett geschlossen. Heute sollen alle Schüler sowie alle schulischen Mitarbeiter getestet werden. Die Schule wird von 378 Kindern besucht. "Das Wichtigste ist jetzt, Ruhe zu bewahren und den Weisungen des Gesundheitsamtes Folge zu leisten, damit wir die Dynamik der Gesamtsituation möglichst schnell kontrollieren und die notwendigen Maßnahmen umgehend greifen können", teilte Schulleiterin Daniela Brassel über einen Elternbrief mit.

In der Grundschule Kalbach musste der Unterricht für eine dritte Klasse ausfallen. Der Grund: Ein Geschwisterkind eines Schülers hatte Kontakt zu einem Kind einer anderen Schule, das sich mit dem Virus infiziert hat.

Corona: Kinder aus zwölf Schulen in Frankfurt als Kontaktpersonen betroffen

Im Zusammenhang mit zwei weiteren Infektionsclustern waren Kinder aus noch zwölf anderen Schulen als Kontaktpersonen betroffen. An der Erich-Kästner-Schule ist bei einem Kind Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Die Intensivklasse und deren Lehrer werden am 24. Juni getestet. Zwei positive Schüler der IGS Eschersheim hatten im ansteckungsfähigen Intervall die Schule nicht besucht. Hier waren keine Maßnahmen erforderlich.

Bei drei Kindern der Römerstadtschule lagen die Ergebnisse am Sonntagabend noch nicht vor. Die entsprechenden Klassen wurden daher am Montag vorsorglich vom Präsenzunterricht befreit. Heute werden sie wieder unterrichtet, die Ergebnisse waren negativ. Ein Kind aus dem Vorlaufkurs war positiv getestet, hat aber ebenfalls im ansteckungsfähigen Intervall die Schule nicht besucht.

Entwarnung gab es an folgenden Schulen in Frankfurt: Ernst-Reuter, Wilhelm-Merton, Geschwister-Scholl, Brentano, Michael-Ende, Ludwig-Börne, Wichern, Schule am Ried und Werner-von Siemens.

Wieder Corona-Ausbruch in Flüchtlingsunterkunft in Frankfurt

Dass das Gesundheitsamt Frankfurt zurzeit unter Hochdruck arbeiten muss, belegen zudem sieben Neuinfektionen in einer Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Praunheim. Zehn weitere Infizierte sind bereits in von der Stadt angemieteten Hotels untergebracht worden.

Bei zehn weiteren Fällen innerhalb eines Familienverbundes ist das Gesundheitsamt an zwei Wohnorten im Einsatz. Vier Erwachsene zeigen Covid-19-Symptome. Die sechs positiv getesteten Kinder und Jugendlichen sind symptomfrei.

"Die neusten Fälle zeigen uns, dass wir die Pandemie noch lange nicht überwunden haben und dass jeder von uns sich mit dem Sars-CoV-2 infizieren kann, sagte Gesundheitsdezernent Majer am Montag und mahnte die Einhaltung der Schutzregeln an. (jlo/ffm)

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