Zu wenige Dosen

Corona-Impfung in Frankfurter Altenheim: Verlosung sorgt für heftige Kritik

  • Marcel Richters
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In einem Altenheim in Frankfurt sollen Corona-Impfungen verlost worden sein. Grund sind fehlende Impfdosen.

  • In einem Altenheim in Frankfurt wurden Corona-Impfungen unter den Bewohnern verlost.
  • Das Vorgehen sorgt für harsche Kritik in sozialen Netzwerken.
  • Noch immer ist die Zahl der Impfdosen gegen das Coronavirus in Deutschland niedrig.

Frankfurt – Noch ist die Zahl der Impfdosen gegen das Coronavirus in Deutschland stark begrenzt. In einem Altenheim in Frankfurt sollen Impfungen jetzt per Los vergeben worden sein.

Alte Menschen sollen zuerst gegen Corona geimpft werden. Aber nicht immer reicht der Impfstoff. (Symbolbild)

Impfungen gegen Corona in Frankfurt verlost

Menschen im Alter jenseits der 80 sind besonders gefährdet, an einer Corona-Infektion zu sterben. Daher stehen sie auf der Prioritätenliste für eine Impfung ganz oben. Doch auch, wenn die Impfkampagne inzwischen angelaufen ist, wurden laut Bundesgesundheitsministerium erst rund 1,3 Millionen Impfdosen ausgeliefert. Zu wenig, um alle Menschen zu impfen, denen eine Impfung zusteht. Auch in vielen Altenheimen sollen bisher zu wenige Impfdosen angekommen sein, um alle Bewohnerinnen und Bewohner zu impfen.

In Frankfurt wurde aufgrund der fehlenden Impfdosen nach Angaben von Lutz Stroppe, ehemaliger Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, zu einem ungewöhnlichen Schritt gegriffen. Auf Twitter schreibt Stroppe: „Meine 88jährige Mutter lebt in einer Senioreneinrichtung in Frankfurt. Das #Impfen gegen #COVID19 begann diese Woche. Die #Impfdosen reichen aber nicht, jetzt wird unter den Bewohnern verlost, wer zuerst geimpft wird. Meine Gefühle zu schildern, verbietet die Etikette.“ Um welches Heim es sich handelt, schilderte Stroppe nicht.

Kritik an Verlosung von Corona-Impfungen in Frankfurt

Der Tweet wurde bereits mehr als 270-mal geteilt. Viele andere Nutzer schildern ähnliche Erfahrungen. Eine Nutzerin schreibt, dass in einem Seniorenheim in Heidelberg nur die „Pflegebedürftigsten“ geimpft wurden, andere Bewohnerinnen und Bewohner trotz gemeinsamer Nutzung der Gemeinschaftsräume aber nicht. Andere Nutzer schildern, dass bei Impfungen gegen Corona nach Alphabet vorgegangen wurde, aber bei M bereits kein Impfstoff mehr vorhanden war. Vielfach wird das Vorgehen des Heims in Frankfurt kritisiert. Auch der vermeintlich zu langsam Start der Impfkampagne in Deutschland sorgt für Kritik. Wieder ein anderer Nutzer berichtet, in einem Heim in Frankfurt seien alle Bewohnerinnen und Bewohner geimpft worden.

Trotz der Kritik an diesem Vorgehen des Altenheims in Frankfurt wird auf Twitter jedoch auch darauf hingewiesen, dass nicht geplant war, dass bereits im ersten Zuge der Impfkampagne alle Menschen über 80 geimpft werden, sondern dass dies einige Zeit dauern könne. Ob eine Verlosung der Impfdosen allerdings zu dem geplanten Vorgehen zählt, ist unklar. Bald sollen aber größere Mengen des Corona-Impfstoffs in Hessen zur Verfügung stehen.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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