Um das Ansteckungsrisiko zu vermeiden, bittet das Gesundheitsamt, nur dann Begleitpersonen zum Impftermin mitzubringen, wenn unbedingt Hilfe erforderlich ist. Im Impfzentrum jedenfalls ist alles gut ausgeschildert.
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Um das Ansteckungsrisiko zu vermeiden, bittet das Gesundheitsamt, nur dann Begleitpersonen zum Impftermin mitzubringen, wenn unbedingt Hilfe erforderlich ist. Im Impfzentrum jedenfalls ist alles gut ausgeschildert.

Corona-Impfung

Im Frankfurter Corona-Impfzentrum – Das sind die größten Fehler beim Besuch – So können Sie sie vermeiden

  • vonSarah Bernhard
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Für immer mehr Menschen in Frankfurt steht ein Termin im Impfzentrum in der Festhalle an. Doch beim Besuch dort gilt: Augen auf!

Frankfurt – Die Corona-Impfung klappt nicht so, wie sich Politiker und Bürger das vorgestellt haben. Missverständnisse sind aber vermeidbar. Wir haben nachgefragt, welche Fehler Impfberechtigte am häufigsten machen - und erklären, wie Sie sich und dem Impfpersonal Zeit und Nerven sparen.

Sich falsch registrieren: Ob und warum Sie zu den Impfberechtigten gehören, entscheidet kein System. Das machen zunächst einmal Sie selbst bei der Registrierung, die telefonisch unter 116 117 oder 0611/505 92 888 oder impfterminservice.hessen.de im Internet möglich ist. Die dahinter geschaltete Software weist Ihnen lediglich gemäß Ihrer Selbsteinschätzung einen Termin zu. Haben Sie aus Versehen oder absichtlich falsche Angaben gemacht, fällt das also erst den Mitarbeitern im Impfzentrum auf. Wenn sich dann herausstellt, dass Sie die Voraussetzungen für die Prio-Gruppen 1 oder 2 nicht erfüllen, werden Sie ohne Impfung wieder nach Hause geschickt.

Impfzentrum Frankfurt: Immunreaktion mit Astrazeneca sei „unvorhersehbar“

Astrazeneca ablehnen: Solange es noch nicht genügend Impfstoff gibt und noch nicht klar ist, wann weitere Impfstoffe wie Johnson & Johnson und Curevac zugelassen werden, ist die Impfstoffwahl in Deutschland nicht frei. Auch nicht für Menschen, die an einer Gerinnungsstörung leiden, und deshalb nicht mit Astrazeneca geimpft werden wollen. Laut Frankfurter Gesundheitsamt liegt das daran, dass die „seltenen aber schwerwiegenden Thrombosen unter diesem Impfstoff“ nicht mit einer Thromboseneigung zusammenhängen, sondern durch „eine Immunreaktion gegen die Blutplättchen“ entstehen. Diese Immunreaktion sei „unvorhersehbar“ und trete bei Menschen mit und ohne Gerinnungsstörung gleichermaßen auf.

Zu früh im Impfzentrum sein: Wer zu früh kommt, steht entweder im Kalten, im Nassen, im Weg oder in einer Warteschlange. Denn egal, wie früh Sie kommen: Sie kommen nicht früher dran, teilt das Gesundheitsamt mit. Kommen Sie deshalb pünktlich. Legen Sie andererseits schon früh alle Unterlagen bereit, damit es nicht plötzlich hektisch wird. Sie können eine Begleitperson mitbringen - aber nur dann, wenn Sie wirklich Hilfe brauchen, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren.

Impfzentrum Frankfurt: Härteantrag nur seltenen Fällen genehmigt

Impftermin verfallen lassen: Wenn Sie, zum Beispiel, weil Sie krank sind, oder von Ihrem Hausarzt geimpft werden, Ihren Termin nicht wahrnehmen können oder wollen, können Sie ihn telefonisch unter 0611/505 92 888 absagen. Der Termin kann dann für eine andere Person genutzt werden und Sie bekommen, wenn gewünscht, so bald wie möglich einen neuen Termin.

Härtefallantrag wegen Wartezeit: Viele Menschen stellen im Moment allein aufgrund von wochenlanger Wartezeit auf einen Impftermin einen Härtefallantrag. „Das Gesundheitsamt wird überflutet von solchen Anträgen, die in aller Regel abgelehnt werden“, heißt es von dort. „Nur schwere Krankheitszustände wie etwa Lungenerkrankungen, eine bevorstehende Chemotherapie oder eine Organtransplantation seien Gründe für einen schnelleren Impftermin.“

Angst wegen Thrombose: Mittlerweile gilt es als gesichert, dass es keinen Zusammenhang zwischen den Thrombosen, die in einigen Fällen nach der Impfung mit Astrazeneca (AZ) aufgetreten sind, und Gerinnungsstörungen gibt. Forscher der Universität Greifswald haben herausgefunden, dass es sich stattdessen um eine Immunreaktion handelt. Zunächst bilden die Geimpften - wie geplant - Corona-Antikörper. In seltenen Fällen lagern sich diese an Blutplättchen an, die eigentlich dazu dienen, Gefäße zu verschließen, um Blutungen zu stoppen. Da keine Blutung vorliegt, verstopfen die aktivierten Blutplättchen stattdessen die Gefäße, bevorzugt im Gehirn. Eine Thrombose entsteht. Deshalb sollten Menschen, die drei Tage nach der Impfung mit AZ starke Kopfschmerzen haben, zum Arzt gehen.

Impfen im Impfzentrum Frankfurt: Astrazeneca für Menschen über 60 empfohlen

Bis zur Veröffentlichung der Forschungsergebnisse Ende März hatten laut der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung von 2,2 Millionen mit Astrazeneca geimpften Deutschen 31 eine Hirnvenenthrombose bekommen. Das entspricht 0,001 Prozent. Neun von ihnen starben. Seitdem gibt es eine Behandlungsmethode, die die Blutplättchen wieder deaktiviert.

Zunächst wurden in Deutschland nur jüngere Menschen mit dem britischen Impfstoff geimpft, nach den Todesfällen wurde die Impfung ganz ausgesetzt. Die Greifswalder Forschungsergebnisse zeigten, dass ein Großteil der Betroffenen unter 60 Jahre alt ist. In Großbritannien, wo vor allem ältere Menschen mit AZ geimpft wurden, traten keine Thrombosen auf. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) mittlerweile, nur noch Menschen über 60 mit AZ zu impfen. (Sarah Bernhard)

Aufgrund des Corona-Vakzin Astrazeneca wurde die Impf-Reihenfolge angepasst. Menschen ab 60 können sich daher bereits impfen lassen.

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