Ein Fahrzeug der städtischen Ordnungspolizei ist im Hafenpark auf einer Kontrollfahrt unterwegs. In Hessen hatte die Polizei am Samstag (18.04.) trotz vielerorts frühlingshafter Temperaturen keine größeren Verstöße gegen das weitgehende Kontaktverbot wegen der Corona-Pandemie gemeldet.
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Ein Fahrzeug der städtischen Ordnungspolizei ist im Hafenpark auf einer Kontrollfahrt unterwegs. In Frankfurt wurden viele Verstöße gegen die Corona-Regelungen festgestellt.

Corona-Verordnung

50.000 Corona-Kontrollen in Frankfurt: Für die Stadt macht sich das so richtig bezahlt

  • Svenja Wallocha
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In Frankfurt wurden in den letzten Monaten tausende Verstöße gegen die Corona-Regelungen festgestellt. Vor allem das Kontaktverbot nahmen viele nicht ernst. Für die Stadt macht sich das bezahlt.

  • Zur Eindämmung von Corona* gelten in Hessen bestimmte Regelungen.
  • Doch nicht alle halten sich daran.
  • In Frankfurt wurden in den letzten Monaten über 2000 Verstöße festgestellt.

Frankfurt - Mit einer Gruppe ohne Abstand am Mainufer entspannen, sich zu Großveranstaltungen treffen – all das und noch vieles mehr war oder ist in Hessen zu Corona-Zeiten untersagt*. Zur Eindämmung des Virus gelten nämlich bestimmte Verordnungen. Wer keinen Mindestabstand einhält oder sich mit zu vielen Menschen gleichzeitig trifft, muss mit Strafen rechnen.

Doch nicht jeder nimmt die Corona-Regeln ernst. Die Stadt Frankfurt hat in den vergangenen drei Monaten 2434 Verstöße gegen die von der Landesregierung angeordneten Corona-Regeln registriert und entsprechende Verfahren eingeleitet. In den meisten, nämlich in gut 2100 der Fälle, wurde gegen das geltende Kontaktverbot* verstoßen, wie die Stadt mitteilte.

Frankfurt: Über 2000 Verstöße gegen Corona-Regeln - Einnahmequelle für Stadt

Insgesamt gab es in Frankfurt zwischen Anfang April und Ende Juni knapp 50.000 Kontrollen. Laut Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) seien Polizei und auch Ordnungsamt zu Zeiten der weitreichendsten Beschränkungen rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche mit dem deutlichen Schwerpunkt der Corona-Kontrollen beschäftigt gewesen. „Mich freut es, dass sich dieser Einsatz gelohnt und dazu beigetragen hat, dass wir in Frankfurt von einer größeren Corona-Welle verschont blieben“, sagte Frank.

Bezahlt machen sich die vielen Kontrollen auch für die Kassen der Stadt Frankfurt. Wie das Ordnungsamt laut „hessenschau.de“ mitteilte, könnten alleine mit den 1784 Bußgeldbescheiden aus den Monaten April und Mai über eine halbe Million (542.505 Euro) in die Stadtkassen fließen. Das sei jedoch erst dann der Fall, wenn die Bescheide rechtskräftig und ordnungsgemäß bezahlt werden. Die Betroffenen können jedoch auch Einspruch erheben. Frankfurt ist übrigens im Vergleich mit anderen großen Städten Hessens Spitzenreiter bei Bußgeld-Bescheiden.

Corona in Frankfurt: Verstöße auch in der Gastronomie – Viele Anzeigen

Die Kontrollen in den letzten Monaten durch Mitarbeitende des Ordnungsamts waren laut Stadt Frankfurt 28.700 Gewerbe- und 11.900 Gaststättenkontrollen. Außerdem wurden die Grünanlagen und Spielplätze 8300 Mal kontrolliert. In den Shisha-Bars der Stadt gab es fast 1000 Kontrollen.

Dabei wurden unter anderem auch 92 Verstöße in gastronomischen Betrieben angezeigt. Davon 43 Mal Bewirtungsverbot und 49 Mal Hygieneverstöße. Außerdem gab es 52 Verstöße wegen Nichteinhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Metern und 25 Verstöße in Bezug auf Hotelübernachtungen. Auch 21 Verstöße gegen das Schließungsgebot von Gewerbebetrieben wurden festgestellt sowie 108 sonstige Verstöße. In die Gesamtzahl der eingeleiteten Ordnungswidrigkeitenverfahren fallen auch Anzeigen der Landespolizei.

Dezernent Markus Frank zeigt sich im Hinblick auf die Zahlen beeindruckt über den Einsatz der Stadtpolizisten. „In dieser für alle sehr schwierigen Zeit finde ich es bewundernswert zu sehen, mit wie viel Engagement und Herzblut sich die Stadtpolizei zum Wohle aller Menschen in Frankfurt am Main ab dem ersten Tag der Krise diesem Thema gewidmet hat. Wir sind und waren innerhalb der Stadtpolizei, aber auch im Bereich der Ordnungswidrigkeiten, zu diesem Thema äußerst gut aufgestellt und werden auch zukünftig unseren wichtigen Beitrag dazu leisten, dass die Infektionsgefahr in Frankfurt so gering wie möglich bleibt.“

Die Stadt Frankfurt hatte allein im April 410.000 Euro an Corona-Strafen* verhängt – mehr als jede andere deutsche Stadt. Vor allem auf öffentlichen Plätzen, wie dem Friedberger Platz im Frankfurter Nordend, trafen sich trotz Corona regelmäßig viele Menschen. Dabei wurde immer wieder gegen das Corona-Kontaktverbot verstoßen. Eine Institution der Frankfurter Kulturszene fällt der Corona-Pandemie zum Opfer. Das Veranstaltungszentrum „HoRsT“ muss schließen. (svw/red) *fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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