Die Messe Frankfurt ist ein möglicher Standort für ein Impfzentrum, ebenso wie der Flughafen.
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Die Messe Frankfurt ist ein möglicher Standort für ein Impfzentrum, ebenso wie der Flughafen.

Impfzentren geplant

Corona-Pandemie: Wie sich Frankfurt auf die Massen-Impfungen vorbereitet

  • Julia Lorenz
    vonJulia Lorenz
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Corona-Impfung in Frankfurt: Der Planungsstab nimmt seine Arbeit auf – unterdessen hat sich die Zahl der Todesfälle innerhalb eines Monats verdoppelt.

Frankfurt – Jetzt wird es ernst: Am Montag hat das Land den Einsatzbefehl für den Aufbau und Betrieb von landesweiten Covid-19-Impfzentren gegeben. Das gilt natürlich auch für Frankfurt. Deshalb hat der Planungsstab Impfzentrum unter der Leitung des Gesundheitsamts, unterstützt von der Branddirektion, nun seine operative Arbeit aufgenommen.

Corona in Frankfurt: Impfzentren geplant

"Nachdem das Gesundheitsamt schon seit geraumer Zeit an möglichen Impfszenarios gearbeitet hat, können mit dem Einsatzbefehl nun die konkreten operativen Schritte für diese Mammutaufgabe eingeläutet werden", teilte Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) gestern mit. Er zeigte sich zuversichtlich, dass das Gesundheitsamt und die Branddirektion "auch diese große Herausforderung bravourös meistern" werden. Majer sagte weiter: "Mit gut geplanten und effizienten Impfaktionen und einer hoffentlich hohen Impfquote steht uns die Tür zu einer wirklichen und langersehnten Normalisierung dann im nächsten Jahr offen."

In Frankfurt sollen in absehbarer Zeit mindestens 60 Prozent der Bürger geimpft werden - zuerst ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen, dann Mitarbeiter in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Noch ist allerdings kein Impfstoff zugelassen und es muss abgewartet werden, wie viele Impfdosen Hessen vom Bund zugeteilt bekommt. Nichtsdestotrotz hat die Landesregierung beschlossen, dass es insgesamt 30 Impfzentren in Hessen geben soll. In Frankfurt wird es wahrscheinlich zwei geben. Im Gespräch sind als mögliche Standorte die Messe und der Flughafen Frankfurt. Die Impfzentren sollen sieben Tage die Woche jeweils von 7 bis 22 Uhr geöffnet haben. 1000 Impfungen sollen täglich möglich sein.

Corona-Pandemie in Frankfurt: "Nicht zu früh in Sicherheit wiegen"

Gesundheitsdezernent Majer mahnen dennoch zur Geduld: "Es ist ein ermutigendes Signal. Aber es wird viele Monate dauern, bis die erforderliche Impfquote erreicht wird." Bis dahin gelte nach wie vor: Abstand halten, Hände waschen, Maske tragen und lüften. "Uns zu früh in Sicherheit zu wiegen, wäre ein großer Fehler", so Majer.

Derweil hat sich in Frankfurt die Zahl der Menschen, die an den Folgen des Coronavirus gestorben sind, innerhalb von nur vier Wochen verdoppelt. Gab es Ende Oktober in Frankfurt seit Beginn der Pandemie noch 86 Todesfälle, lag die Zahl gestern nach Angaben des Gesundheitsamts bei 172. "Das ist traurig, war aber zu erwarten", sagte gestern Kirsten Gerstner, Sprecherin von Gesundheitsdezernent Majer, auf Anfrage dieser Zeitung. Das sei aber kein Frankfurter Phänomen. "Deutschlandweit steigen die Todesfälle wieder", so Gerstner. "Das liegt daran, dass sich wieder vermehrt ältere Menschen mit der Lungenerkrankung infizieren."

Coronavirus in Frankfurt: Besucherstopp in Senioren-Wohnanlage aufgehoben

Diese Erfahrung hat man auch in der Senioren-Wohnanlage Oberin-Martha-Keller-Haus, betrieben vom Gesundheitskonzern Agaplesion, in den vergangenen Wochen gemacht: Fünf Bewohner sind an Sars-CoV-2 gestorben. Sechs Bewohner sind aktuell noch infektiös, 57 Senioren hingegen konnten aus der Isolierung entlassen werden. Auch der Großteil der Mitarbeiter ist wieder gesund. Nur noch sechs Mitarbeiter wurden positiv getestet. Noch vor zwei Wochen hatte es in der Einrichtung 50 Corona-Fälle gegeben. Der Besuchsstopp ist mittlerweile aufgehoben. Bei jedem Besucher wird ein Antigen-Schnelltest durchgeführt.

In der Senioren-Wohnanlage Haus Saalburg, die ebenfalls zu Agaplesion gehört und wo es auch zahlreiche Infektionen gegeben hatte, gibt es noch 15 infizierte Bewohner, bei 52 Senioren hingegen ist ein erneuter Test negativ ausgefallen. In der Senioren-Wohnanlage hatten sich 20 Bewohner und acht Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Aktuell befinden sich noch sieben Mitarbeiter in Quarantäne. Zwei Bewohner müssen noch stationär im Krankenhaus behandelt werden. Ein Senior ist an den Folgen der Lungenerkrankung gestorben.

Seit März sind in Frankfurt insgesamt 14 624 Menschen positiv auf Covid-19 getestet worden. 11 835 Frankfurter gelten bereits als genesen, 2617 sind noch infektiös. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag gestern bei einem Wert von 240. (Julia Lorenz)

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