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Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat Schal und T-Shirt.

Viraler Hit

Als Schutzmaske: Corona-Krise macht Babbel-Schal aus Frankfurt berühmt

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Der Babbel-Schlauchschal von Textildrucker Uwe Eisenmann aus Frankfurt wird in der Corona-Krise als Schutzmaske abgekultet.  Selbst Bodo Ramelow trägt ihn. 

  • Masken sind in der Corona-Krise äußert gefragt und wichtig
  • Der Babbel-Schlauchschal aus Frankfurt schützt – und gibt eine wichtige Botschaft mit
  • Die Idee eines Textildruckers aus Höchst geht viral – selbst Bodo Ramelow schlägt zu

Frankfurt – Eigentlich bedruckt Uwe Eisenmann T-Shirts aus Frankfurt für Kegelclubs, Trikots für Vereine oder auch Tragetaschen aus Jute für Gewerbetreibende. Doch das Geschäft ist in der Corona-Krise eingebrochen. 

Seit der Textil-Veredler allerdings seinen wie ein Bembel dekorierten Schlauchschal mit der schönen hessischen Aufschrift "Babbel mich ned voll und wasch dei Händ" auf den Markt gebracht hat, will ihn jeder haben. Bilder mit dem Tuch werden in den Sozialen Medien wie Facebook oder Instagram geteilt, immer mehr begeistern sich dafür - er geht "viral", wie man schon vor Corona zu einer solchen exponenziellen Vermehrung durch Teilen und "Liken" sagte. Der Spruch ist witzig und bringt es auf den Punkt. 

Babbel-Schal aus Frankfurt: Bodo Ramelow trägt ihn als Corona-Schutz

Jetzt hat sich auch der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow als Fan des Höchster Tüchleins offenbart: Auf seinem Facebook-Profil hat der Linken-Politiker ein Selbstbildnis mit dem "Babbel"-Schal aus Frankfurt veröffentlicht. Er dankt für die nachbarschaftliche Corona-Hilfe aus Hessen und überlegt, ob nicht doch das Leibgetränk der Nachbarn - der Ebbelwoi - ein probates Mittel gegen das Virus sein könnte...

Auch Michael Quast, Leiter der "Fliegenden Volksbühne" und über sein Sommer-Festival "Barock am Main" ein halber Höchster, hat sich einen solchen Babbel-Schal besorgt, ein Foto gepostet und damit ganz neue Interessenten erschlossen. Im Fall des thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow hat dessen Frau bestellt - samt T-Shirt. "Er hat sich über die Überraschung gefreut", weiß Uwe Eisenmann. Das Care-Paket ins Nachbar-Bundesland macht ihn stolz: "Wir helfen den Nachbarn, wo wir können."

Uwe Eisenmann (links) und seine Frau Karen (rechts) mit Sebastian Borst (Mitte) aus Kelkheim, der den Textildruck-Betrieb in der Höchster Bahnstraße zum 1. August übernehmen wird.

Coronavirus in Frankfurt: Babbel-Schal wird Corona-Krisen-Kult

Eisenmann, der als Parteiloser im Ortsbeirat 6 (Frankfurter Westen) sitzt, engagiert sich seit Jahren und unterstützt etwa tatkräftig das Höchster Schlossfest. Im kommenden Jahr will er zur Kommunalwahl nicht mehr antreten, weil er und seine Frau Karen als Privatiers an die Küste ziehen. 

Sein Mitarbeiter Sebastian Borst wird die Firma übernehmen. Borst hatte die Idee mit dem witzigen Spruch. Erste Drucke auf T-Shirts liefen aber eher verhalten. Dann kam die Idee mit den Schlauchschals aus atmungsaktiver Mikrofaser. Das Tuch ist dehnbar - und kann bedruckt werden.

Corona-Schutz-Schal aus Frankfurt: Alle Bestände sind aufgekauft

"Wir haben alle Bestände aufgekauft", sagt Eisenmann. Der Schlauchschal sei das Produkt der Stunde. "Anfang vergangener Woche gab es bei einem Lieferanten in Spanien noch 114 000 Stück, Ende der Woche noch 1000." Die hat er sich gesichert, hatte zuvor schon 5000 geordert, als es anlief: Uwe Eisenmanns Online-Shop wird immer öfter angeklickt; er versendet die Tücher nach nah und fern. 

Selbst bei den "Zahnärzten am Bolongaropalast" ist das Tuch beliebt.

Wer in der Nähe von Frankfurt wohnt, kann sein Tuch an der Druckerei abholen: Es gibt einen "Drive In", sprich, einen Parkplatz und eine Handynummer. Auf Anruf kommt jemand aus dem Laden und übergibt die Bestellung mit dem nötigen Abstand. Inzwischen sind die grauen Morfs restlos ausverkauft - es gibt nur noch weiße. "Wir drucken weiter", sagt Uwe Eisenmann, "Das Ding rettet gerade unsere kleine Firma." 

Hier gibt's den Babbel-Schal

Grafik-Idee Textilwerbung, Höchster Bahnstraße 4, 65929 Frankfurt, Online-Shop: www.grafik-idee.de

Mainova-Chef Alsheimer spricht im Interview über den Stromverbrauch in Frankfurt in Corona-Zeiten, die Verantwortung für den Betrieb von Kliniken und Supermärkten und Notfall-Szenarien, falls sich die Lage noch zuspitzt.

Selbst in Zeiten von Corona pausieren andere grausame Krankheiten nicht. Auch in den Pandemie-Monaten gibt es ergreifende Schicksale, die nichts mit dem Virus zu tun haben. Der kranke Lukas ist erst zwölf Jahre alt und lebt in einem Pflegeheim. Er darf wegen der Corona-Krise kaum Besuch empfangen: Der Bahnbabo hilft*.

Die Corona-Krise als künstlerische Inspiration:Ein Frankfurter Unternehmen begeistert mit ungewöhnlichen Artikeln.

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