Die Corona-Inzidenz in Frankfurt ist im bundesweiten Vergleich besonders hoch. Doch woran liegt das?
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Die Corona-Inzidenz in Frankfurt ist im bundesweiten Vergleich besonders hoch. Doch woran liegt das? (Archivbild)

Corona-Pandemie

Steigende Corona-Inzidenz in Frankfurt – So reagiert die Stadt

  • Erik Scharf
    VonErik Scharf
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Frankfurt ist einer der Corona-Hotspots in Deutschland. Die Inzidenz ist im bundesweiten Vergleich besonders hoch. Das Gesundheitsamt reagiert gelassen.

Frankfurt – Wer sich in diesen Tagen durch Frankfurt* bewegt, merkt kaum einen Unterschied zu vergangenen Wochen. Seit fast zwei Monaten gelten die Lockerungen der Bundesnotbremse. Die Gastronomien in der Innenstadt sind gut gefüllt, auf der Zeil herrscht wieder reges Treiben. Das Coronavirus scheint auf dem Rückzug.

Dabei ist Frankfurt aktuell nicht nur der Corona-Hotspot in Hessen, sondern auch der gesamten Nation. Am Donnerstag (08.07.2021) meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) eine Inzidenz von 20,0 – Höchstwert in Deutschland! Es folgen die Stadt Baden-Baden (18,8) und der Main-Taunus-Kreis, quasi die Nachbarschaft Frankfurts, mit einer 7-Tage-Inzidenz von 17,6.

Corona in Frankfurt: Neuinfektionen im zweistelligen Bereich

Zum Vergleich: Die bundesweite Inzidenz liegt laut Angaben des RKI am Donnerstag bei 5,2. Durch die hohen Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Frankfurt und dem Main-Taunus-Kreis ist auch der Durchschnittswert in Hessen mit 8,3 so hoch wie in keinem anderen Bundesland. Lediglich in Hamburg (8,1) sind die Fallzahlen fast identisch.

Die täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Frankfurt lagen in den vergangenen Tagen stets im zweistelligen Bereich. Am vergangenen Samstag (03.07.2021) meldete das Hessische Ministerium für Soziales und Integration 68 neue Ansteckungen mit Covid-19, seither kamen bis zum Donnerstag 93 Fälle hinzu. Insgesamt ist die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Frankfurt auf 39.580 gestiegen.

Hohe Inzidenz in Frankfurt erschreckt Gesundheitsamt „erstmal nicht“

Im Gesundheitsdezernat der Stadt ist deshalb allerdings noch keine Panik ausgebrochen. „Das erschreckt uns erstmal nicht. Die Zahlen sind in den letzten Wochen rasant heruntergegangen. Und wir haben im Moment keinen Anstieg, sondern eine Stagnation. An einem Tag geht es ein paar Fälle hoch, am nächsten Tag ein paar Fälle runter“, sagte der neue Leiter des Gesundheitsamtes Frankfurt, Peter Tinnemann, gegenüber der FAZ.

Zudem habe man beim Gesundheitsamt die Nachverfolgung im Griff. Wie eine Sprecherin bestätigt, seien die gemeldeten Infektionen mit dem Coronavirus zum großen Teil über die Fläche der Stadt Frankfurt verstreute Einzelfälle. Lediglich an einer Grundschule in Fechenheim steckten sich viele Kinder und Eltern mit der Delta-Variante* an.

Corona in Frankfurt: Reiserückkehrer und Flughafen Frankfurt kein großer Faktor

Die Delta-Variante des Coronavirus gilt ohnehin als deutlich ansteckender im Vergleich zu anderen Varianten. Auf Nachfrage teilte das Gesundheitsamt aber mit, dass der Anteil an dokumentierten Infektionen mit der Delta-Variante im Vergleich zur Gesamtzahl in Frankfurt bei 1,5 Prozent liege. Jedoch sei der Anteil der Delta-Variante in den letzten beiden Juni-Wochen auf 12,9 und 13,6 Prozent der gesamten Infektionen mit dem Coronavirus gestiegen. Der tatsächliche Anteil dürfte deutlich höher liegen, da „nur anteilig PCR-Proben auf das Vorkommen der Delta-Variante hin untersucht werden“, wie das Gesundheitsamt auf Nachfrage mitteilte.

Dass auch die vermehrten Urlaubsfahrer und damit auch der Flughafen Frankfurt* ihren Anteil an der vergleichsweise hohen Inzidenz in Frankfurt haben, lässt sich zumindest nicht völlig von der Hand weisen. In den letzten beiden Juni-Wochen ließen sich sieben Ansteckungen mit der Delta-Variante auf Reiserückkehrer zurückführen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die entspannte Haltung im Gesundheitsamt in Frankfurt angesichts der höchsten Inzidenz in Deutschland berechtigt gewesen ist. (esa) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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