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Tage der offenen Tür, wie kürzlich an der Höchster Helene-Lange-Schule, gehörten für die Eltern von Viertklässlern zuletzt zum Pflichtprogramm. Bis zum 5. März müssen sie sich entschieden haben, bei welcher weiterführenden Schule sie ihr Kind anmelden wollen.

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Countdown für Schulplatzvergabe läuft ab: Antworten auf die wichtigsten Fragen

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Am 5. März endet die Bewerbungsfrist für weiterführende Schulen in Frankfurt. Das sind die Antworten auf die wichtigsten Fragen für die suchenden Eltern.

  • Anmeldung für weiterführende Schulen in Frankfurt endet bald
  • Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick
  • Viele Eltern plagt die Frage nach der richtigen Schule

Frankfurt – Sie haben Tage der offenen Tür besucht, Infoabende und Schnuppertage. Doch noch immer plagt viele Eltern die Frage: Welche Schule ist denn nun die richtige für mein Kind? Rund 5900 Familien von Viertklässler stehen derzeit vor der Entscheidung, wie es nach dem Schuljahr für ihre Sprösslinge weitergeht. Gymnasium, Realschule, Hauptschule oder doch eine Gesamtschule? Bis zum 5. März müssen die ausgefüllten Anmeldeformulare für die weiterführende Schule an der Grundschule abgegeben sein.

Hier kommt eine Übersicht und Checkliste mit Antworten auf die wichtigsten Fragen, die Mütter und Väter gerade beschäftigen.

Nach welchen Kriterien sollten Eltern die richtige Schule für ihr Kind aussuchen?

Die Eltern sollten berücksichtigen, was sich die Kinder wünschen, wo ihre Talente sind oder was zu ihnen passt. So sollte ein musisch begabtes Kind natürlich eher an einer Schule mit dem Schwerpunkt Musik statt Sport angemeldet werden. Und für die naturwissenschaftlich oder sprachlich interessierten Kinder wäre natürlich eine Schule angebracht, die diese Neigungen fördert, Wenn ein Kind eine Schule völlig ablehnt, sollte man diese nicht in Betracht ziehen.

Wie stehen die Chancen, einen Platz an der Wunschschule zu bekommen?

Die gute Nachricht: Im vergangenen Jahren haben rund 80 Prozent der Viertklässler einen Platz an ihrer Erstwunschschule bekommen. Die schlechte Nachricht: Rund zehn Prozent der Kinder haben keinen Platz an einer ihrer beiden favorisierten Schulen bekommen. Das waren mehr als 500 Mädchen und Jungen. Auch für dieses Jahr rechnet das Staatliche Schulamt mit vergleichbaren Zahlen.

Was müssen die Eltern auf dem Anmeldeformular angeben?

Die Familien müssen sich für zwei Schulen entscheiden. Zudem müssen sie angeben, welche erste Fremdsprache das Kind lernen soll. Bietet die Schule zwei erste Fremdsprachen an, können sie selbst entscheiden, ob das Kind beispielsweise lieber Englisch oder Französisch lernen soll. Ist es egal, kann man auch zwei Kreuze machen, sollte aber nebendran kennzeichnen, welche die erste Wahl wäre. Darüber hinaus können die Eltern auf einem beiliegenden Extrablatt angeben, ob ihnen die Erreichbarkeit einer Schule oder der Bildungsgang wichtiger ist.

Wie sucht eine Schule ihre Schüler aus?

Der Paragraf 70 des Hessischen Schulgesetzes gibt die Kriterien vor, nach denen die Schüler ausgewählt werden müssen. Demnach müssen soziale Härtefälle vorrangig berücksichtigt werden. Zudem spielt der Wunsch nach der ersten Fremdsprache und nach einem vom Kultusministerium zertifizierten Schwerpunkt, also Musik oder Sport, eine Rolle. Geschwisterkinder können, müssen aber nicht bevorzugt aufgenommen werden. Sind all diese Kriterien abgearbeitet und noch freie Kapazitäten vorhanden, entscheidet das Los.

Was ist ein Härtefall?

Das sind beispielsweise Kinder, die krankheitsbedingt keine langen Wege auf sich nehmen können und deshalb wohnortnah in die Schule gehen müssen. Auch Kinder, deren Eltern lebensbedrohlich krank sind, können als Härtefälle gelten. Krankheiten müssen von einem Amtsarzt bescheinigt werden. Alleinerziehend zu sein ist kein Härtefall.

Muss das Kind ein Musikinstrument spielen, wenn es eine Schule mit dem Schwerpunkt Musik besuchen will?

Nein. Das Kind muss sich aber möglicherweise verpflichten, ein Instrument zu lernen. Die Aufnahmebedingungen in den Schwerpunkt Musik sind auf den Homepages der Schulen nachzulesen.

Haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Platz für ihr Kind an einer bestimmten Schule?

Nein. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf die Wunschschule. Es gibt lediglich den Anspruch auf einen bestimmten Bildungsgang, sprich: auf das Gymnasium, die Realschule oder Hauptschule.

Kann man mit taktischen Wahlverhalten einen Platz an der Wunschschule bekommen?

Das klappt nur bedingt. Als Erstwunsch sollte man aber auf jeden Fall die Schule angeben, die am Besten zum Kind passt, auch wenn von vorneherein klar ist, dass die Schule Jahr für Jahr überrannt wird. Sinnvoll ist es allerdings, beim Zweitwunsch nicht unbedingt eine Schule anzugeben, die überlaufen ist. Erfahrungsgemäß haben neugegründete Schulen oder solche am Stadtrand oft noch Plätze frei. Blöd wird es allerdings, wenn hunderte Familien aus taktischen Gründen eine Schule wählen, die in den zurückliegenden Jahren nicht sonderlich beliebt war. Dann sind auch dort die Kapazitäten schnell erschöpft.

Wie können Eltern einen kühlen Kopf bewahren?

Eines sollte den Eltern klar sein: Die Wahl der weiterführenden Schule ist keine Entscheidung fürs Leben. Das Bildungssystem ist flexibel. Es muss nicht immer der direkte Weg zum Abitur sein. Auch ein Umweg beispielsweise über die Realschule ist möglich. Es muss aber auch nicht immer das Abitur sein, um erfolgreich im Beruf zu sein.

Wie geht es nach dem 5. März weiter?

Die Erstwunschschulen sichten die Anmeldebögen und wählen respektive losen Schüler aus. Die Anmeldebögen der Schüler, die keinen Platz bekommen haben, werden an die Zweitwunschschulen geschickt. Anträge von Schülern, die auch dort nicht aufgenommen werden, werden an das Staatliche Schulamt weitergeleitet. Bei der Verteilerkonferenz im Mai wird allen Schülern, die nicht an einer ihrer favorisierten Schule aufgenommen wurden, ein Platz im gewünschten Bildungsgang zugewiesen.

Wer lost an den Schulen?

Es wird das Sechs-Augen-Prinzip angewandt. In der Regel nehmen an der Verlosung der Schulleiter oder die Schulleiterin sowie zwei weitere Personen der Schule teil. Es wird ein Protokoll geführt.

Wann werden die Zusagen und Absagen verschickt?

Am 28. Mai werden die Zusagen verschickt. Zudem versenden die Schulen, die nicht alle Erst- und Zweitwünsche aufnehmen konnten, eine Absage mit einer kurzen Begründung. Es kann einige Tage dauern, bis die Briefe bei den Familien ankommen. Wer nach einer Zuweisung wissen möchte, an welcher Schule es noch freie Plätze gibt, der kann vom 8. Juni an im Staatlichen Schulamt unter der Nummer (069) 389 891 38 anrufen.

DieSchulplatzvergabe ist für viele Eltern in Frankfurt und überall meistens eine sehr aufreibende Suche. Die ersten Infoabende und Tage der offenen Tür finden bereits seit November statt. Und am Ende zählt vielleicht nur das Los über die Schule.

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