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Das nächste Freibad kommt unter die Haube

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Von: Judith Dietermann

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Seit November überdacht eine Traglufthalle das Freibad Hausen. Das soll nun auch in Nieder-Eschbach realisiert werden.
Seit November überdacht eine Traglufthalle das Freibad Hausen. Das soll nun auch in Nieder-Eschbach realisiert werden. © Christoph Boeckheler

Frankfurt braucht dringend mehr Schwimmbäder – Platz ist aber bekanntlich knapp. In Nieder-Eschbach soll das Freibad bald auch im Winter genutzt werden.

Frankfurt – Bereits bei der Eröffnung der Traglufthalle im Freibad Hausen im November vergangenen Jahres hatte Sportdezernent Mike Josef (SPD) die Vision, die dortige Überdachung des Schwimmer- und Nichtschwimmerbeckens in den Wintermonaten als Blaupause für andere Bäder in der Stadt zu nehmen. Was jetzt tatsächlich in die Realität umgesetzt wird. So soll nun auch das erst jüngst grundsanierte Nieder-Eschbacher Freibad unter die Haube kommen und der Stadt in den Monaten von Oktober bis April die fehlenden, aber immens wichtigen Wasserflächen bringen. Um irgendwann in allen Schulen Schwimmunterricht sowie den Vereinen Schwimmkurse anbieten zu können.

"Bis zu vier Schulklassen haben mit der Halle zeitgleich die Möglichkeit, das Bad im Winter zu nutzen. Im Frankfurter Norden, der ohnehin mit Bädern unterversorgt ist", sagte Josef gestern bei der Vorstellung der Planungen. Die noch in den Kinderschuhen stecken, so konnte der Sportdezernent weder etwas zu den Kosten sagen, noch zum Zeitpunkt, wann die Traglufthalle stehen wird. Von drei Jahren gehe man für Planung und Bau aus, sagte er. Zur Wintersaison 2024/ 25 könnte dann erstmals auch im Winter im Freibad geschwommen werden.

Freibad in Frankfurt: Traglufthalle günstiger als ein Neubau

Die Flächen in der Stadt seien hart umkämpft - für Wohnungen, Schulen und Sportstätten. Deswegen müsse man kreativ werden. Mit der Möglichkeit einer Traglufthalle werde man genau das. Zudem sei diese nicht nur deutlich schneller, sondern auch kostengünstiger realisierbar als ein Neubau. Was auch die geplante Realisierung eines Schwimmsportzentrums zeigt. "Wir haben das nicht vergessen, bitten allerdings um Geduld. Das sind deutlich umfangreichere Planungen, als die Überdachung eines Freibades in den Wintermonaten", so Mike Josef. Wohlwissend, dass vor allem die Vereine auf genau solch eine Sportstätte warten, wie Michael Ulmer, Sprecher der SG Frankfurt, betonte.

Trotzdem freue man sich freilich über die Kreativität, die die Stadt und die Bäderbetriebe (BBF) nun an den Tag legen. Denn es sind eben nicht nur die Vereinsschwimmer, sondern auch die Schulen und die Bevölkerung, die nach Wasserflächen lechzen. "Um die Kapazitäten der Traglufthalle über dem Freibad zu schaffen, müssten wir vier Lehrschwimmbecken bauen", rechnete BBF-Geschäftsführer Boris Zielinski vor. Zehn bis 15 Jahre soll die Traglufthalle, die in den Sommermonaten bei der bauenden Firma eingelagert wird, halten. Die im Riedbad ist mittlerweile zehn Jahre alt. "Erst jetzt beim Sturm hat man gemerkt, welche technischen Fortschritte es in den vergangenen Jahren gab. In der Bergen-Enkheimer Halle haben sogar die Lampen gewackelt, in Hausen hat man nichts gemerkt", sagt der Bäder-Chef.

Überdachung des Freibads in Frankfurt hat viele Vorteile: Kürzere Fahrzeiten für die Schulen

Groß über den Schritt der Stadt ist die Freude auch bei Carolin Friedrich, sportpolitische Sprecherin der CDU. "Derzeit müssen die Schüler vom Riedberg oder aus Nieder-Eschbach bis ins Riedbad fahren. Sie sitzen länger im Bus, als zu schwimmen. Das wird sich nun ändern", sagte sie. Bereits seit einigen Monaten setze sie sich für ein weiteres Schwimmbad im Norden von Frankfurt ein, die Traglufthalle sei ein erster guter Schritt in die richtige Richtung. "Es ist eine geniale Idee, die im Winter ungenutzten Bäder so nutzbar zu machen", sagte sie.

Ob sich dies auch auf andere Frankfurter Freibäder umsetzen lässt, ist allerdings noch Zukunftsmusik. Neben dem Höchster Silobad gebe es bereits ein Hallenbad, im Brentanobad und auch in Eschersheimer sei solch eine Halle sicher nicht realisierbar, erklärte Mike Josef. Schon die Gegebenheiten in Nieder-Eschbach seien schwieriger als in Hausen. So gibt es zwischen Becken und Umkleiden einen kleinen Hügel, letztere müssten deswegen wohl versetzt werden. Das seien aber Details, die die Realisierung nicht verhinderten. Betrieben werden soll die Halle mit einem Blockkraftheizwerk, überschüssige Energie werde ins Stromnetz eingespeist. "Es ist ein rundum gelungenes Projekt. Wir freuen uns auf die Umsetzung", sagten Josef und Zielinski. (Judith Dietermann)

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