Gut 50 Nachbarn gingen am Donnerstag für mehr Ruhe im Quartier auf die Straße. Bis zu 1700 Autos, die dort nichts zu suchen haben, fahren laut ihrer Zählung und des Transparents täglich durch die Straßen.
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Gut 50 Nachbarn gingen am Donnerstag für mehr Ruhe im Quartier auf die Straße. Bis zu 1700 Autos, die dort nichts zu suchen haben, fahren laut ihrer Zählung und des Transparents täglich durch die Straßen.

Kampf gegen Schleichverkehr

Protest in Sachsenhausen: Anwohner gegen Pendler

  • vonKatja Sturm
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Gut 50 Nachbarn gingen am Donnerstag für mehr Ruhe im Quartier auf die Straße. Bis zu 1700 Autos, die dort nichts zu suchen haben, fahren laut ihrer Zählung und des Transparents täglich durch die Straßen.

  • Anwohner aus Sachsenhausen demonstrieren gegen Pendler
  • Viele Pendler fahren durch Sachsenhausen
  • Besonders Autofahrer aus dem Rodgau versuchen Ampeln zu umfahren

Frankfurt - Es ist nicht sonderlich laut an diesem Abend, da etwa 50 Bürgerinnen und Bürger gemeinsam einen kleinen Spaziergang durch den Schützenhüttenweg, den Letzten Hasenpfad und den Sachsenhäuser Landwehrweg unternehmen. Sie selbst verwenden, obwohl organisiert, keine akustischen Mittel und erheben, von Unterhaltungen miteinander abgesehen, auch nicht ihre Stimmen. Die Fahrer der Autos, die sich in wachsender Schlange dahinter reihen, sind zumindest nicht erkennbar ungehalten. So ist das nunmal, wenn nicht nur ein Transparent, sondern auch eine Polizeieskorte vorne und am Ende deutlich macht, dass dies eine angemeldete Demonstration ist.

Frankfurt Sachsenhausen: Weitere Aktionen in der Zukunft

Thomas Holzmann gehört zu denen, die dazu aufgerufen haben. Mit der Hilfe von 800 Flyern, über Facebook und das Nachbarschaftsnetzwerk nebenan.de. Es ist die zweite Aktion dieser Art, weitere sind geplant. "Flashmobs" nennt Holzmann diese, bei denen vielleicht mal eine Kreuzung für eine halbe Stunde blockiert werden soll, um das Anliegen einprägsamer vorzutragen.

Es geht den Initiatoren um ein Konzept, das die Verkehrssituation im südlichen Teil von Sachsenhausen, westlich der Darmstädter Landstraße, erträglicher macht. Dadurch, dass der "Rodgauer Schnellweg" unattraktiver wird, so nennen sie den Schleichweg durch ihr Wohngebiet, weil es vor allem Fahrzeuge aus dieser Region sind, die so Ampeln umfahren und Umwege vermeiden.

Seit Jahren schon setzen die Frankfurter sich dafür ein. Doch das Einzige, was laut Holzmann bislang erreicht wurde, ist das Verbot der Nutzung des Fußgängerwegs auf einem Teil des Letzten Hasenpfads als Parkfläche, wodurch die Straße, weil die abgestellten Autos nun komplett auf dieser stehen, an dieser Stelle zu eng ist, um bei Gegenverkehr einfach durchzurauschen.

Mehrere SPD- und Linken-Vertreter aus dem Ortsbeirat, die mitgehen, erkundigen sich mit Blick auf mögliche Anträge nach den Vorstellungen, die die Bewohner des betroffenen Viertels haben.

Alleine zu kontrollieren, wer kein Anlieger und damit gar nicht berechtigt ist, die Straße für die Durchfahrt zu nutzen, reicht laut Thomas Holzmann nicht. Gerade mal 15 Euro kostet die Missachtung dieses Verbots. "Wer behauptet, sich hier ein Grundstück anzusehen, muss nicht mal die bezahlen."

Frankfurt Sachsenhausen: Vorschläge zur Verbesserung

Als Punkte für eine Verbesserung werden genannt: Die Abschaffung des Linksabbiegerstreifens vor der Aral-Tankstelle für den Verkehr, der auf der Darmstädter Landstraße stadteinwärts fährt, so dass diejenigen, die in den Schützenhüttenweg wollen, nur über den Parkweg vor dem Südfriedhof dorthin kommen. Die extreme Einschränkung der Zeit, in der die Ampel, an der die Autos aus dem Landwehrweg heraus sich wieder in den Verkehr auf der Hauptstraße einfädeln, auf Grün steht, so dass nur jeweils zwei oder drei pro Phase die Möglichkeit dazu haben. Und ein Blitzer, der die Fahrer festhält, die bei der Auffahrt auf dem Letzten Hasenpfad ignorieren, dass dieser auf dem kurzen Stück zwischen Großem Hasenpfad und Oberem Schafhofweg eine Einbahnstraße und damit in dieser Richtung zu befahren verboten ist.

Diese Regelung den Berg hinauf weiter beizubehalten, schwebt Thorsten Dorn vor, der als Anwohner am Ende des Schützenhüttenwegs tagtäglich das Chaos an der Ecke mitbekommt. Er setze sich dafür schon lange ein, bisher jedoch ohne Erfolg. 

Bei Rot noch mitten auf der Straße: Fußgänger klagen über kurze Ampel-Schaltung in Frankfurt.

Eine Petition wird gestartet, um die Grünphase von Ampeln in Frankfurt zu verlängern. Grund dafür ist die Angst um Senioren und Schulkinder.

von Katja Sturm

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