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Der Alte Bahnhof in Niederrad ist Geschichte

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Von: Stefanie Wehr

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Nur noch ein Schutthaufen ist vom Alten Bahnhof übrig. Das Gebäude musste weichen, weil eine Brücke hier gebaut wird.
Nur noch ein Schutthaufen ist vom Alten Bahnhof übrig. Das Gebäude musste weichen, weil eine Brücke hier gebaut wird. © Michael Faust

Der Bahn-Knoten am Frankfurter Stadion wird erweitert. Dafür musste der Alte Bahnhof in Niederrad weichen: Die Deutsche Bahn hat das Gebäude abgerissen.

Frankfurt – Im Jahr 1882 wurde das Gebäude eingeweiht, fast hundert Jahre diente es als Bahn-Station. Neun Jahre stand das Gebäude zuletzt leer, Efeu rankte sich an der Fassade hoch, am Boden wuchsen Brombeerhecken um das alte Haus herum. Das Grün wurde schon vor Monaten gerodet, wie auch zahlreiche Bäume auf dem Bahn-Gelände oberhalb der Donnersbergstraße. Nun ist der Alte Bahnhof nur noch ein Schutthaufen. Zwei Abrissbagger taten ganze Arbeit, waren am Freitag schon fertig mit ihrem Werk.

Die Nachbarn nahmen kaum Notiz, aber manch ein Niederräder ist traurig: Viele Kindheits- und Jugenderinnerungen sind mit dem Bahnhof und dem Gelände drumherum verbunden. Egbert Krug hat, wie unser Fotograf, Bilder vom Abriss gemacht und dachte daran, wie er als Kind immer dort spielte und später als Jugendlicher von dort mit dem Zug täglich zum Hauptbahnhof zur Schule fuhr. Ein jüngerer Passant erzählt, dass er mit seinem Opa, der ums Eck wohnte, auf dem Gelände des Alten Bahnhofs stundenlang die vorbeifahrenden Züge beobachtete.

Alter Bahnhof in Frankfurt-Niederrad: 30 Jahre als Gaststätte genutzt

Der Bahnhof wurde 1979 stillgelegt. Ab 1983 war in dem Gebäude die Gaststätte Alter Bahnhof beheimatet, die 30 Jahre lang von den Wirtsleuten Renate und Peter Liebler betrieben wurde. Das urige Lokal mit der Holztheke und den alte Zugabteilen als Sitzgelegenheiten war im Stadtteil sehr beliebt. Anfangs gab es regelmäßig Live-Musik und die Reihe „Rock im Bahnhof“ - bis die Vergnügungssteuer den Musikveranstaltungen einen Strich durch die Rechnung machte.

Der Bahnhof musste weichen, weil die Bahn das Gelände braucht, um darauf eine neue Eisenbahnbrücke zu montieren. Weil die Gleise zwischen Hauptbahnhof und Stadion von vier auf sechs erweitert werden, muss eine neue Brücke her. Im Jahr 2027 soll sie fertig sein.

Als Nächstes wird noch in diesem Jahr oberhalb der Gärten der Ernst-May-Häuser an der Donnersbergstraße die Böschung aufgeschüttet und eine Stützwand gebaut. Auf der wird dann eine sechs Meter hohe Lärmschutzwand errichtet. Das Gelände des Alten Bahnhofs, wo früher die Kinder spielten, wird dann nicht nur unkenntlich, sondern gar nicht mehr zu sehen sein. (Stefanie Wehr)

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