Mit den vielen Schlaglöchern und eher provisorischen Ausbesserungen gleicht die Talstraße einem Flickenteppich. Die Stadt verspricht eine Sanierung. Doch noch laufen die Vorplanungen, gibt es keinen Termin für die dringend notwendigen Arbeiten.
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Mit den vielen Schlaglöchern und eher provisorischen Ausbesserungen gleicht die Talstraße einem Flickenteppich. Die Stadt verspricht eine Sanierung. Doch noch laufen die Vorplanungen, gibt es keinen Termin für die dringend notwendigen Arbeiten.

Anwohner klagen

Desolater Zustand - doch diese Straße in Frankfurt wird nicht saniert

Die Talstraße in Kalbach ist in einem schlimmem Zustand. Anlieger und Busfahrer klagen, doch ein Datum für die Sanierung gibt es nicht.

Um den Zustand der Talstraße in Kalbach zu beschreiben, braucht Anwohner Helmut Reith nur ein einziges Wort: "Katastrophe", sagt er. Ein Blick auf die Fahrbahn bestätigt seine Einschätzung: Vor allem der Abschnitt zwischen der Bonifatiusstraße und An der Grünhohl gleicht einem Flickenteppich. Entsprechend uneben ist der Asphalt - was die Anwohner nicht nur sehen, sondern auch hören. "Wenn ein Bus vorbeifährt, hat man das Gefühl, dass gleich die Achse bricht", sagt Reith. Bereits vor dreieinhalb Jahren erzählte eine weitere Anwohnerin bei einer Sitzung des Ortsbeirats 12 (Kalbach, Riedberg), dass in ihrer Wohnung die Gläser im Schrank klirrten, wenn der Bus vorbeifahre. Geschehen ist seitdem nichts.

Desolate Straße in Frankfurt: Kaum Platz auf dem Gehsteig

Doch damit nicht genug: Obwohl auf der einen Straßenseite ein Halteverbot gelte, parkten dort immer wieder Autos. "Teilweise stellen die sich direkt an die Mauer", hat ein Anlieger beobachtet. Für Fußgänger bleibe so kaum noch Raum und für den rollenden Verkehr auf der schmalen Straße weniger Platz, was vor allem Busse zu heiklen Ausweichmanövern zwinge. "Aber das interessiert niemanden", klagt Reith. Nur selten schicke das Ordnungsamt jemanden, um die Parksünder zu verwarnen.

Mit Sorge blickt der Anwohner auf die Bordsteine, über die nicht nur Autos, sondern auch Busse und Lastwagen beim Ausweichen häufig fahren. Manche der Randsteine hätten sich mittlerweile fast unter das Straßenniveau gesenkt, sagt Reith. Mit möglicherweise fatalen Auswirkungen für die Abflussrohre, die von den Häusern zum Kanal führen. Alle Rohre seien mittlerweile verrutscht, erzählt ein Nachbar.

Desolate Straße in Kalbach: Gesichtsfeld ist eingegrenzt

Eine Sanierung wünscht sich auch Hannelore Schüssler von "TrotzDem Aktiv". Die Kalbacher Einrichtung für Menschen mit Demenz ist direkt an der Ecke Talstraße/An der Grünhohl untergebracht. Oft stehen dort Spaziergänge auf dem Programm. "Die Unebenheiten in der Straße sind für Menschen mit Demenz ein Problem, denn sie sehen das nicht so richtig", erklärt Hannelore Schüssler. Schließlich verändere sich bei Demenzpatienten das Gesichtsfeld. Der Blick gehe fast nur noch nach vorn; was rechts, links, oben oder unten sei, nähmen die Betroffenen kaum wahr.

Entsprechend stark gefordert sind die Betreuer, vor allem beim Überqueren der Fahrbahn. Und auch auf den schmalen Gehsteigen, die zur Straße hin oft stark abfallen. Das Gehen mit einem Rollator oder gar das Schieben eines Rollstuhls sei dort schwierig und kräftezehrend, sagt Hannelore Schüssler.

Sie hat noch ein weiteres Anliegen im Hinblick auf die Sanierung: "Wir wünschen uns ein oder zwei Parkplätze für die Angehörigen." Damit diese beim Bringen und Abholen der Demenzpatienten auch mal einige Zeit stehen bleiben könnten, um vielleicht noch mit den Betreuern zu sprechen.

Das Amt für Straßenbau und Erschließung verfolgt andere Ziele: da die Straße sehr schmal sei, gehe es vor allem darum, "die Voraussetzungen für den Linienbusverkehr zu verbessern und die Parkflächen baulich neu zu ordnen", sagt Amtsleiterin Michaela Kraft. Für die Sanierung der Talstraße zwischen Grünhohl und Bonifatiusstraße sowie der Bonifatiusstraße zwischen Talstraße und Hauptstraße habe das Amt jetzt eine Vorplanung erarbeiten lassen. "Es sind mehrere Varianten entwickelt worden, die noch ämterübergreifend abgestimmt werden müssen", erklärt Kraft. "Eine Lösung, die wir weiter verfolgen können, liegt noch nicht abschließend vor. Im Rahmen einer weiteren Begehung und Bewertung vor Ort, die noch im Januar stattfindet, wird geklärt, an welcher Planungsoption weitergearbeitet werden kann." Wann die Sanierung tatsächlich beginnt, stehe aber noch nicht fest, da die Vorplanung noch nicht abschließend geklärt sei. Die Kosten für die gesamte Sanierungsmaßnahme schätzt das Amt auf 2,5 Millionen Euro. 

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Brigitte Degelmann


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