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Von der Polizei zerstört: Aufregung um Baumhaus aus Lützerath - es sollte in Frankfurter Museum kommen

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Von: Niklas Hecht

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Das Deutsche Architekturmuseum mit Sitz in Frankfurt wollte eine der Protesthütten aus Lützerath in einer Ausstellung zeigen. Daraus wird nun nichts mehr.

Frankfurt/Lützerath - Das Protestcamp in Lützerath ist geräumt. Sechs Tage nach Beginn des Polizeieinsatzes in dem nordrhein-westfälischen Weiler, der zugunsten des Tagebaus Garzweiler vom Energiekonzern RWE abgerissen werden soll, haben auch die letzten beiden Aktivisten, die tagelang in einem selbstgebauten Tunnel unter dem Kohledorf ausgeharrt hatten, den Braunkohleort verlassen. Man sei erleichtert, dass die lebensgefährliche Lage der Aktivisten durch intensive Gesprächen habe beendet werden können, schrieb RWE in einer Pressemitteilung zur Räumung des Tunnels.

Mit dem Abgang der Aktivisten - „Fridays for Future“ sprach zwischenzeitlich von mindestens 35.000 Demonstranten - verschwindet nun nach und nach auch das Protestcamp. Und das sehr zum Missfallen des Deutschen Architekturmuseums mit Sitz in Frankfurt.

Das Museum hatte sich nach eigenen Angaben vergeblich darum bemüht, eine Hütte aus dem Protestcamp zu retten und sie in einer Ausstellung zu zeigen. Das Häuschen namens „Rotkoehlchen“ sei bei den Räumungsarbeiten des Energiekonzerns RWE am Wochenende zerstört worden, teilte das Museum bei Instagram mit. Ein Video vom Abriss der Hütte lud am Montag (16. Januar) die Aktivistin Emily Laquer auf ihrem Twitter-Account hoch. Dazu schrieb sie: „Der Polizeichef wusste, dass das Architektur-Museum den historischen Turm in #Lützerath als Stück Zeitgeschichte haben wollte. Es war ihm egal.“

Ausstellung zum Thema „Protest/Architektur“: Baumhaus sollte in Frankfurter Museum kommen

Die Idee des Architekturmuseums in Frankfurt sei gewesen, das Holzhaus in einer Ausstellung zum Thema „Protest/Architektur“ zu zeigen, sagte Kurator Oliver Elser am Montag der dpa. Die ab Herbst geplante Schau geht der These nach, dass Protestbewegungen den öffentlichen Raum nicht nur durch ihre Botschaften prägen, sondern auch durch ihre - meist temporären - Bauten.

Elser zufolge standen die Ausstellungsmacher seit längerem in Kontakt mit den Aktivisten, die gegen die Räumung von Lützerath kämpften. Laut dem Kurator habe es bereits einen Leihvertrag mit den Aktivisten gegeben. Gespräche mit Polizei uns RWE seien aber nicht erfolgreich gewesen. (nhe/dpa)

Vergangenes Jahr wechselte das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt die Main-Seite. Der Grund: Der angestammte Hauptsitz am Schaumainkai 43 wird saniert und ist deshalb geschlossen. Wegen der Maßnahmen, die voraussichtlich bis Ende 2023 dauern, hat das Museum nun ein Ausweichquartier unweit des Ostbahnhofs bezogen.

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