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Eine Kamera schaut entlang eines Bahnsteigs im Hauptbahnhof Frankfurt. 

 Nach tödlicher Attacke 

Videoüberwachung: Mehr Kameras sollen den Hauptbahnhof sicherer machen

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Am Hauptbahnhof Frankfurt möchte die Deutsche Bahn (DB) die Videoüberwachung nach der tödlichen Attacke auf Gleis 7 ausweiten. 

  • Videoüberwachung am Hauptbahnhof Frankfurt wird ausgebaut 
  • Deutsche Bahn (DB) will das Drehkreuz in der Mitte Deutschlands sicherer machen
  • 300 neue Kameras am größten Hauptbahnhof in Hessen - ein Drittel bereits installiert  

Hauptbahnhof Frankfurt - Nach der tödlichen Attacke, bei dem ein Junge an Gleis 7 am Hauptbahnhof Frankfurt getötet wurde,  hat die Deutsche Bahn mit der Modernisierung und dem Ausbau der Videoüberwachung dort begonnen. "Im Frankfurter Hauptbahnhof ist inzwischen ein Drittel der 300 neuen Kameras installiert", sagte ein Bahn-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Die Überwachungsgeräte am Hauptbahnhof mitten in Frankfurt würden nach dem Konzept der Bundespolizei angebracht. Laut dem Sprecher gab es bisher schon 100 alte Kameras im Hauptbahnhof, die aber ersetzt würden. Die 200 weiteren geplanten Kameras seien zusätzlich.

Frankfurt Hauptbahnhof: DB will mehr Videotechnik am Drehkreuz in Hessen 

Für die Bahn dient Videotechnik nach eigenen Aussagen in erster Linie zur Beobachtung und Überwachung des Betriebs und zur Wahrung des Hausrechts. Abwehr von Gefahren und Strafverfolgung obliege hingegen der Bundespolizei.

Auch auf anderen Bahnhöfen werden Kameras installiert. Die Auswahl dieser Bahnhöfe treffen Bahn und Bundespolizei gemeinsam. Dabei spielen Fahrgastfrequenz, die Anzahl von Zughalten und die polizeiliche Statistik eine zentrale Rolle, sagt der Bahnsprecher. Enge Grenzen setze dabei der Datenschutz. Nur die Bundespolizei hat Zugriff auf gespeicherte Bilder.

Hauptbahnhof Frankfurt: Mehr Streifen auf den Bahnsteigen im Einsatz

Grundsätzlich sind Bahn und Bundespolizei bestrebt, die Videoüberwachung von Bahnhöfen auszubauen. Allerdings ist eine flächendeckende Videoüberwachung aus Gründen des Datenschutzes nicht möglich. Nach den geltenden Regeln ist Videotechnik nur dann zulässig, wenn sie erforderlich, angemessen und verhältnismäßig ist.

Hintergrund der Sicherheitsbestrebungen ist ein schreckliches Verbrechen am Hauptbahnhof Frankfurt: Ende Juli hatte ein Mann einen Achtjährigen und dessen Mutter an Gleis 7 am Hauptbahnhof in Frankfurt vor einen einfahrenden ICE gestoßen. Der Junge starb noch im Gleisbett, seine Mutter konnte sich in letzter Sekunde retten. 

Tödliche Attacke am Hauptbahnhof: Frankfurt und ganz Deutschland stand unter Schock 

Nach der tödlichen Attacke am Hauptbahnhof in Frankfurt, bei der ein achtjähriger Junge starb: Die Staatsanwaltschaft schätzt den Tatverdächtigen, einen Familienvater aus Eritrea, der seit 2006 in der Schweiz lebt, wegen einer psychischen Erkrankung als nicht schuldfähig ein. Sie hat beantragt, ihn dauerhaft in Sicherheitsverwahrung zu nehmen. 

Nach Tötung in Frankfurt: Deutsche Bahn (DB) und die Bundesregierung wollen Bahnhöfe sicherer machen 

Nach dem Vorfall hatten Bundesregierung und Deutsche Bahn mehr Sicherheit an Bahnhöfen vereinbart. Dazu gehörte auch die Forderung, mehr Polizisten auf Bahnsteigen patrouillieren zu lassen. "Wir haben deutlich mehr Streifen im Einsatz", erläutert Erster Polizeihauptkommissar Christian Altenhofen, Sprecher bei der Bundespolizei in Koblenz. 

Seit dem Vorfall an Gleis 7 seien mehrere Streifen täglich zusätzlich unterwegs. "Sie informieren die Reisenden, wenn sie etwa sehr dicht am Gleisbett stehen, sie geben Hinweise, sie beobachten Auffälligkeiten." 

Frankfurt Hauptbahnhof: Die Bundespolizei braucht mehr Kameras in den Gebäuden

Vorsorglich für Sicherheit sorgen, auffällige Personen rechtzeitig zu entdecken, gegebenenfalls aus dem Verkehr ziehen, ist auch die Aufgabe der Bundespolizei am Hauptbahnhof. Dazu benötigt sie die Kameras.

Nach dem tödlichen Angriff war auch diskutiert worden, Barrieren an den Bahnsteigkanten zu errichten. Das aber lehnt die Bahn als nicht praktikabel ab, da Züge mit unterschiedlichen Abmessungen und Tür-Konfigurationen eingesetzt werden und diese zudem nicht zentimetergenau halten können.

Attacken an Bahnhöfen wie am Hauptbahnhof in Frankfurt: "Wir müssen mit der Gefahr leben"

"Natürlich ist es gut, wenn mehr und bessere Kameras am Hauptbahnhof hängen. Auch mehr Polizeistreifen erhöhen die Sicherheit", sagt der Landesvorsitzende von Pro-Bahn, Thomas Kraft. 

Doch es sei eine Illusion zu glauben, man könne Attentate wie im Sommer an Gleis 7 am Hauptbahnhof in Frankfurt verhindern. "Was ist denn in Bad Vilbel, wo die Schnellzüge mit hoher Geschwindigkeit am Bahnsteig vorbeirasen?" Kameras nützten da nichts, wenn Geistesgestörte unterwegs seien. Sicherheit sei eine Illusion, damit müsse man sich abfinden.

Wie könnte man Bahnhöfe sicherer machen - nicht nur in Frankfurt? 

Vorschläge, die Fahrgäste erst auf den Bahnsteig zu lassen, wenn der Zug gehalten hat, hält Kraft auch für realitätsfern: "Da plant man in Frankfurt einen Fernzugtunnel und verspricht einige Minuten Fahrzeitverkürzung quer durch Deutschland. Ein Vielfaches dieser Zeitersparnis ginge jedoch verloren, wenn man unterwegs an jedem Bahnhof eine viel längere Haltedauer einplanen müsste", warnt Kraft. "Wir müssen mit der Gefahr leben." tjs/lhe

Ein Experte und Ex-Bahn-Planer schlägt vor, dass der Südbahnhof zum neuen Hauptbahnhof Frankfurt ausgebaut werden könnte. Ein Fernbahntunnel sei unnötig.

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