Logo der Postbank in Köln vor einer Filiale.
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Gedränge in Corona-Zeiten: In einer Postbank-Filiale in Frankfurt wurde es viel zu voll.

Keine Abstände

Frankfurt: Kunden ignorieren Corona-Regeln – Postbank greift nun hart durch

  • Judith Dietermann
    vonJudith Dietermann
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Die Lage vor dem Post-Schalter in der Nordweststadt in Frankfurt wird kritisch – es ist brechend voll. An die Corona-Schutzregeln hält sich kaum einer. Das hat nun Folgen.

Frankfurt – Ursprünglich wollte Lydia M. nur ein Päckchen abholen. Doch das, was sie in der Postbank-Filiale am Walter-Möller-Platz im Nordwestzentrum erlebte, ließ ihr einfach keine Ruhe. „In der Schlange zu stehen und zu warten, daran hat man sich während der Corona-Pandemie ja längst gewöhnt. Damit komme ich klar, solange sich an die Abstände gehalten wird“, sagt die rüstige Rentnerin.

Doch eben das sei bei der Post nicht der Fall gewesen. Nicht nur in der Schlange vor der Tür hätten die Menschen "dicht an dicht gestanden", auch im Innenraum sei es "brechend voll" gewesen. Und das, obwohl eigentlich nur fünf Kunden gleichzeitig die Filiale betreten dürfen. Unabhängig davon, ob sie einen der Postschalter oder einen Geldautomaten nutzen wollen.

Frankfurt: Kunden halten sich in Postfiliale nicht an Corona-Regeln - Hinweise werden ignoriert

Darauf werde auch am Eingang deutlich hingewiesen. Daran gehalten hätte sich aber kaum jemand. "Es gibt nur eine Möglichkeit: Der Eingang muss kontrolliert werden. Die Mitarbeiter können das nicht leisten. Wäre der Inhalt des Päckchens nicht wichtig für mich gewesen, hätte ich sofort wieder umgedreht", sagt die ältere Dame.

Das hat Norbert H. hingegen getan. Und nicht zum ersten Mal. "Was bringt mir da eine Maske, wenn mir die Menschen so auf die Pelle rücken? Das kann so nicht weitergehen", fordert auch er Lösungen. Auch, weil die Filiale am Walter-Möller-Platz bereits Anfang November eine Woche geschlossen werden musste, nachdem ein Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden war. "Das war doch ein deutlicher Warnschuss", meint Norbert S.

Frankfurt: Corona-Vorschriften in Postfiliale - Plakate sollen Kunden ermahnen

Die Filiale am Walter-Möller-Platz, teilt derweil Postbank-Sprecher Hartmut Schlegel mit, sei bislang nicht als auffällig gemeldet worden. "In der Filiale selbst achten die Mitarbeiter am Schalter, aber auch die Kundenberater auf die Einhaltung der Abstände und die Fünf-Personen-Regelung", erklärt er. Dennoch könne man, trotz des derzeit deutlich reduzierten Kundenaufkommens, im Vorraum der Filiale, der wegen der Bankautomaten durchgängig geöffnet ist, nicht ausschließen, dass Kunden sich an die Regelungen des Nordwestzentrums und der Filiale in Bezug auf Corona hielten.

Grundsätzlich arbeite die Postbank mit unterschiedlichen Mitteln, um die Zugangsbeschränkungen der Corona-Vorschriften einzuhalten, erklärt Hartmut Schlegel. In allen Filialen, so auch im Nordwestzentrum, seien Plakate aufgestellt worden, aus denen ersichtlich sei, wie Kunden sich verhalten müssen, um das Übertragungsrisiko zu minimieren. "In vielen Fällen reicht dies auch, weil unsere Kunden sich in sozialer Verantwortung vorschriftsmäßig verhalten", so der Sprecher.

Jetzt reagiert die Post: Wachdienst in Filiale in Frankfurt

In zahlreichen Filialen sei zusätzlich ein Ampelsystem installiert worden. Dies kennt man auch aus einigen Discounter-Ketten. Dies regelt den Zugang mittels der Farben rot und grün. In anderen Filialen wiederum, in denen weder die soziale Selbstkontrolle der Kunden, noch eine Ampel sicherstellen könne, dass die Vorschriften eingehalten werden, würden zudem Wachleute eingesetzt, die den Zugang regeln.

Ein Schritt, den die Postbank nun auch bei ihrer Filiale am Walter-Möller-Platz gehen will. Denn, so Hartmut Schlegel, man nehme die Hinweise der Kunden sehr ernst. "Als Maßnahme werden wir daher zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Wachperson installieren, die bei Bedarf den Zugang regelt", verspricht der Sprecher. (Judith Dietermann)

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