Doreen Sauer nimmt ein Paket von DHL-Boten Eduard Frickel entgegen. Über ihnen hängt ein Banner mit der Aufschrift „10 Jahre Edi, wir sagen DANKE!“
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Mit einem Danke-Banner überraschten Doreen Sauer und zahlreiche andere Nieder-Erlenbacher „ihren“ DHL-Paketboten Eduard Frickel.

Nieder-Erlenbach

Anwohner feiern DHL-Paketboten Edi – mit einer ungewöhnlichen Aktion

  • vonAlexandra Flieth
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DHL-Paketbote „Edi“ hat eine ganz besondere Verbindung zu den Anwohnern des Stadtteils in Frankfurt, in dem er Pakete austrägt. Nach zehn Jahren Eisatz wird er nun gefeiert.

Frankfurt - Eduard Frickel, den in Nieder-Erlenbach alle einfach nur "Edi" nennen, ist ein DHL-Paketbote, der seiner Arbeit mit viel Leidenschaft nachgeht. Seit zehn Jahren trägt er die Pakete im nördlichen Frankfurter Stadtteil aus. Zum runden Geburtstag haben die Bürger des Stadtteils ihren Paketboten gefeiert. Ein großes Banner, das ganz zentral auf dem kleinen Platz vor der Sparkasse befestigt ist, zeugt von der unglaublichen Wertschätzung, die die Nieder-Erlenbacher ihrem Edi entgegenbringen. In großen schwarzen Lettern steht darauf geschrieben: "10 Jahre Edi, wir sagen Danke!"

Doreen Sauer, die im Stadtteil einen Friseursalon hat, ist eine der Mitinitiatorinnen der Aktion. Die Idee, die Arbeit von Eduard Frickel zu würdigen, gehe zurück auf Marina und Kai Zollenkopf, erzählt Sauer und fügt hinzu: "Edi nimmt sich Zeit und ist immer freundlich. Wir wollen ihn nicht mehr hergeben." Er kenne jeden im Stadtteil mit seinem Namen. Selbst die Namen der Hunde merke er sich.

Frankfurt: DHL-Paketbote wird von Anwohnern mit Feier überrascht

Neben dem Banner gab es auch Karten und einen Fresskorb, den er überreicht bekommen hat. "Selbst ein früherer Kunde, der mittlerweile in Butzbach lebt, kam mit einem Kuchen nach Nieder-Erlenbach", erzählt Frickel, den diese Aktion sehr berührt hat. "Es war eine wirkliche Überraschung." Es sei nicht das Geld, sondern die Menschen, die einen umgeben und die Anerkennung, die im Leben zählen würden, betont er. "Für das, was die Menschen hier für mich gemacht haben, bin ich sehr glücklich und möchte mich bei allen bedanken", sagt er weiter.

Gerne hätte er, dass alle Namen in der Zeitung stehen und fängt an, einige hiervon zu benennen wie Petra Burgmann, Andrea Schneider oder Eva Kreil und Tobias Kreil-Lange. Dass sie sich alle für ihn eingesetzt haben, um ihn zu überraschen, macht deutlich, was er den Menschen im Stadtteil bedeutet.

Frankfurter DHL-Paketbote ein Botschafter des Unternehmens

Seit 2008 arbeitet Frickel für die Post als DHL-Paketbote und sei, wie es Stefan Heß von der Pressestelle Mitte der Deutschen Post DHL Group formuliert, auch ein Botschafter des Unternehmens. Es scheint fast so, als ob jeder in Nieder-Erlenbach den "Edi" kennen würde - selbst Kinder und Jugendliche begrüßen den Paketboten mit Namen, wenn sie ihm auf der Straße begegnen. "Viele der Kinder habe ich aufwachsen gesehen", erzählt Frickel weiter. Er habe zuvor auch andere Bezirke angefahren. Seitdem er die Pakete nach Nieder-Erlenbach bringe, habe er das Gefühl, dass er "wie ein Baum fest im Stadtteil eingewachsen" sei. "Mit dieser Aktion haben sie mir gezeigt, dass ich hierher gehöre."

Frickel hat einen festen Bezirk, den er abfährt, der sich aber auch in den vergangenen zehn Jahren verändert hat. "Am Anfang hatte ich auf meiner Route ganz Nieder-Erlenbach und den oberen Teil von Harheim", erzählt er. Heute gebe es eine andere Aufteilung und er fahre nicht mehr ganz Nieder-Erlenbach an. Seine Route umfasse dennoch zwischen 130 und 150 Stopps täglich. In den aktuellen Zeiten sei auch das Paketaufkommen größer geworden, die Anzahl der Stopps sei aber dieselbe geblieben. Der Arbeitstag beginne für ihn immer mit dem Laden der Pakete in der DHL/Zustellbasis in Rödelheim. Von dort fahre er dann nach Nieder-Erlenbach - bis in den Abend hinein fahre er die Route ab. "Er arbeitet immer lange", sagt Doreen Sauer. "Nur die Montage sind etwas ruhiger", erzählt Frickel.

Frankfurter DHL-Bote bei den Anwohnern sehr beliebt

Auch zu den Festen im Stadtteil wie der Kerb oder dem Höfefest wird der Paketbote eingeladen. In diesem Jahr habe es diese Feste ja leider nicht gegeben. Ansonsten komme er gerne den Einladungen nach, sagt Frickel, der in Usingen im Hochtaunus lebt. Doreen Sauer jedenfalls spricht auch für die anderen, wenn sie sagt: "Der Edi gehört dazu. Er ist ein Teil von uns und bleibt auch ein Teil von uns." (Alexandra Flieth)

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