Badespaß im Freien wird es in Frankfurt bis auf Weiteres nicht geben. Die Notbremse der Bundesregierung regelt, dass Freibäder ab einer Inzidenz von 100 geschlossen bleiben müssen. In Frankfurt lag dieser Wert gestern bei 166,5.
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Badespaß im Freien wird es in Frankfurt bis auf Weiteres nicht geben. Die Notbremse der Bundesregierung regelt, dass Freibäder ab einer Inzidenz von 100 geschlossen bleiben müssen. In Frankfurt lag dieser Wert gestern bei 166,5.

Pandemie

Frankfurt: Die Freibad-Saison könnte diesmal ausfallen

  • Thomas J. Schmidt
    vonThomas J. Schmidt
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Die Bundesnotbremse verbietet die Öffnung der Freibäder. Auch die Hallenbäder müssen schließen. Frankfurter Vereine und Bäderbetriebe äußern Unverständnis.

Frankfurt – Im Mai könnten die Freibäder öffnen - doch sie dürfen nicht. Dies bestätigte der Geschäftsführer der Bäderbetriebe Frankfurt, Boris Zielinski, auf Anfrage dieser Zeitung. "Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass das Bundesgesetz vorschreibt, die Freibäder ab einer Inzidenz von 100 zu schließen." Doch genau so schreibt es das nun verabschiedete Bundesgesetz, die sogenannte Corona-Notbremse, vor, das am heutigen Samstag in Kraft tritt und bis Ende Juni befristet ist.

Bäder-Chef Zielinski glaubt, die Freibäder könnten sicher auch jenseits einer Inzidenz von 100 betrieben werden, die Badegäste könnten ausreichend Abstand halten. "Wir haben im vergangenen Jahr viele Erfahrungen gesammelt, die wir übernehmen können." So sei die Zahl der Besucher generell beschränkt worden. Auch das Online-Buchen von Tickets habe sich bewährt und könnte direkt weitergeführt werden. "Wir machen die Freibäder gerade fit, könnten ab Mai öffnen. Wir müssen nur dürfen." Gestern tagte das Corona-Kabinett der Landesregierung, um die hessischen Regelungen an das Bundesgesetz anzupassen.

Frankfurt: Es ist nicht absehbar, wann die Freibäder wieder öffnen könnten

"Im Vorjahr war ja mit dem Lockdown im März alles zu", so Zielinski, "und ab Mai gab es wieder vorsichtige Öffnungen." Doch die Hoffnung, dass es in diesem Jahr wieder so kommen könnte, hat sich mit dem Bundesgesetz zumindest vorerst zerschlagen. Momentan sei gar nicht absehbar, wann die Bäder wieder öffnen könnten. Die Inzidenz liegt in Frankfurt weit jenseits der 100. Am Donnerstag betrug sie 169,1, am gestrigen Freitag 166,5.

"Wir müssen auch den Vereinssport in den Schwimmbädern beenden", kündigte er an. Dies sei ebenso wie Schulsport jenseits einer Inzidenz von 100 verboten. Und da, obwohl die Bäder ein Hygienekonzept haben, und, so Zielinski, "von unserer Seite aus alles gut machbar und unkompliziert ist."

Nicht nur die Freibäder, auch die Hallenbäder in Frankfurt müssen schließen

Das hat Konsequenzen, auch für die bis gestern zumindest für die Schwimmvereine offenen Hallenbäder: Sie schließen. Damit wird auch der Vereinssport unmöglich gemacht.

Michael Ulmer, Sportlicher Leiter des Ersten Frankfurter Schwimmclubs und Sportdirektor der Schwimmgemeinschaft Frankfurt, berichtet: "Wir haben nach den Osterferien 150 Kurse der Schwimmschule mit 1500 Kindern begonnen. Die müssen wir jetzt absagen." Denn Schwimmunterricht sei nicht mehr möglich. "Nur Leistungskader können noch trainieren."

Frankfurt: Wasser in den Bädern desinfiziert, trotzdem muss geschossen werden

Ulmer versteht die Logik nicht, die dahintersteckt: "Wir hatten keine einzige Infektion bei den Schwimmkursen." Das Chlor im Wasser desinfiziere, "allenfalls in der Umkleide oder am Eingang könnten sich die Teilnehmer nahe kommen". Dabei gilt bei den Vereinssportlern jedoch Maskenpflicht. Trotz all dieser Vorsichtsmaßnahmen müssen die Schwimmvereine ihre Angebote aussetzen. (Thomas J. Schmidt)

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