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Stück für Stück wächst der Neubau der IGS Kalbach-Riedberg an der Gräfin-Dönhoff-Straße - allerdings langsamer als geplant. Im Sommer eröffnet werden kann die Schule wohl nicht. foto: Rainer Rüffer

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Frankfurt: Die neue IGS auf dem Riedberg wird erst deutlich später fertig

  • Judith Dietermann
    vonJudith Dietermann
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Die Corona-Pandemie und ein Brand sorgen für Verzögerungen. Der geplante Umzug im Sommer erscheint derzeit sehr fraglich.

Stets sah es danach aus, als könnte der Zeitplan eingehalten werden, als könnte die IGS Kalbach-Riedberg tatsächlich im August 2021 ihr neues Gebäude an der Gräfin-Dönhoff-Straße verlassen und die Holzpavillons in der Carl-Hermann-Rudloff-Allee freimachen für die Grundschule 3. Doch erst kam die Corona-Pandemie und dann brannte es auch noch Ende September auf der Baustelle. Und schon war der Zeitplan dahin. Dabei war Bau- und Immobiliendezernent Jan Schneider (CDU) noch im Mai positiv gestimmt und hatte auf einen Umzug der Schule im kommenden Jahr gehofft.

"Wir wissen seit wenigen Tagen, dass der ursprüngliche Eröffnungstermin nicht eingehalten werden kann", bestätigte nun eine Dezernats-Sprecherin auf Nachfrage. Um wie viele Wochen oder vielleicht gar Monate die Einweihung verschoben werden muss? Da wollte sie sich auf keinen genauen Zeitraum festlegen. Zunächst habe es Corona-bedingt Probleme mit der Anlieferung gegeben, dann sei die Dachdämmung des Neubaus in Brand geraten. Grund für die Verzögerungen sei also eine Kombination aus beiden Ereignissen,

Feuer auf der Baustelle

Es waren Bitumenschweißbahnen, die auf dem Dach des Baustellengebäudes am Nachmittag des 24. September in Flammen aufgingen. Wegen der starken Rauchentwicklung, die sogar in den Nachbarstadtteilen zu sehen war, wurden die Anwohner aufgefordert, Fenster und Türen zu schließen. Das Feuer konnte glücklicherweise schnell unter Kontrolle gebracht werden, verletzt wurde niemand.

Die Untersuchungen zur genauen Brandursache seien bislang noch nicht abgeschlossen, so die Sprecherin. Deswegen könne man auch noch nicht sagen, was alles genau auf der Baustelle betroffen sei und welche Verzögerungen das mit sich bringe. "Wir wissen, dass diese Verzögerungen sehr ärgerlich sind, denn das Gebäude, in dem die IGS derzeit untergebracht ist, ist nicht für noch mehr Schüler ausgelegt. Im Sommer wird aber der nächste Jahrgang eingeschult, auch wenn das eng wird", so die Sprecherin.

Übergangsquartier wurde erweitert

2017 wurde die IGS Kalbach-Riedberg in den Holzpavillons an der Carl-Hermann-Rudloff-Allee eröffnet. Schon damals war klar, dass es sich dabei nur um ein Übergangsquartier handelt, das 2019 um einen weiteren Trakt für die siebten und achten Klassen erweitert wurde. Denn für die 600 Schüler, die die Integrierte Gesamtschule einmal zählen soll, ist dort schlichtweg kein Platz.

Deshalb war die Schulgemeinde auch in großer Sorge, als sie erstmals von der Verzögerungen erfuhr. "Es gibt keine freien Räume mehr. Mit einem weiteren Jahrgang wird es sehr schwierig. Zumindest mit dem offenen, dem individuellen Konzept ohne feste Klassenräume, das die Schule ja ausmacht", sagt die Elternbeiratsvorsitzende Daniela Engelke.

Daher hätten sie und die anderen Elternvertreter sich auch schnell mit der Schulleitung zusammengesetzt und über die Situation gesprochen. Außerdem habe man sich an Jan Schneider gewandt und mit dem Dezernenten über die Sorgen gesprochen. "Ende kommender Woche haben wir ein Gespräch. Die Sorgen sind nicht weg, aber etwas kleiner. Wir sind guter Hoffnung, dass wir genaue Auskunft und vielleicht auch eine Lösungsvorschlag unterbreitet bekommen", sagt Engelke, der bislang auch nicht bekannt ist, wie lange sich die Eröffnung tatsächlich noch verzögern wird.

Neubau kostet 47 Millionen Euro

14 000 Quadratmeter groß ist das Grundstück an der Gräfin-Dönhoff-Straße, auf dem seit dem Spatenstich im Mai 2019 die neue IGS entsteht. Neben dem Schulgebäude sind eine zwei-Felder-Sporthalle sowie Räume für ein regionales Beratungs- und Förderzentrum vorgesehen. Die Kosten für den in Passivhausbauweise geplanten Schulcampus liegen bei rund 47 Millionen Euro. Judith Dietermann

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