Sie hat schon mit den ganz großen Bands und Künstlen wie Peter Maffay zusammengearbeitet und mit dem bekannten hessischen Comedy-Duo "Badesalz" die "Badesalz"-Backstage-Tour in der Jahrhunderthalle gemacht: Die Regisseurin Andreana Clemenz. FOTO: enrico sauda
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Sie hat schon mit den ganz großen Bands und Künstlen wie Peter Maffay zusammengearbeitet und mit dem bekannten hessischen Comedy-Duo "Badesalz" die "Badesalz"-Backstage-Tour in der Jahrhunderthalle gemacht: Die Regisseurin Andreana Clemenz.

Kultur

Frankfurt: Diese Regisseurin hat's voll drauf

Andreana Clemenz arbeitete schon für Bands wie Metallica und AC/DC sowie Künstler wie Peter Maffay oder David Garrett

Schon als Achtjährige lief sie mit der Super 8-Kamera durch die Gegend und machte Filme. "Ich habe Märchenfilme geschrieben und inszeniert", erinnert sich Andreana Clemenz . Die heute 45-Jährige arbeitet seit langem als Regisseurin, stand auf der Bühne und vor der Kamera und saß im Schnittraum. "Du musst alles mal gemacht haben, wenn du die Gewerke führen möchtest." Und sie wollte immer schon Regisseurin werden, sie hat's geschafft. So arbeitete sie bereits mit den ganz Großen der Branche zusammen. Metallica, AC/DC, Helene Fischer, David Garrett und seit neuestem auch "Badesalz" sind nur einige auf ihrer langen Liste.

Mit dem hessischen Comedy-Duo machte sie die "Badesalz Backstage-Safari", die Teilnehmer "hessisch virtuell" in die entlegensten Winkel der Jahrhunderthalle führt und sie mit so manch schrägen Charakter zusammenkommen lässt (wir berichteten).

Doch der Reihe nach. Ihr Türöffner zur Welt der Stars und Sternchen war ein Theaterstück, das sie mit 20 Jahren schrieb. "Es hieß ,Die Dosis erreicht das Hirn direkt' und mein Hauptinvestor war Sven Väth ", erzählt sie. "Wir haben im Antagon-Theater hier in Frankfurt gespielt und sind damit getourt. Die Musik kam von Markus Löffel gemacht, also Mark Spoon ." Eine Frankfurter Produktion sozusagen. Beim Antagon-Theater lernte sie über eine Freundin die Managerin von Peter Maffay kennen. "Sie hat mich damals gefragt, ob ich bei ,Tabaluga' Regieassistentin werden wollte." Die damals 25-Jährige Clemenz wollte und lehnte andere Angebote ab. Noch heute macht sie bei den "Tabaluga"-Produktionen mit. "Ich finde das total schön."

Aber sie arbeitete auch für viele andere Künstler. Etwa für die Rocker von AC/DC und die Schwermetaller von Metallica. "Ich organisierte und betreute deren Tourneen logistisch. Das war ein Ausflug als Produktionsleiterin", scherzt sie. Sie hat sogar zwei Welttourneen gefahren. Sieben Jahre dauerte ihr "Ausflug." Dann stellte sie fest, dass "ich platzen würde, wenn ich nicht kreativ sein kann", sagt sie. Mit der Band Schürzenjäger ist sie wieder ins Live-Show-Geschäft eingestiegen. "Dann kamen Yakari, Monster High, Beat it und dieses Jahr habe ich mit Samuel Koch zwei Hörspiele von ,Das Kuscheltierkommando' gemacht. Gerade arbeiten wir an einer Show - ,Schwerelos'", sagt sie. Sie nennt sich einen "bunten Hund. Mich kannst du nicht einordnen als Regisseurin. Das fände ich doof. Ich möchte mich nämlich nicht einordnen lassen können".

Die Bühne liegt ihr genauso wie Film, Fernsehen, Kino, Gaming oder Augmented Reality. "Etwa bei der Live-Tour, die ich für David Garrett gemacht habe. Da haben wir Aspekte des Virtuellen in die Show genommen, jetzt haben wir das Live ins Virtuelle gehoben", erklärt sie und spielt damit auf ihre jüngste Arbeit mit dem Comedy-Duo Gerd Knebel und Henni Nachtsheim an.

Bei der "Badesalz Backstage Safari" führt sie die Teilnehmer virtuell durch die Jahrhunderthalle zu Orten, die dem Publikum normalerweise nicht zugänglich sind und zu Figuren, die zwar erfunden, aber dann auch wieder so echt sind, als wären sie real und nicht dem Badesalz-Universum entsprungen. Mit Nachtsheim hat sie auch an einem großen Projekt gearbeitet, das Corona aber abrupt beendete. "Da war die Tinte noch nicht trocken, da kam die Pandemie." So steckten sie ihre Köpfe zusammen und es erwuchs die "Backstage Safari" getreu dem Motto "Wenn schon keiner reinkommt in die Jahrhunderthalle, dann zeigen wir wenigstens die Räume, die sonst nicht zu sehen sind", schildert sie die Idee dahinter. Das ist schon seit einer ganzen Weile fertig und kann jetzt - wieder coronabedingt - erneut zum Einsatz kommen. "Es wird super angenommen", sagt sie. "Das heißt nicht umsonst ,hessisch virtuell'." Darin lag die besondere Herausforderung.

Viele Unternehmen nutzen die "Badesalz Backstage Safari" als virtuelle Weihnachtsfeier, da können Kollegen gemeinsam etwas Außergewöhnliches erleben ohne zusammenzusitzen. Amüsieren mit Abstand. "Wenn du virtuell inszenierst hast du keine Grenzen. Und die Komplexität in eine Einfachheit herunterzubrechen, das erfordert ein ganz anderes kommunikatives Miteinander. Das ist spannend."

Doch die wirkliche Herausforderung fand nicht zwischen Bits und Bites statt, sondern in der wirklichen Welt: "Der Premierentermin war auch mein Geburtstermin." So brachte Clemenz zwei Babys in einem Jahr zur Welt - zum Glück erblickte ihr Kind ein paar Tage vor der Premiere das Licht der Welt. es

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