Die Logos der Auto-Marke Fiat.
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Die Markenlogos von Fiat Professional, Abarth, Fiat, Jeep und Alfa Romeo hängen im Eingangsbereich der Fiat-Niederlassung und der Fiat Chrysler Automobiles Deutschland AG im Frankfurter Osten. Ermittler aus Deutschland, Italien und der Schweiz haben mehrere Standorte der Auto- und Lastwagenbauer Fiat und Iveco sowie von deren Tochterfirmen durchsucht. Es gehe um den Verdacht, dass Diesel-Motoren in verschiedenen Modellen von Fiat, Alfa Romeo, Jeep und Iveco mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung bei der Abgasreinigung versehen seien.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Razzia in Frankfurt: Fiat und Iveco betroffen – Es geht um möglichen Dieselbetrug

  • Alexander Gottschalk
    vonAlexander Gottschalk
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Internationale Ermittler haben die Räume Fiat und Iveco durchsucht – auch in Frankfurt. Die Autohersteller könnten illegale Abschalteinrichtungen für die Abgasreinigung verbaut haben.

  • Am Mittwoch gab es mehrere Razzien bei den Autobauern Fiat und Iveco
  • Gegen sie laufen Ermittlungen wegen des Verdachts des Dieselbetrugs
  • In Deutschland könnten zehntausende Fahrzeuge und ihre Eigentümer betroffen sein

Frankfurt – Diesel-Betrug bei Fiat und Iveco? Diesem Verdacht gehen nun Ermittler aus Deutschland, Italien und der Schweiz nach. Am Mittwoch (22.07.2020) durchsuchten sie mehrere internationale Standorte der Auto- und Lastwagenbauer sowie Standorte der Tochterfirmen. Eine der Razzien traf auch die Geschäftsräume von Fiat in Frankfurt, wo das Unternehmen seinen zentralen Sitz für Deutschland hat.

Razzien bei Autobauern auch in Frankfurt: Verdacht auf Diesel-Skandal gegen Fiat und Iveco

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat die Ermittlungen übernommen. Sie teilte mit, es gehe um den Verdacht, dass Diesel-Motoren in verschiedenen Modellen von Fiat, Alfa Romeo, Jeep und Iveco mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung bei der Abgasreinigung versehen seien. Im Testbetrieb hielten die Fahrzeuge deshalb die zulässigen Grenzwerte für Stickoxide ein, im Realbetrieb soll die Abgasreinigung weitgehend abgeschaltet sein.

Insgesamt sollen allein in Deutschland mehr als 200.000 Fahrzeuge betroffen sein, darunter etwa auch Wohnmobile. Den Eigentümern drohen demnach nun Fahrverbote oder Stilllegungen. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ruft sie nun zum Handeln auf. Konkret sollten Kunden von Fiat und Iveco ihre Unterlagen auf folgende Kriterien kontrollieren:

  • Gehört das Auto zu einer der folgenden Marken: Fiat, Jeep, Alfa Romeo oder Iveco?
  • Wurde das Auto zwischen 2014 und 2019 gebaut und zugelassen?
  • Ist bei dem Wagen als Abgasnorm Euro 5 oder Euro 6 angegeben?
  • Hat das Auto einen der folgenden Motoren verbaut?
  • 1,3 Liter Multijet 1,3 Liter 16V Multijet 1,6 Liter Multijet 1,6 Liter 2,0 Liter Multijet 2,0 Liter 2,2 Liter Multijet II 2,3 Liter 2,3 Liter Multijet 3,0 Liter

Möglicher Diesel-Skandal: Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt bei Fiat und Iveco

Wer seit 2014 einen der potenziell betroffenen Neuwagen erworben hat, ist als möglicher Zeuge gebeten, sich bei der örtlichen Polizeidienststelle zu melden. Die Polizei in Hessen hat dazu alle Informationen und Formulare auf einer eigenen Internetseite bereitgestellt. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt betonte in ihrer Mitteilung, dass bis zum Abschluss des Verfahrens die Unschuldsvermutung gegen die Autobauer gelte.

Im Visier der Ermittler waren den Angaben zufolge zehn Gewerbeobjekte in Baden-Württemberg und Hessen, sowie in der italienischen Region Piemont und im Schweizer Kanton Thurgau. Ein Fiat-Chrysler-Sprecher bestätigte die Durchsuchungen und betonte, man kooperiere mit den Behörden. Details wurden zunächst nicht bekannt.

Nach dem Diesel-Skandal bei VW zogen zehntausende Deutsche vor Gericht. Im Mai 2020 gab es den Durchbruch: Der Autohersteller muss Schadensersatz zahlen. Nun zeichnet sich die nächste Weichenstellung ab – dieses Mal zugunsten von VW. Neben einer Klagenwelle hat der Diesel-Skandal auch für heftige Einschläge in der kommunalen Politik hinterlassen. So wie in Frankfurt, wo Fahrverbote für Dieselautos drohen. (ag/dpa)

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