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Rebstock ist kein Festplatz: Gegenwind für designierten neuen Dippmess-Standort

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Von: Matthias Bittner

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Der Festplatz am Ratsweg soll einen neuen Standort bekommen. Zur Diskussion stehen mehrere Areale am Rebstockpark. FOTO: archiv
Der Festplatz am Ratsweg soll einen neuen Standort bekommen. Zur Diskussion stehen mehrere Areale am Rebstockpark. FOTO: Archiv © Rainer Rüffer

Stadtteilpolitiker lehnen den Umzug des Frankfurter Festplatzes an den Rebstockpark ab. Ob der Standort überhaupt geeignet ist, wird geprüft.

Frankfurt - Mit der Entscheidung, einen Neubau für die Europäische Schule am Ratsweg zu bauen, ist klar: Der Festplatz braucht einen neuen Standort. Im Gespräch als Austragungsort für Dippemess, Zirkus-Gastspiele oder Ausstellungen für Fachpublikum ist der Messeparkplatz am Rebstock in Frankfurt.

Ob der Standort geeignet ist, muss laut Thomas Feda, Geschäftsführer der Tourismus- und Congress GmbH (TCF), noch geprüft werden. Es gebe Anforderungen, die erfüllt sein müssten - etwa Wasserzufuhr, Stromversorgung oder Erreichbarkeit. Spruchreif sei noch nichts, zumal die Messe Bedenken geäußert habe, weil Messe- und Festplatzbetrieb eventuell nicht vereinbar seien. "Wir stehen noch ganz am Anfang, wohin der Festplatz kommt, ist noch nicht klar", sagt Feda.

Festplatz-Umzug in Frankfurt: Nachbarn haben schon genug zu erdulden

Ein klares Bild zeichnet sich indes im Ortsbeirat 2 (Bockenheim, Westend, Kuhwald) ab. Hans-Jürgen Hammelmann (Linke) hat als Initiator mit Grünen und SPD einen Antrag auf den Weg gebracht, in dem der Umzug des Festplatzes an oder gar in den Rebstock kategorisch ausgeschlossen wird. "Die Nachbarn der Messe haben durch den Messebetrieb schon genug zu erdulden, das reicht", sagt Hammelmann über den Messeverkehr und seine Auswirkungen. Als skandalös bezeichnet er die Tatsache, dass der Ortsbeirat auch aus dieser Zeitung von den Plänen erfahren habe. Dem stimmt Ortsvorsteher Thomas Gutmann (Grüne) zu. "Es ist wie immer in Frankfurt, der Ortsbeirat erfährt es als Letzter."

Der Rebstock sei kein Festplatz, sondern eine schützenswerte Grünfläche und ein wichtiges Naherholungsgebiet, sagt Grünensprecherin Katrin Haus. "Die Dippemess würde die Belastungsgrenzen von Anwohnern und Natur deutlich überschreiten." Schon das Wireless-Festival im Rebstock sei eine Herausforderung. "Zur Dippemess kämen mehr als doppelt so viele Menschen. Das ist an dieser Stelle nicht sozial- und umweltverträglich zu stemmen."

Ramona Wagner von der SPD-Fraktion, die unmittelbar am Rebstockpark wohnt, betätigt diese Angaben. Beim Wireless-Festivals vor einigen Jahren sei der Park und das Quartier in Frankfurt extrem vermüllt worden. Es habe sich auch gezeigt, dass die Masse an Menschen mit Busse und Bahnen nicht transportiert werden könnten. Im alten und neuen Rebstockpark suchten Anwohner und Besuchern Ruhe, Erholung, Natur und gute Luft. Diese Oase und der Lebensraum für Tiere müsse geschützt und erhalten bleiben.

Festplatz-Umzug in Frankfurt: Die Alternativen fehlen offenbar

Die CDU-Fraktionsvorsitzende Suzanne Turré plädiert dafür, die Pläne in einer Sitzung des Ortsbeiratssitzungen vorzustellen, um sich eine Meinung bilden zu können. "Die Bürger am Rebstock müssen in den gesamten Prozess einbezogen werden", fordert sie. Bislang deuteten die Aktivitäten der Stadt Frankfurt darauf hin, dass der Standort aufgrund mangelnden Alternativen gewählt worden sei. "Das kann nicht sein", sagt Turré.

Aufgeschlossen steht die FDP-Fraktion dem Ausweichstandort gegenüber. "Der Rebstockpark stellt aus unserer Sicht einen grundsätzlich gut geeigneten Standort dar. Sollte die Dippemess kommen, würde das zu einer Aufwertung des Viertels führen und den Rebstockpark über Frankfurt hinaus bekannter machen", sagt Nataniel Ritter. Die Meinung zum Wireless-Festival teilt er nicht. Es habe sich gezeigt, dass die Fläche eine Veranstaltung dieser Größenordnung bewältigen könne und die Anwohner positiv demgegenüber eingestellt seien.

Gremiensitzung

Der Ortsbeirat 2 tagt am Montag, 4. Juli, 19 Uhr, in der Bettinaschule, Eingang Brentanostraße 4.

Das hatte sich bei der Manöverkritik nach dem Wireless-Festival allerdings anders dargestellt. Wütende Bürger hatten kritisiert, dass es viel zu viel Lärm gegeben habe und Festivalbesucher mangels Angebot ihr Bedürfnis in Hinterhöfen und Vorgärten verrichtet hätten. Damals war Ritter noch nicht Ortsbeirats-Mitglied.

Angeschaut haben sich Feda und sein Team den Messeparkplatz schon einmal bei einem Rundgang. Dieser habe großes Potenzial und sei zudem größer als der Festplatz am Ratsweg, sagt der TCL-Chef. (Matthias Bittner)

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