Am massiven Riegel entlang der Dortelweiler Straße scheiden sich die Geister. Außerdem gibt es Kritik an der sozialen Durchmischung des Quartiers. 30 Prozent der hundert Wohnungen soll geförderter Wohnraum sein. Dass der ausschließlich in dem massiven Riegel entstehen soll, wird kritisch gesehen.
+
Am massiven Riegel entlang der Dortelweiler Straße scheiden sich die Geister. Außerdem gibt es Kritik an der sozialen Durchmischung des Quartiers. 30 Prozent der hundert Wohnungen in Frankfurt soll geförderter Wohnraum sein. Dass der ausschließlich in dem massiven Riegel entstehen soll, wird kritisch gesehen.

Ortsbeirat plant

Neue Wohnungen gegen zerstörtes Straßenbild 

  • Matthias Bittner
    vonMatthias Bittner
    schließen

Die Dortelweiler Straße in Frankfurt ist ein Streitpunkt im Ortsbeirat. Es geht um den Vorwurf, dass das Straßenbild zerstört wird. Derweil sind neue Wohnungen in Planung. 

  • Letzte Sitzung des Stadtparlaments
  • Gelände der alten Gärtnerei wird bebaut
  • 100 neue Wohnungen in Planung

Frankfurt - Der 65 Meter breite und elf Meter hohe Riegel mit drei Stockwerken entlang der Dortelweiler Straße ist der Streitpunkt im Ortsbeirat 3 (Nordend) bei der Bebauung des Geländes der ehemaligen Gärtnerei Friedrich. In der jüngsten Sitzung des Stadtteilparlaments wurde das deutlich.

"Der Riegel zerstört das Straßenbild. Außerdem bin ich dagegen, dass das Wohnen im Grünen nur Leuten zur Verfügung gestellt wird, die Kohle haben. Da mache ich nicht mit", stimmte Manfred Zieran (ÖkoLinX-ARL) dem Grünenvorstoß zu, die entsprechende Magistratsvorlage abzulehnen. Notfalls dauerten die Planungen eben nochmals fünf Jahre, so Zieran. "Es soll etwas Gescheites rauskommen."

Grünensprecher Michael Mirsch erklärte, im Quartier sei diesozialstrukturelle Mischung nicht optimal. Auf der Parkseite seien Wohntürme mit gehobenem Standard geplant, abgeschirmt werde dieser Teil durch den langen Riegel für geförderten Wohnungsbau entlang der stark befahrenen Dortelweiler Straße. Die Grünen wünschten sich eine stärkere Mischung von gefördertem und freiem Wohnungsbau. Ein weiterer Kritikpunkt: Die Struktur der Bebauung passe nicht zu der aufgelockerten Bauweise in unmittelbarer Nachbarschaft. Außerdem solle bei der Überarbeitung der Pläne der direkte Durchgang von der Dortelweiler zum Günthersburgpark deutlich breiter werden, damit er für Fußgänger und Radfahrer bequem zu benutzen sei.

Frankfurt: CDU verwundert über Grünen-Antrag 

Kritik an den Grünen und ihrem Papier äußerte die CDU-Fraktionsvorsitzende Claudia Ehrhardt. "Bei der Präsentation in der Dezember-Sitzung haben die Grünen gesagt, dass sie ganz zufrieden mit den Plänen sind. Deshalb bin ich jetzt doch etwas erstaunt über den Antrag", erklärte sie und fügte an: Eine Planung, mit der alle Seiten zufrieden seien, werde es wahrscheinlich nie geben. Ehrhardt bemängelte zudem, dass die Begründung wachsweich sei und die Grünen nicht formulierten, was sie sich eigentlich vorstellten.

Rüdiger Koch, Vorsitzender der SPD-Fraktion, erklärte, er habe auch schon deutlich schönere Lösungen gesehen. Trotzdem sei man im Vergleich zu der ersten Präsentationen Anfang 2008 doch vorangekommen. "Ich habe aber das Gefühl, dass man jetzt am Ende angekommen ist. Die gewünschten Änderungen sind aber so substanziell, dass man das Fass nochmals komplett neu aufmachen müsste." Mirsch hielt dagegen, dass die Forderungen nicht so radikal seien.

Auf dem 8000 Quadratmeter großem Gelände sind aktuell 100 Wohnungen in Einzelgebäuden mit bis zu vier Etagen geplant. Entlang der Dortelweiler steht der Riegelbau. Erschlossen wird das Gebiet von der Dortelweiler Straße, dort ist auch die Zufahrt zur Tiefgarage. Das Quartier ist ansonsten autofrei. Ein öffentlicher Rad- und Gehweg durchzieht das Gebiet und mündet in den Günthersburgpark - und zwar an der Stelle, wo heute der einstige Betriebshof des Grünflächenamtes ist. Das Areal wird im Zuge der Erweiterung dem Park zugeschlagen. In der Mitte des Quartiers gibt es einen Quartiersplatz. Daneben ist das Außengelände der Kita. Im südlichen Teil wird ein Spielplatz angelegt. Als eine Art Abtrennung zum Parkgelände wird es einen privaten Grünstreifen geben.

Das Grünen-Papier wurde übrigens gegen die Stimmen von CDU, FDP und SPD angenommen. Das bedeutet zugleich: Die Magistratsvorlage wurde damit abgelehnt. Matthias Bittner

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare