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Landtagswahl

In Frankfurt I dreht sich alles um die Regionaltangente

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Das politische Hauptthema im Landtagswahlkreis 34 - Frankfurt I ist zweifellos die Regionaltangente. Und hier spalten sich die Geister.

Jeden Morgen ist der im Radio: Stau auf der A 66. Der Main-Taunus-Kreis, Teile des Hochtaunuskreises, Wiesbaden: das halbe Umland im Westen Frankfurts fährt durch den Frankfurter Westen zur Arbeit – oder in den Frankfurter Westen, denn im Industriepark Höchst verdienen – auch 20 Jahre nach dem Ende der Hoechst AG – wieder rund 20 000 Menschen ihre Brötchen. Die Verkehrsprobleme sind deutlich, die Lösung, an der seit Jahrzehnten getüftelt wird, ist die Regionaltangente West (RTW), eine Stadtbahnlinie. Im Gegensatz zu den bestehenden S-Bahn-Linien soll sie die Region nicht sternförmig, auf den Nukleus Frankfurt ausgerichtet, erschließen, sondern „tangentiale Verbindungen zwischen diesen Linien schaffen“ – konkret vom Norden – Bad Homburg oder Praunheim – quer durch den Frankfurter Westen in den Süden, zum Flughafen.

Und weil man nicht gut eine Schienentrasse durch bebautes Gebiet schlagen kann, soll die RTW im Abschnitt „Mitte“ – das ist der – größtenteils über bestehende Schienenstrecken geführt werden, sprich über die Sodener Bahnstrecke, deren Bahndamm von Sossenheim am Lindenviertel vorbei bis zum Höchster Bahnhof führt. Die Anlieger dieser Trasse sind jedoch nicht begeistert, noch mehr zu bekommen, und auch die Idee, die einspurige Strecke auf zwei Spuren auszubauen, bringt viele auf die Palme. Am Rand der Dunant-Siedlung sollen Hausbesitzer Teile ihrer Grundstücke verlieren. Einschneidend wird die RTW auch mit ihrer Weiterführung vom Höchster Bahnhof: Sie soll über die Leunastraße und über die Leunabrücke geführt werden; eine Station soll an die Stelle kommen, wo jetzt die lange Mittelinsel der Leunastraße ist. Kurz vor der Brücke wird es auch eng mit der bestehenden Bebauung. Kommt die Trasse, ist auch das Abbiegen von der Leunastraße in Richtung der Bolongarostraße nicht mehr möglich; der Verkehr soll erst in Richtung Industriepark verschwenkt und dann in die Altstadt hineingeführt werden.

„Die Regionaltangente West ist eines der wichtigsten – wenn nicht gar das wichtigste – Verkehrsprojekt im Frankfurter Westen und wurde von Anfang an von der CDU unterstützt“, sagt der amtierende Landtagsabgeordnete Uwe Serke: „Ein großer Durchbruch war, dass das in die Planungsgesellschaft eingetreten ist. Nun liegt bereits ein detaillierter Streckenverlauf vor, wobei noch vorhandene Probleme, etwa bei Grundstückseingriffen, gemeinsam mit den Anwohnern ausgeräumt werden müssen.“ Auch die SPD-Kandidatin Petra Scharf ist eine Befürworterin der RTW: „Es ist eine sinnvolle Verbindung des Frankfurter Westens, insbesondere Sossenheims, der Dunant-Siedlung, mit einem großen Arbeitgeber und Verkehrsknotenpunkt Flughafen. Das gilt auch für Eschborn – die Umfahrung der Innenstadt macht den ÖPNV attraktiver (Pünktlichkeit!) und ist eine Alternative zum Auto. Dadurch wird auch die Siegener Straße in Eschborn entlastet.“ Weiter sagt sie: „Die Haltestellen müssen gut erreichbar sein für Fußgänger und Radfahrer, mit sicheren und ausreichenden Fahrradabstellplätzen.“ Zu beachten sei: „Eine Fahrpreisbegrenzung an den Grenzhaltestellen zu Frankfurt, also ein Übergangstarif, ist nötig, so dass nicht in Frankfurter Siedlungen geparkt wird, um den preiswerteren Tarif zu zahlen.“ Auch Grüne, FDP und AfD unterstützen die RTW. Martina Feldmayer (Grüne) sagt, die RTW solle „der erste Teil eines von uns Grünen angestrebten Schienenrings um das Rhein-Main-Gebiet werden.“

Claudius Swietek (FDP) sieht in der RTW „eine gute Alternative für viele Pendler“, die „die Region an sich attraktiver“ machen würde. Markus Fuchs (AfD) erachtet das Projekt als „sinnvoll“. Axel Gerntke (Linke) ist grundsätzlich für den Ausbau des ÖPNV. „Hinsichtlich der , insbesondere zwischen Sossenheim und Höchst, stellen sich aber doch gravierende Probleme, die noch ausgeräumt werden müssen.“

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