Die Bauarbeiten an der Peter-Henlein-Straße haben schon begonnen. 21 Wohnhäuser baut die Firma Troyenburg dort.
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Die Bauarbeiten an der Peter-Henlein-Straße haben schon begonnen. 21 Wohnhäuser baut die Firma Troyenburg dort.

Stau

Eckenheim: Anwohner über geplante Anbindung verärgert - "Das wird ein Verkehrschaos geben"

  • vonFriedrich Reinhardt
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Der Ortsbeirat kritisiert die geplante Straßenanbindung beim Bauprojekt an der Peter-Henlein-Straße in Frankfurt-Eckenheim. Es wird Verkehrschaos befürchtet.

  • Neugebaute Wohnhäuser sollen über die Peter-Henlein-Straße in Eckenheim angebunden werden
  • Die Anwohner in Frankfurt und der Ortsbeirat befürchten ein Verkehrschaos.
  • Bei der Planung gab es wohl Ungereimtheiten.

Frankfurt - Aus Sicht der Bewohner der Peter-Henlein-Straße ist es die schlechteste Lösung. Die 21 Wohnhäuser, die die Firma Troyenburg auf dem ehemaligen Caspari-Gelände baut, sollen über die Peter-Henlein-Straße angebunden werden. Nicht über die Hügelstraße oder die Eckenheimer Landstraße, an die das Grundstück auch angrenzt. Verkehrschaos werde die Folge sein, sagen die Anwohner voraus. Die Sigmund-Freud-Straße sei morgens, wenn viele zur Arbeit fahren, verstopft. Die künftigen Anwohner würden mit dem Auto gar nicht aus dem kleinen Quartier herauskommen.

Dieser Einschätzung schloss sich am Dienstagabend auch der Ortsbeirat 10 (Berkersheim, Bonames, Eckenheim, Frankfurter Berg, Preungesheim) an. „Spätestens wenn die Anwohner gemerkt haben, dass sie von der Peter-Henlein-Straße nicht auf die Sigmund-Freud-Straße kommen, werden sie ihr Auto woanders abstellen“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Michael Bartram-Sitzius. Dem schließt sich Gero Gabriel an, der Fraktionsvorsitzender der CDU. „Das wird ein Verkehrschaos geben.“

Frankfurt: Verkehrschaos in Eckenheim befürchtet

Zwar waren Vertreter der Bauaufsicht und des ausführenden Architekturbüros Teschauer in die Sitzung gekommen, um über das Bauprojekt zu informieren. Darauf drängen Anwohner und der Ortsbeirat seit Monaten. Warum das Quartier mit den zweigeschossigen Wohnhäusern plus Tiefgarage über die Peter-Henlein-Straße angebunden werden soll, war trotzdem nicht zu erfahren.

Gegen die Hügelstraße spreche, dass die Ausfahrt zu nah an der Ampelkreuzung Hügelstraße Ecke Sigmund-Freud-Straße sei, sagte Birgit Welling von der Bauaufsicht. „Die Variante über die Eckenheimer Landstraße wurde nicht beantragt und entsprechend auch nicht von uns geprüft.“ Wer was bei wem hätte beantragen müssen, wollte Welling auf Nachfrage nicht beantworten. Eine Erklärung dazu war auch von der Amtsleitung nicht zu bekommen.

Frankfurt: Kritik an Straßenanbindung an Bauprojekt in Eckenheim

Der ausführende Architekt Ralf Teschauer meinte: „Es gab Gespräche mit dem Amt für Straßenbau und Erschließung. Es hieß ganz eindeutig, wie wir das Ganze erschließen sollen und so haben wir es gemacht.“ Was gegen die Variante mit der Eckenheimer sprach, ließ er offen.

Nachfragen an das Amt für Straßenbau und Erschließung blieben gestern unbeantwortet. Im März verwies das Amt in dieser Frage ans Straßenverkehrsamt. Aber auch dort war gestern keine Antwort zu bekommen. „So viele Autos sind es nicht“, verteidigte im Ortsbeirat die Vertreterin der Bauaufsicht die Anbindung über die Peter-Henlein-Straße. Es würden ja nicht alle Anwohner gleichzeitig losfahren. Gabriel entgegnete: „Wenn es nicht so viele Autos sind, dann wäre auch der Verkehr auf der Hügelstraße nicht gestört“.

Frankfurt: Verfahren wegen gefällter Bäume in Eckenheim

Kurt Schomburg (SPD) sprach die illegal gefällten Bäume auf dem Grundstück an und wollte wissen, welche Konsequenzen das Vergehen haben werde. „Der Bauherr ist nicht derjenige, der die Bäume hat fällen lassen“, sagte Teschauer. Der Bauherr habe die Baumfällgenehmigung „einem Investor überreicht“. „Dort wurde überlesen, dass erst mit der Baugenehmigung die Bäume gefällt werden dürfen.“ Es laufe deswegen „ein Verfahren“. Das Umweltamt hat sich gestern zu dem Thema nicht äußern können.

Gabriel wies in der Sitzung darauf hin, dass der Ortsbeirat ein „Informationsorgan“ sei. „An der Supermarktkasse werden wir gefragt: ,Was kommt denn da jetzt hin?‘ Da sind wir gewohnt, dass wir Antworten bekommen.“

Welling erklärt dagegen, dass ein Bauantrag kein öffentliches Verfahren ist. „Der Bauherr hat den Anspruch darauf, dass wir seine Planung nicht weitergeben.“ Die Bauherren würden aufgefordert, die Nachbarn zu informieren. „Aber der Bauaufsicht steht die Öffentlichkeitsarbeit nicht zu.“ Friedrich Reinhardt

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