Frisch saniert, schon wieder kaputt: Das Dach des Doms Frankfurt hat bei Sturm Sabine in der Nacht zu Montag einige Löcher abbekommen. Der Ausleger des Baukrans stürzte auf den First. 
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Frisch saniert, schon wieder kaputt: Das Dach des Doms Frankfurt hat bei Sturm Sabine in der Nacht zu Montag einige Löcher abbekommen. Der Ausleger des Baukrans stürzte auf den First. 

Unwetter und Sturm

Kran stürzt auf Kaiserdom: Schäden immens – Versicherung soll zahlen

  • Thomas J. Schmidt
    vonThomas J. Schmidt
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  • Ute Vetter
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Sturm „Sabine“ hat in Frankfurt einen Kran auf das Dach des Doms stürzen lassen. Die Bergung läuft – kein leichtes Unterfangen. 

  • Sturm Sabine wütet auch in Frankfurt
  • Baukran beschädigt Dach von Kaiserdom
  • Bergung abgeschlossen, Sanierung notwendig

Update vom Mittwoch, 12.02.2020, 15.29 Uhr: Die Bergung des Kranteils, das auf das Dach des Frankfurter Doms gestürzt war, ist beendet. Mit Hilfe zweier Autokräne wurde der tonnenschwere Ausleger am Mittwoch heruntergehievt. 

Während des Sturms "Sabine" war das Kranteil auf das Dach gekracht. Welcher Schaden dadurch angerichtet wurde, ist nach Angaben der Stadt Frankfurt weiterhin unklar. 

Frankfurt: Bergungsarbeiten am Dom laufen – Kran wird weggeräumt

Update vom Mittwoch, 12.02.2020, 11.57 Uhr: Zur Stunde laufen die Bergungsarbeiten am Frankfurter Dom noch. In der Nacht zum Montag war ein Krach auf das Dach des Doms gekracht, Sturm „Sabine“ hatte das Gerüst umgeweht. Den Kranausleger haben die Arbeiter mittlerweile wieder entfernt, wie ein Sprecher der Stadt Frankfurt bestätigte. Im Laufe des Tages soll das Dach abgedichtet werden, dann steht eine Sanierung an. 

Eine gute Nachricht gab es am Dienstag bereits: Der tragende Dachfirst wurde offenbar nicht beschädigt. Und die Stadt geht davon aus, dass die Versicherung für den Schaden aufkommt. Die genaue Schadenshöhe steht noch nicht fest. 

Schäden an kirchlichen Gebäuden durch das Sturmtief „Sabine“ sind laut der Versicherung Ecclesia deutlich geringer ausgefallen als bei früheren starken Stürmen. „Bisher verzeichnen wir nur wenige größere Schäden“, sagte ein Sprecher am Dienstag. Gemeldet wurden kleinere Schäden wie herabgefallene Dachziegel oder umgestürzte Bäume. 2018, als „Friederike“ im Januar wütete, zählte die Versicherung rund 5300 Schäden im Bereich Kirche, rund die Hälfte sei davon auf Nordrhein-Westfalen entfallen. 

Frankfurt: Bergung des umgestürzten Krans am Dom beginnt

Update vom Mittwoch, 12.02.2020, 08.30 Uhr: Der umgeknickte Kram, der das Dach des Frankfurter Doms beschädigt hat, wird aktuell entfernt. Die Aktion soll bis 10 Uhr beendet sein, wie die „Hessenschau“ berichtet. 

Die stürmische „Sabine“, respektive ihre auch am Dienstag noch immer teils sehr starken Windböen, verzögerten die Bergung eines tonnenschweren Kranauslegers vom Dach des Doms. Der Ausleger war in der Nacht zum Montag ins gerade erst renovierte Dach des Südquerhauses gestürzt. Menschen waren nicht verletzt worden. Laut einem Sprecher des Baudezernats konnten Spezialisten wegen der Wetterlage gestern erst um 13.30 Uhr mit der Sicherung loslegen – doch vollenden konnten sie die Bergungsaktion nicht.

Die Experten hatten zwei mächtige Autokräne aufgebaut, die den havarierten Ausleger von zwei Seiten stützen, außerdem sichern ihn zwei sogenannte Aufspannseile zusätzlich. Immerhin konnten die tonnenschweren Gegengewichte des Auslegers geborgen werden.

Kran auf Dom gestürzt – Nachwehen von Sturm „Sabine“ erschweren Bergung

Update vom Dienstag, 11.02.2020, 11.59 Uhr: Nachdem während des Sturms „Sabine“ ein Kran auf das Dach des Doms in Frankfurt gestürzt war, haben am Dienstag (11.02.2020) die Vorbereitungen für die Bergung des Krans begonnen. Zwei Autokräne wurden aufgebaut, die den Kran von beiden Seiten stützen. 

„Wenn das Wetter stabil bleibt, werden wir ihn heute bergen“, sagte ein Sprecher des Baudezernats. Momentan sei aber noch „alles im Fluss“, sodass sich nicht sagen lasse, wann der Kran sicher entfernt werden könne. Ehe die Arbeiten auf dem Dach des Doms beginnen können, muss sich das Wetter beruhigt haben. Wettervorhersagen zufolge kann es am Dienstag weiterhin zu Sturmböen kommen.

Der Baukran hatte beim Sturz auf das Dach des Frankfurter Doms schwere Schäden angerichtet. Verletzt wurde niemand.

Sturm Sabine in Frankfurt: Kran verursacht schwere Schäden am Dom – Bergung geplant

Erstmeldung vom Montag, 10.02.2020, 22.33 Uhr: Frankfurt - Mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde ist Sturmtief Sabine am Sonntag (09.02.2020) und Montag (10.02.2020) über Frankfurt gefegt, erreichte in den Spitzen Windstärke 10. Es war kurz nach 1 Uhr in der Nacht zum Montag, als der Ausleger eines Krans abknickte und auf das Dach des Kaiserdoms stürzte. Menschen wurden nicht verletzt, doch nach Aussagen von Dombaumeisterin Julia Lienemeyer ist es ein "Desaster". "Gerade waren wir mit der Renovierung fertig", sagte sie zwölf Stunden nach dem Unfall.

Solange noch Sturmwarnung ist, kann der Kran nicht vom Dach geborgen werden. Erst im Lauf des Dienstags (11.02.2020) erwarten die Meteorologen, dass der Wind abflacht. Am Mittwoch (12.02.2020) soll der beschädigte Ausleger vom Kirchendach geholt werden. Bereits am Montag sind zwei mächtige Mobilkräne des Verleihers BBL Cranes in Saarbrücken angefahren und haben sich am Weckmarkt postiert: Der eine westlich des Südflügels, wo der Kran steht, der andere östlich, wo der Ausleger auf dem Dach liegt.

Sturm Sabine in Frankfurt: Bergung des Auslegers im Dom am Mittwoch

Die Schäden durch den Sturm Sabine sind trotz der Dramatik überschaubar: "Der Dachfirst wurde nicht beschädigt", versicherte Lienemeyer. Vielmehr liege der Ausleger auf dem stabilen Längsbalken des Dachfirsts auf. Die oberen Ziegel sind durchschlagen, von der Ostseite aus sehen die oberen Ziegelreihen aus wie angeknabbert: Man kann den Himmel durchscheinen sehen. Der Ausleger ist Lienemeyer zufolge gerade zwischen zwei tragenden Strukturen eingeschlagen und liegt im Inneren auf massiven Verbindungsbalken. Die Strukturen des Daches halten das Gewicht aus.

Die Ziegel sind weggeflogen, doch das Dach hält stand. 

Wenn der Ausleger wahrscheinlich am Mittwoch geborgen werde, dürfe sich niemand im Dom aufhalten, sagt Frankfurts Baudezernent Jan Schneider (CDU). Man könne nicht ausschließen, dass doch etwas herunterfällt und die Gewölbe der Kirche durchschlägt. Allein der Haken, der das Dach durchschlagen hat, wiegt 400 Kilogramm.

Wenn der Auflieger geborgen ist, wird das Dach provisorisch abgedichtet. Dann beginnt die nächste Sanierung. Die aktuelle war gerade abgeschlossen. Der Kran sollte am Donnerstag abgebaut werden (siehe Artikel unten). Schneider und Kirchendezernent Uwe Becker (CDU) äußerten sich erleichtert, dass niemand zu Schaden gekommen ist. Schneider ist sicher, dass Versicherungen den Schaden decken. Unklar ist noch, warum der Kran dem Winddruck nicht standgehalten hat. Der Dom bleibt bis auf Weiteres geschlossen.

Frankfurt: Zwei Schulen bleiben wegen Sturm Sabine am Dienstag zu

Nennenswerte Schäden hat der Orkan auch an vier Schulen in Frankfurt angerichtet, zwei davon, die Ludwig-Weber-Schule in Sindlingen und die GrünGürtel-Waldschule, bleiben deshalb am Dienstag geschlossen. An der gerade neu gebauten Ludwig-Weber-Schule ist die Dachfläche massiv beschädigt, zudem seien einige lose Blechteile festgestellt worden, teilt das zuständige Amt für Bau und Immobilien mit. An der GrünGürtel-Waldschule ist wegen der Lage im Stadtwald die Gefahr zu groß, dass nach dem Sturm Sabine Äste abbrechen. An der Grundschule Riedberg wurden drei Lüftungsgeräte auf dem Dach beschädigt.

Auch verstopfte Gullis waren Folge von "Sabine": Zum Beispiel an der Mainzer Landstraße. 

Die stürmischen Stunden von Sonntag, 15 Uhr, bis Montag, 22 Uhr, haben die Feuerwehr exakt 121 Mal ausrücken lassen, nicht ungewöhnlich häufig. In Frankfurts Grünanlagen und im Stadtwald hat der Sturm keine großen Schäden angerichtet. Nach einer ersten Bilanz des Grünflächenamts wurden im Stadtwald zwar einzelne Bäume entwurzelt, doch keine Straßen blockiert. Im Revier Oberrad wurden einige Waldwege blockiert, die am Dienstag wieder freigeräumt werden sollen.

Sturm Sabine: Friedhöfe in Frankfurt bleiben geschlossen

Auf dem Friedhof Nieder-Eschbach beschädigte ein umgefallener Baum einen Verteilerkasten und eine Straßenlampe. Die Feuerwehr hat den Baum am Morgen beseitigt. Alle Friedhöfe blieben am Montag geschlossen, Trauerfeiern wurden verschoben. Vorsorglich blieb auch der Palmengarten zu. Der Zoo Frankfurt hatte am Montag zunächst offen, schloss aber um 14 Uhr wegen der aufgrund des Wetters angespannten Sicherheitslage. Beide informieren am Dienstag auf ihren Internetseiten, ob sie wieder geöffnet haben. 

Thomas J. Schmidt und Ute Vetter (mit Agenturen)

In Frankfurt bringen sich zwei Teenager in Lebensgefahr, ihr Ziel ist eine Baustelle mit Kran. Dann muss die Polizei einschreiten. 

Zahlreiche Ausfälle und Verspätungen bei der S-Bahn Rhein-Main gab es am Montag. Der Sturm „Sabine“ ist verantwortlich dafür.

Beim Wetter in Deutschland sorgt Orkan „Sabine“ für Chaos: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach spricht neue Warnungen aus.

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