Er arbeitete mit Werner Herzog und Alexander Kluge zusammen und hat beste Erinnerungen an Frankfurt: Kult-Kameramann Thomas Mauch ist mal wieder in der Mainmetropole zu Gast. FOTO: enrico sauda
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Er arbeitete mit Werner Herzog und Alexander Kluge zusammen und hat beste Erinnerungen an Frankfurt: Kult-Kameramann Thomas Mauch ist mal wieder in der Mainmetropole zu Gast.

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Frankfurt: Ein Mann, der Filmgeschichte geschrieben hat

  • VonEnrico Sauda
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Der Kameramann Thomas Mauch drehte mit vielen Regie-Größen

T homas Mauch schrieb Filmgeschichte. Von den 1950er Jahren bis heute war er an über hundert Filmen beteiligt und drehte mit Regisseuren wie Werner Herzog oder Alexander Kluge, Edgar Reitz, Helma Sanders-Brahms und Werner Schroeter . Mit Kluges "Abschied von gestern" feierte Mauch seinen ersten internationalen Erfolg. Mauch war der Kameramann in Herzogs Monumentalwerk "Fitzcarraldo" und drehte gern mit Kluge in Frankfurt.

"Kluge liebte diese Stadt", weiß Mauch und erinnert sich: Wenn er mit dem Regisseur Kluge durchs Bahnhofsviertel lief, wurde dieser immer gegrüßt, "und irgendwann dachten die Leute, ich sei jemand Bedeutendes". Und Mauch arbeitete viel in Frankfurt. Unter anderem für die Fernsehserie "Die Kommissarin" mit Hannelore Elsner und Til Schweiger . "Die Hannelore Elsner liebte ich sehr. Sie war sehr entzückend und charmant, und Til Schweiger war ein sehr Angenehmer", so Mauch, der in Berlin wohnt. Dann lacht er und sagt: "Ich habe Til Schweiger umgebracht." Denn dessen Figur Nick Siegel stirbt in einer der Folgen, in der Mauch hinter der Kamera steht.

Mit den meisten Schauspielern sei er gut ausgekommen. Gern erinnert er sich an die Zusammenarbeit mit Michel Piccoli , der bei "Das ferne Land" vor seiner Kamera stand. Nur mit Klaus Kinski nicht - mit ihm drehte er "Aguirre, der Zorn Gottes" und "Fitzcarraldo". "Er war radikal egozentrisch, aber er konnte was und war unglaublich präzise", sagt Mauch.

Weil er in Frankfurt also viel gedreht hat, "deshalb ist mir die Stadt auch sehr bekannt", sagt der 84-Jährige. Jedes Mal, wenn er herkomme, sei sie anders. "Man lernt sie immer wieder neu kennen", findet Mauch. "Frankfurt ist eine der angenehmsten Städte Deutschlands - auch, weil die Frankfurter nie etwas anderes sein wollten als Frankfurter", sagt Mauch, der im Laufe seiner Karriere viel in der Welt herumgekommen ist.

Und auch dieses Mal entdeckte er etwas Neues in der Mainmetropole. Für Filmmann Mauch war's das erste Mal, dass er dem Filmmuseum einen Besuch abstattete. Und mehr noch: Er, eine Koryphäe seines Fachs, erklärte seine Arbeit und gab ein Seminar. "Geld verdienen ist ja schon nicht schlecht", antwortet er lächelnd auf die Frage, warum er dies tue. Wichtiger sei aber etwas anderes: das Weitergeben von Wissen. "Das macht Spaß." Und davon hat er viel - von Spaß und Wissen. Es sei aber auch ein Lernprozess bei ihm gewesen. "Man muss sich erst selbst darüber klar werden, dass man überhaupt etwas weiterzugeben hat", sinniert er in einem leeren Seminarraum im obersten Stockwerk des Filmmuseums am Schaumainkai. Er arbeite nicht mehr hinter der Kamera und es fehle ihm nicht mehr.

Auch, weil er gerade an einem Buch schreibe. "Mit meiner Lebensgefährtin Bärbel Freund . Das nimmt uns sehr ins Anspruch." Es wird ein Buch über alle bedeutenderen Filme, an denen er mitwirkte - "das ist schon eine Art Lebensgeschichte". es

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