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Frankfurt: Eine fatale Bankrotterklärung

  • Stefanie Liedtke
    vonStefanie Liedtke
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Schulen in der Pandemie

So geht das nicht weiter. Dass die hessische Landesregierung sich angesichts steigender Infektionszahlen nicht anders zu helfen weiß, als weiterhin die Schulen zuzusperren, ist eine fatale Bankrotterklärung. Dabei hätte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) nach quälend langen 13 Monaten Pandemie nun endlich die Instrumente zur Hand, die Schulen wieder zu öffnen. Schnelltests und Lernen in immer gleichen, kleinen Gruppen ermöglichen andernorts längst pandemiegerechten Unterricht. Nur hierzulande nicht,

Hierzulande sind tausende Jugendliche mitten in der Pubertät seit Monaten dazu verdammt, zu Hause zu hocken, Bildschirme anzustarren und sich mehr schlecht als recht den Unterrichtsstoff anzueignen anstatt sich im Austausch mit Gleichaltrigen auszuprobieren und zu entwickeln. Gleichzeitig sollen Grundschüler in der Hälfte der üblichen Unterrichtszeit lesen, schreiben und rechnen lernen. Fähigkeiten, die Grundlage sind für ihre gesamte weitere Schullaufbahn. Ein paar Wochen lang hätte das sicher funktioniert. Aber ein ganzes Schuljahr? Auf diese Art und Weise bleiben nicht nur die Kinder auf der Strecke, die es so oder so schwer gehabt hätten. Wenn sich nicht schleunigst etwas ändert, hängen wir eine ganze Generation ab. Wir sind es den Kindern und Jugendlichen schuldig, es besser zu machen.

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