1. Startseite
  2. Frankfurt

Seit Jahren tut sich nichts an der kaputten Friedhofsmauer: „Es ist eine Schande“

Erstellt:

Von: Judith Dietermann

Kommentare

Hohe Gitter sperren die kaputte Friedhofsmauer ab - seit fast vier Jahren. Sehr zum Ärger von Rosemarie Lämmer, die sich zum wiederholten Male dafür einsetzt, dass der Zustand behoben wird. Foto: rainer rüffer
Hohe Gitter sperren die kaputte Friedhofsmauer ab - seit fast vier Jahren. Sehr zum Ärger von Rosemarie Lämmer, die sich zum wiederholten Male dafür einsetzt, dass der Zustand behoben wird. © rainer rüffer

Der gefährliche Zustand einer kaputten Mauer auf dem Alten Friedhof im Frankfurter Stadtteil Hausen soll endlich behoben werden.

Frankfurt – Die Reste des Morgennebels hängen noch in den Baumwipfeln, die Wiese ist feucht, die Luft kalt. Ein wenig mystisch wirkt die kleine, rechteckige Wiese in Alt-Hausen in den Morgenstunden. Irgendwie passend, wurden doch dort auf dem Alten Friedhof, direkt gegenüber der Ellerfeldschänke, viele Jahre die Toten zu Grabe getragen. Woran mittlerweile nur noch zwei verlassene, die Ränder mit Gras bewachsene Grabsteine und ein Adler als Denkmal samt Bronzeplatte, das den Gefallenen im Ersten Weltkrieg gedenkt, erinnern.

„Es ist eine Schande, dass dieses zentrale Fleckchen Grün immer mehr verkommt“, sagt Rosemarie Lämmer (BFF), Mitglied des Ortsbeirates 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen). Sie steht auf der Wiese neben den Resten der einstigen Friedhofsmauer, direkt neben dem Denkmal. Und zugleich hinter Gittern. Denn die Mauer ist mit einem rund zwei Meter hohen Bauzaun abgesperrt. Seit mittlerweile fast vier Jahren.

Frankfurt: Großes Loch am Friedhof seit vier Jahren abgesperrt

In der eisigen Nacht vom 9. auf den 10. Februar 2019 stürzte sie ein, in der Mitte klafft seitdem ein großes Loch. Die herausgebrochenen Steine liegen auf dem Boden davor. Viel sieht man von ihnen jedoch nicht mehr. Gras ist darüber gewachsen. Nicht jedoch über die Motivation von Rosemarie Lämmer. Bereits seit Sommer 2019 setzt sich die Stadtteilpolitikerin leidenschaftlich dafür ein, dass nicht nur die Mauer wieder instandgesetzt, sondern auch die Grünfläche endlich attraktiver gestaltet wird.

Bereits mehrere Anträge hat sie seitdem formuliert, die stets vom Ortsbeirat - mal mehrheitlich, mal einstimmig - verabschiedet wurden. „Wir sind trotzdem immer weiter vertröstet worden“, erklärt Lämmer, warum sie in der kommenden Sitzung am Dienstag einen weiteren Anlauf startet. So soll der Magistrat veranlassen, die Friedhofsmauer zeitnah zu überprüfen und in einen sicheren Zustand zu versetzen. Denn wirklich gesichert, sagt Lämmer, sei sie derzeit nicht. Und zeigt auch gleich, was sie meint. Denn während im unteren Teil Zäune stehen, wurde weiter oben darauf verzichtet. „Das ist nichts Halbes und nichts Ganzes“, sagt Lämmer und zeigt auf die große Lücke zwischen den Steinen, durch die es fast einen Meter abwärts geht. Und wo ein Kind leicht hindurch purzeln könnte. Wenn es denn auf der Wiese spielen würde, was derzeit eher nicht der Fall ist.

Frankfurt: Müll und Hundehaufen statt Spielplatz

Denn statt tobender Kinder findet man dort Hundehaufen und Müll. Spielen macht da keine Freude. Weshalb in einem der Anträge auch bereits ein Spielplatz gefordert wurde. Der auch auf der entsprechenden Prioritätenliste des Grünflächenamts steht, wie dieses bereits vor mehreren Monaten mitteilte. Um aber zugleich darauf hinzuweisen, dass sich dieser so schnell nicht umsetzen ließe, weil der finanzielle Spielraum begrenzt sei.

„Es geht aber nicht nur um einen Spielplatz, es geht auch darum, dass das Problem mit der Mauer endlich gelöst wird. Sie scheint irgendwie in der Hintergrund gerückt zu sein“, sagt Rosemarie Lämmer. Bislang wisse man lediglich, dass die Mauer abbruchreif sei. Dies anzugehen sei jedoch wohl nicht so einfach.

Durch den vorhandenen Höhenunterschied, so der Magistrat, sei dafür eine umfangreiche Baumaßnahme erforderlich. Sinnvoll und finanzierbar wäre allerdings, dies mit einer entsprechenden Umgestaltung der Gesamtanlage zu verbinden. Aber: Für eine entsprechende Planung fehlten auch hier die finanziellen Mittel. „Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Es muss doch möglich sein, die Mauer von der Umgestaltung zu trennen. Hier geht es um die Sicherheit. Von allen“, sagt Rosemarie Lämmer. (Judith Dietermann)

Der Ortsbeirat 7 tagt

Dienstag, 1. November, um 19.30 Uhr in der Aula der Landesfachschule der Kfz-Gewerbes Hessen, Heerstraße 149 a.

Auch am Friedhof in Bornheim gab es Ärger. Dort ist ein Familiengrabstein spurlos verschwunden.

Auch interessant

Kommentare