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Entlastung bei Erdgas und Wärme in Frankfurt – doch 2023 wird es happig

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Von: Christoph Manus

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Mainova zieht in Frankfurt im Dezember keinen Abschlag für Gas und Wärme ein. Damit setzt der Versorger die Soforthilfe um. Die Linken üben Kritik.

Frankfurter – Der Frankfurter Energieversorger Mainova wird Haushalten, die er mit Erdgas oder Wärme versorgt, im Dezember keinen Abschlag abbuchen. Das hat das Unternehmen, das zu 75 Prozent der Frankfurter Stadtwerke Holding gehört, am Donnerstag (24. November) auf Anfrage der Frankfurter Rundschau mitgeteilt.

Kundinnen und Kunden, die die Zahlungen per Dauerauftrag oder Überweisung vornehmen, können diese für Dezember streichen. Damit setzt der Energieversorger das am Samstag in Kraft getretene Bundesgesetz zur sogenannten Dezember-Soforthilfe um. Die Kosten für diese Entlastung trägt der Bund. Haushalte, die keinen direkten Vertrag mit Mainova haben, spüren diese Entlastung allerdings erst spät – über die Heizkostenabrechnung des Vermieters oder der Hausverwaltung.

Der Blick auf den Gaszähler löst bei vielen Sorgen aus wegen der steigenden Preise.
Der Blick auf den Gaszähler löst bei vielen Sorgen aus wegen der steigenden Preise – auch in Frankfurt. © Jörg Sarbach/dpa

Für das kommende Jahr hat Mainova Anfang vergangener Woche starke Preiserhöhungen angekündigt. Das Unternehmen verlangt dann in der Grundversorgung gut 50 Cent pro Kilowattstunde Strom und 17,37 Cent pro Kilowattstunde Gas. Auch hier will der Bund entlastend wirken. Nach der geplanten Strom- und Gaspreisbremsen müssen Kundinnen und Kunden für 80 Prozent des prognostizierten Verbrauchs nur 40 Cent pro Kilowattstunde für Strom und 12 Cent pro Kilowattstunde pro Gas zahlen. Die Differenz übernimmt der Bund. Anders als die Soforthilfe sind diese Preisbremsen allerdings noch nicht beschlossen.

Energie-Krise in Frankfurt: Linke will weitere Maßnahmen

Die Linke im Römer fordert angesichts des geplanten Gesetzes jetzt schon die Energieversorger Mainova und Süwag auf, die geplanten Preiserhöhungen zurückzunehmen. Diese entbehrten nun jeglicher Grundlagen, sagt Fraktionschefin Dominike Pauli. „Auch die ABG muss die 110 prozentige Erhöhung der Heizkostenvorauszahlungen unmittelbar wieder zurücknehmen.“ Die Linke im Römer fordert zudem den Frankfurter Magistrat auf, durchzusetzen, „dass es in Frankfurt keine Energiesperren mehr geben darf“.

Mainova teilte am Donnerstag mit, eine Versorgungseinstellung sei „immer Ultima Ratio, die es zu vermeiden gilt“. Die Frage eines Moratoriums sei aber „grundsätzlich eine politische Entscheidung“. (Christoph Manus)

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